Das Post-Covid-Syndrom (PCS) betrifft schätzungsweise 6–15 % der Patientinnen und Patienten nach einer Covid-19-Infektion und stellt eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Leitsymptom ist eine ausgeprägte Fatigue, oft begleitet von psychischen Komorbiditäten wie Depressionen, Angststörungen, Traumafolgestörungen und Schlafstörungen. Da bislang kein eindeutiges organisches Korrelat vorliegt, steht die Behandlung der funktionellen Symptomatik im Fokus, wobei multimodale psychosomatische Therapieansätze zunehmend überzeugende Erfolge zeigen. Diese fördern Regeneration durch Schlafverbesserung, Stressreduktion und angepasste Aktivitätssteigerung, wobei insbesondere die Kunsttherapie durch emotionale Aktivierung und Spannungsabbau einen wichtigen Beitrag leistet.
Psycho-Biologische Therapieeffekte von Kunsttherapie auf die Symptomverbesserung bei Post-Covid-Syndrom
Zielsetzung
Forschungsfragen:
- Kann Kunsttherapie bei PCS sowohl psychischen als auch biologischen Zellstress messbar reduzieren?
- Führt dies zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik, insbesondere der Fatigue?
Hypothesen:
- Kunsttherapie reduziert Stressmarker auf psychischer und zellulärer Ebene.
- Die Reduktion von Stress geht mit einer klinisch relevanten Verbesserung der PCS-Symptome einher.
Erwarteter Nutzen:
- Entwicklung und Evaluation eines standardisierten kunsttherapeutischen Programms für PCS.
Methodik & Studiendesign
Die Studie wird als randomisierte, monozentrische Untersuchung am Klinikum Nürnberg durchgeführt. Patientinnen und Patienten mit PCS werden in einem Between-Subject-Design zufällig einer Interventionsgruppe (ambulante Kunsttherapie) oder einer Kontrollgruppe (Watchful Waiting mit reinem Symptommonitoring) zugewiesen, um die Effekte der Kunsttherapie gezielt zu untersuchen. Vor Beginn und nach Abschluss der Intervention nehmen alle Teilnehmenden an einem standardisierten Stresstest teil, bei dem unter anderem physiologische, biologische sowie psychometrische Parameter erhoben werden.
Studienteilnehmende
An der Studie „MALT! II“ können Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren teilnehmen, die an Post-Covid leiden und bei denen Fatigue oder ein chronisches Fatigue-Syndrom im Vordergrund steht. Voraussetzung sind ausreichende Deutschkenntnisse und die Möglichkeit, regelmäßig das Klinikum Nürnberg aufzusuchen. Weitere Informationen können Interessierte der Pressemitteilung zum Studienstart entnehmen: Post-Covid-Fatigue: Klinikum Nürnberg startet Studie | NÜRNBERG.
Das Studienteam
- Prof. Dr. med. Christiane Waller (Chefärztin Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Dekanin für Studium und Lehre der Paracelsus Medizinischen Universität Nürnberg)
- PD Dr. rer. nat. Markus Müller (Psychologe, Leiter der Forschungsgruppe Psychosomatik)
- Dr. rer. nat. Sophia Urbanczyk (Biologin, Laborleiterin)
- M.Sc. Hanna Hofmann (Psychologische Psychotherapeutin)
- M.Sc. Andrea Dorenkamp (Psychologin)
- Sonja Kölbl (Kunsttherapeutin)
- Amira Hotic (Medizinische Fachangestellte)