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    Klinikum Nürnberg

    Magenkrebs - Magenkarzinom

    Allgemeinchirurgie

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In Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen an Magenkrebs. Laut aktuellen Studien erkranken Patienten zunehmend im jüngeren Alter. Die Symptome sind oft unspezifisch: Betroffene verlieren den Appetit, entwickeln eine Abneigung gegen Fleisch, nehmen ab und klagen über Schmerzen.

Magenkrebs, auch Magenkarzinom genannt, entsteht durch unkontrolliertes Zellwachstum in der Magenwand. Diese Zellen können umliegendes Gewebe angreifen, schädigen und im Körper ausbreiten. Mediziner unterscheiden das Magenkarzinom je nach Ursprungsgewebe. Am häufigsten tritt das Adenokarzinom auf, das aus den Drüsenzellen der Magenschleimhaut hervorgeht.

Wie wird ein Magenkarzinom operiert?

Bei einem bösartigen Tumor des Magens kommt es darauf an, wie tief er in die Organwand eingedrungen ist und wo er sich im Magen befindet. Auf dieser Grundlage entscheiden wir, ob unsere Chirurginnen und Chirurgen den gesamten Magen oder nur einen Teil entfernen. Viele Eingriffe an Magen und Speiseröhre führen wir ganz oder teilweise minimalinvasiv durch – mit der sogenannten Schlüssellochtechnik. Oft kommt auch unser moderner OP-Roboter zum Einsatz. Einige Frühstadien von Magenkrebs können wir endoskopisch, also über eine Magenspiegelung, entfernen. Das Team der Klinik für Gastroenterologie unterstützt uns bei der genauen Diagnostik und Tumorerkennung. Im Frühstadium tragen die Gastroenterologen Tumore direkt ab. Treten nach Operationen Komplikationen auf, helfen sie uns ebenfalls endoskopisch.

Die Fast-Track-Philosophie zielt darauf ab, die Genesung nach Operationen zu beschleunigen und Komplikationen zu verringern. Wir bereiten die Patienten optimal auf die Operation vor und mobilisieren sie, wenn möglich, noch am selben Tag. Dabei helfen wir ihnen, so schnell wie möglich in den Alltag zurückzukehren.

 

Wir bieten alle gängigen Operationsverfahren bei der Diagnose Magenkrebs

Die Behandlung von Magenkrebs erfolgt je nach Stadium und Patient mit unterschiedlichen Ansätzen. Wir entscheiden stets gemeinsam mit den Betroffenen und unseren Expertinnen und Experten anderer Fachabteilungen.

Die endoskopische Behandlung bei Magenkrebs ist eine besonders schonende Methode. Sie kann bei frühem Magenkrebs Heilung bringen. Dabei führen wir einen flexiblen Schlauch mit Kamera und Instrumenten über die Speiseröhre in den Magen ein. Bei einer Operation im Bauchraum gibt es unterschiedliche Ansätze:

  • Minimalinvasive Operationen bei Magenkrebs
    • Bei der laparoskopischen Operation (Schlüssellochtechnik) führen wir über kleine Schnitte (fünf bis zwölf Millimeter) in der Bauchdecke eine Kamera und spezielle Instrumente ein, um den betroffenen Magenanteil präzise zu entfernen.
    • Bei der roboterassistierten minimal-invasiven Operation sitzt der Chirurg nicht direkt am Operationstisch, sondern an einer speziellen Konsole und steuert einen hochpräzisen Operationsroboter (DaVinci). Der Roboter hat mehrere bewegliche Arme mit Instrumenten, die durch kleine Schnitte in den Bauch eingeführt werden - ähnlich wie bei der Schlüssellochtechnik. Der Chirurg sieht dabei alles in 3D und stark vergrößert auf einem Monitor.
       
  • Konventionelles offenes OP-Verfahren
    Bei der konventionellen Operation macht der Chirurg einen größeren Schnitt (etwa 15 bis 25 Zentimeter) durch die Bauchdecke, um direkten Zugang zum Magen zu bekommen.

Die Operationsdauer bei Magenkrebs kann je nach Art und Umfang des Eingriffs stark variieren, üblicherweise beträgt sie etwa drei bis fünf Stunden. Ein endoskopischer Eingriff dauert in etwa 20 Minuten.

Was passiert nach einer Magenkrebs-OP?

Nach einer Tumoroperation am Magen konzentrieren wir uns auf die Heilung und Genesung des Patienten. Der Krankenhausaufenthalt dauert bei einer Magenoperation meist etwa sieben Tage, kann jedoch je nach Alter, Gesundheitszustand und Fitness des Patienten schwanken. Auch Begleiterkrankungen (sogenannte Komorbidität) wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes oder psychische Störungen beeinflussen die Dauer.

