Notfallservice

Aktuelle Forschungsprojekte am Klinikum Nürnberg

Forschungsprojekte am Klinikum Nürnberg sind ein wesentlicher Motor für den Fortschritt in der Patientenversorgung. Sie ermöglichen es, komplexe Krankheitsbilder besser zu verstehen, neue Diagnoseverfahren zu entwickeln und innovative Therapien sicher in die klinische Praxis zu überführen. Durch die enge Verzahnung von Forschung und Krankenversorgung entstehen dabei wertvolle Synergien zwischen Ärztinnen und Ärzten, Forschenden, Pflegekräften und weiteren Berufsgruppen.

Ihre besondere Bedeutung liegt in der unmittelbaren Nähe zum Patienten: Erkenntnisse aus klinischen Studien und translationalen Forschungsprojekten fließen direkt in verbesserte Behandlungsstrategien ein. Gleichzeitig stärken diese Vorhaben das Klinikum als Forschungsstandort, fördern interdisziplinäre Zusammenarbeit und sichern die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So tragen medizinische Forschungsprojekte entscheidend dazu bei, die Qualität der Medizin nachhaltig zu verbessern und zukünftige Herausforderungen im Gesundheitswesen erfolgreich zu bewältigen.

ArtPlac - Miniaturized Integrated Lung and Kidney Support for Critically Ill Newborns

Medizinisches Personal betrachtet ein Frühgeborenes im Inkubator

Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung einer künstlichen Plazenta, um eine verbesserte Behandlung von Früh- und Reifgeborenen zu erreichen, die nach der Geburt schwere Probleme an Lunge oder Niere haben. Mit der gebündelten Expertise soll am Ende des Förderungszeitraumes eine künstliche Plazenta mit Lungen und Nierenunterstützung für präklinische Studien einsatzbereit sein.

Internationales Forschungsteam

Das vom Team der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche am Klinikum Nürnberg um Chefarzt Univ.-Prof. Dr. Christoph Fusch und Oberarzt Univ.-Prof. Dr. Niels Rochow koordinierte Projekt wird mit insgesamt 3,6 Millionen EUR aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 gefördert. An dem Projekt ist ein internationales Forschungsteam aus Medizinerinnen und Medizinern sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren beteiligt, unterstützt durch eine Organisation, die die Interessen Früh- und Neugeborener sowie deren Familien vertritt.

Behandlung von Neugeborenen mit Organversagen

ArtPlac fokussiert sich auf die Behandlung von Neugeborenen mit schwerem Organversagen durch ein innovatives, der Natur nachempfundenes Behandlungskonzept. In das Projekt eingebunden sind Forschungseinrichtungen in Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Irland und Kanada.

 

Presseberichte zu ArtPlac:

Kick-off und Netzwerktreffen beim Forschungsprojekt Art Plac

EU-Förderantrag zur Entwicklung einer künstlichen Plazenta bewilligt

Mehr erfahren

UplusE: U-Untersuchung für Kinder PLUS Eltern beim Pädiater zur Förderung der kindlichen Entwicklung mit Impuls aus frauenärztlicher Schwangerenvorsorge

Das Team der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie unter der Leitung von Frau Dr. med. Susanne Simen führt das Projekt durch, dessen Ziel die Verbesserung der psychischen Gesundheit von Familien ist. Dies soll mittels eines Screenings erfolgen, das in der späten Schwangerschaft und während des ersten Jahres nach der Geburt durchgeführt wird.

Screening von Eltern und Kind zur psychosozialen Situation

Bislang sind in den gesetzliche vorgeschriebenen Routineuntersuchungen in der Schwangerschaft und bei den Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U6 zwar die Erhebung der psychosozialen Situation vorgegeben, wird diese jedoch nur unstrukturiert erfasst. Für die Studie werden seit Februar 2024 deutschlandweit in einem standardisierten Screening Depressionen, psychosoziale Belastungen und die Eltern-Kind-Beziehung mit validierten Fragebögen erfasst. Diese erhalten die Schwangeren und Eltern im Vorfeld des Arzttermins über bereits etablierte von den Praxen genutzte Kommunikations- Apps. Ihre Antworten werden datenschutzkonform verschlüsselt und elektronisch an die Ärztin oder den Arzt übertragen.

Frühzeitige Erkennung von Behandlungsbedarf

So können die Ärzte peripartale Depressionen und Belastungen ohne viel Aufwand frühzeitig erkennen und die Betroffenen bedarfsgerecht an „Psych-Behandler“ oder frühe Hilfen weiterleiten. Dafür wurde ein deutschlandweites Psych-Behandler-Netzwerk aufgebaut, in dem Betroffene innerhalb von zwei bis vier Wochen einen Ersttermin erhalten. Das Projekt wird mit insgesamt ca. 4,6 Millionen Euro vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)– Innovationsausschuss gefördert und läuft noch bis Ende 2026.

 

Pressebericht zu UPlusE:

Projekt UPlusE schafft wichtigen Schritt Richtung Regelversorgung

Guter Start ins Leben: Wie UPlusE die psychische Gesundheit von jungen Familien verbessert

Mehr erfahren

Get-Fast: One-Stop management für einen schnellen Behandlungsbeginn der endovaskulären Schlaganfalltherapie

Eine Patientin während einer Schlaganfall Behandlung.

Der akute ischämische Schlaganfall (AIS) ist einer der Hauptgründe für Behinderung und Abhängigkeit im Alltag bei Schlaganfallpatienten, verursacht durch einen Verschluss der großen Hirnarterien.