Umfassende Betreuung während des Aufenthalts

  • Schmerztherapie: Wir sorgen für eine angemessene Schmerzbehandlung.
  • Frühe Mobilisierung: Unsere Physiotherapeuten beginnen umgehend mit Krankengymnastik, da Bewegung ein wesentlicher Bestandteil der Genesung ist. Wir verordnen in der Regel keine Bettruhe nach einer Magenkrebs-Operation.
  • Ernährungsberatung: Unsere Experten unterstützen unsere Patienten dabei, sich an die neue Situation nach der Operation zu gewöhnen und geben Tipps zur Ernährung.
  • Psychosomatische Betreuung: Die seelische Bewältigung der Diagnose und Therapiefolgen ist wichtig – unser Team steht den Patienten bei allen Sorgen und Ängsten zur Seite.
  • Unser Team der Fachonkologischen Pflege kümmert sich gezielt um die besonderen Bedürfnisse und Probleme von Krebspatientinnen und –patienten und Angehörigen.

Entlassung und Nachsorge

Bei der Entlassung erhält der Patient:

  • Einen ausführlichen Entlassungsbrief mit allen wichtigen Informationen zum Aufenthalt und der Operation und weiteren Therapieempfehlungen.
  • Einen Nachsorgekalender zur Dokumentation aller weiteren Untersuchungen und Therapien.
  • Bei Bedarf Unterstützung durch unseren Sozialdienst bei der Organisation einer Rehabilitation und weiterer Hilfen für zu Hause.

Der Körper braucht nach einer Magenoperation etwa zwei bis drei Monate, um sich zu erholen und die frühere körperliche Fitness zurückzugewinnen.

Wie verändern sich Essgewohnheiten und Gewicht nach der Magen-OP?

Nach einer Operation verlieren Patienten typischerweise zwischen fünf und zehn Kilogramm Körpergewicht. Bereits im Vorfeld des Eingriffs profitieren Patienten von einer intensiven Begleitung durch unser Fachpersonal aus der Ernährungsberatung. Die Unterstützung durch unsere Ernährungsexperten setzt sich auch nach dem Eingriff nahtlos fort. Bei sämtlichen Ernährungsfragen stehen sie den Patienten zur Seite. Nach einer Magenoperation ist normales Essen grundsätzlich möglich, allerdings sollte der Fokus auf mehreren kleineren Mahlzeiten über den Tag verteilt liegen. Hierfür entwickeln unsere Ernährungsberater einen individuell angepassten Ernährungsplan.

 

Wie gefährlich ist eine Magenkrebs-Operation?

Aufgrund unserer Expertise in unserem Viszeralonkologischen Zentrum behandeln wir im Umkreis mit Abstand die meisten Patientinnen und Patienten und haben deshalb einen großen Erfahrungsschatz. Die sogenannte Mortalität, sprich die Sterberate, bei einer Magenkrebs-Operation ist mit unter zwei Prozent sehr gering.

 

Wie sind die Überlebenschancen bei Magenkrebs?

Wir besprechen mit unseren Patienten ihre individuelle Situation, klären alle Fragen und gehen auf Details ein. Die Überlebenschancen variieren je nach Patient, Erkrankung und Krebsstadium. Ziel des Eingriffs ist es, den Tumor und die relevanten Lymphknoten vollständig zu entfernen und unseren Patienten vollständig zu heilen. Sind jedoch alle entfernten Lymphknoten befallen, verschlechtert sich die Prognose. Mit individuell abgestimmten Therapieplänen verbessern wir die Chancen jedes Einzelnen bestmöglich.

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Chirurgie des oberen Gastrointestinaltrakts

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Ähnliche Krebserkrankung: Speiseröhrenkrebs

Speiseröhren- und Magenkrebs weisen viele Gemeinsamkeiten auf, da beide Organe anatomisch eng miteinander verbunden sind und ähnliche Behandlungsansätze erfordern.

Parallelen in der Behandlung:

  • Vergleichbare operative Verfahren
  • Gemeinsame Nachsorge-Strategien
  • Vergleichbare Heilungschancen bei früher Diagnose

Wenn Sie sich über Magenkrebs informieren, kann es daher hilfreich sein, auch unsere detaillierten Informationen zu Speiseröhrenkrebs zu lesen. Dort finden Sie ergänzende Einblicke zu Behandlungsmöglichkeiten, Operationsmethoden und Heilungsverläufen.

 

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