Zur Behandlung wird die endovaskuläre Therapie (EVT) eingesetzt, deren positiver Effekt in hohem Maße zeitabhängig ist und mit einer längeren "door to groin"-Zeit, das heißt der Zeit zwischen Krankenhausaufnahme und Beginn der EVT, rasch abnimmt.

Reduktion der „door-to-groin“ Zeiten

Die Studie, die von Herrn Univ.-Prof. Dr. Jan Liman, Chefarzt der Neurologie, und Herrn Dr. med. Markus Holtmannspötter, Chefarzt der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, geleitet wird, untersucht ein neuartiges Behandlungskonzept mit einem veränderten Bildgebungsverfahren.

Dieses hat in den Vorstudien zu einer deutlichen Reduktion der „door-to-groin“ Zeiten geführt. Die aus Nürnberg beantragte Studie wird von der DFG finanziert.

Mehr erfahren

DUERER-Studie: OlDer adults in NUrEmberg and aRt thERapy

Bunt bemaltes Blatt Papier

Seit 2017 erforscht das interdisziplinäre DUERER-Studienteam die Effekte von Kunsttherapie auf ältere Menschen. Die aktuelle DUERER V-Studie „Kreative Entlastung“ basiert auf den vorherigen Studien DUERER I/ II und untersucht, ob eine kunsttherapeutische Intervention dazu beitragen kann, den subjektiven und biometrisch gemessenen Stress von pflegenden Angehörigen ab 65 Jahren zu reduzieren.

Die Kunsttherapie wird in der Studie gezielt als Methode zur kreativen Entlastung eingesetzt. Sie dient der Stärkung und Erhaltung der psychischen, physischen und mentalen Gesundheit und wird von ausgebildeten Kunsttherapeuten angeleitet.

Kunsttherapie für Pflegepersonen ab 65 Jahren

Im Rahmen der randomisierten, kontrollierten Studie mit Pflegepersonen ab 65 Jahren werden zwei Gruppen verglichen: Eine Interventionsgruppe nimmt über zehn Wochen an kunsttherapeutisch begleiteten Kleingruppensitzungen teil. Der Intervention liegt ein strukturierter kunsttherapeutischer Modulplan zu Grunde. Die Kontrollgruppe arbeitet selbstständig mit einem von Kunsttherapeuten gestalteten Malbuch.

Neben Fragebögen zur Stresswahrnehmung werden in beiden Gruppen Speichelproben (Cortisol, α-Amylase) zur objektiven Messung des Stressniveaus entnommen. Außerdem wird im Follow-up nach sechs Wochen die Nachhaltigkeit in beiden Gruppen untersucht.

Positive Effekte

Die Hypothese lautet, professionell begleitete Kunsttherapie wirkt stärker und nachhaltiger stressreduzierend als das eigenständige kreative Arbeiten. Positive Effekte werden auch auf emotionale Befindlichkeit und Resilienz erwartet. Die aktuelle Studie läuft seit Mai 2023 und endet im Oktober 2025. Bis einschließlich Juni 2025 werden noch Teilnehmende gesucht.

Im Rahmen interdisziplinärer Vernetzungsarbeit und Aufklärung zum Thema „Kunsttherapie kennt kein Alter“ widmet sich das Studienteam verstärkt der gezielten Öffentlichkeitsarbeit unter anderem durch Vorträge, Tagungen, Filme, Ausstellungen und dem Begegnungsraum AugenBlick (DUERER IV).

Etablierung der Therapieform in der Geriatrie

Ziele der DUERER-Studie sind die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes für die kunsttherapeutische Arbeit mit älteren Menschen und ihrem sozialen Umfeld, sowie die Etablierung der Kunsttherapie in der Geriatrie als komplementäre Behandlungsmethode, gleichgestellt zu anderen Therapien.

Die DUERER-Studien werden durch die STAEDTLER- Stiftung ermöglicht und von einem interdisziplinären Studienteam aus der Klinik für Geriatrie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. univ. Markus Gosch durchgeführt.

Mehr erfahren

Evidenzbasiertes Drug-Checking in Nürnberg (EviDriN)

Wie können wir Menschen, die Drogen konsumieren, besser schützen? Das Forschungsprojekt EviDriN sucht Antworten auf diese wichtige gesellschaftliche Frage. In der Metropolregion Nürnberg wird erstmals wissenschaftlich untersucht, wie Drug-Checking als präventives Instrument funktionieren kann.

Das Besondere: Hier arbeiten Hochschulen, Mediziner, Drogenhilfe und Politik Hand in Hand. Die Technische Hochschule Nürnberg und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg (PMU) erforschen gemeinsam, welche Chancen und Herausforderungen dieser Ansatz mit sich bringt.

Teil des "Nürnberger Drogenhilfemodells"

Statt theoretischer Konzepte steht die praktische Anwendbarkeit im Fokus. Das Projekt ist Teil des etablierten "Nürnberger Drogenhilfemodells" und soll konkrete, umsetzbare Lösungen für eine moderne Drogenpolitik liefern. Ein Modellprojekt, das über Nürnberg hinaus Signalwirkung haben könnte.

 

Pressebericht zu EviDrin:

Drug-Checking: Studie von Klinikum, PMU und Ohm sieht Chancen

Projekt „EviDriN“: Forschende suchen Lösungen für Nürnbergs Drogenproblem

Mehr erfahren