02.03.2026
Am 8. März 2026, dem Weltfrauentag, hätte Dr. Elisabeth Birkner ihren 100. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass legen das Klinikum Nürnberg und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Nürnberg Blumen an ihrem Grab nieder und blicken auf die zahlreichen Verdienste ihrer langjährigen Förderin und Mäzenin zurück. Die am 8. Mai 2024 im Alter von 98 Jahren gestorbene Nürnbergerin war dem Klinikum und der PMU zeitlebens eng verbunden. Zugleich war sie eine herausragende Persönlichkeit der Stadt Nürnberg und eine engagierte Vorkämpferin für Frauen in der Medizin.
Diese Meldung der Bayerischen Landesärztekammer vom 23. Januar 2026 hätte Dr. Elisabeth Birkner sehr gefallen: In Bayern sind aktuell mehr Ärztinnen als Ärzte im Arztberuf tätig – sowohl in Kliniken als auch in Arztpraxen. Das war in den 1950er-Jahren anders. Als die gebürtige Nürnbergerin 1952 ihr Medizinstudium an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen abschloss, war sie mit dieser Berufswahl eine Ausnahme. Und auch während der Facharztausbildung am Klinikum Nürnberg hatte sie es nicht leicht als Frau in einem vermeintlichen Männerberuf – so musste sie zu Beginn sogar drei Jahre unentgeltlich als Assistenzärztin arbeiten, bevor sie eine reguläre Stelle bekam.
Ein ganzes Leben für die Medizin und das Klinikum Nürnberg
„Wir sind froh, dass Dr. Elisabeth Birkner beharrlich war, der Medizin ihr ganzes Leben lang treu blieb und zu einer ganz großartigen und engagierten Ärztin wurde“, fasst Prof. Dr. Achim Jockwig, der Vorstandsvorsitzende des Klinikums Nürnberg, zusammen. „Sie hat uns mit ihrer Stiftung und den persönlichen Spenden nicht nur finanziell sehr großzügig unterstützt, sie war auch stets interessiert an den Entwicklungen in unserem Haus und in der Medizin. Wir möchten uns an ihrem 100. Geburtstag an eine bemerkenswerte, herzliche Freundin erinnern und Danke sagen für ihr langjähriges Engagement.“
Auch bei der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Nürnberg erinnern sich die Verantwortlichen an ihrem Ehrentag mit sehr viel Respekt an Dr. Elisabeth Birkner. „Dr. Elisabeth Birkner hat den Aufbau der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) und unserer Forschung maßgeblich begleitet und unterstützt, zum Beispiel mit Stipendien oder der Ausstattung des Skills Lab“, betont Dr. Stephan Kolb, Geschäftsführer der Klinikum Nürnberg Medical School GmbH. „Dr. Elisabeth Birkner hat wiederholt betont, sie wolle von ihrem Glück gerne etwas an andere weitergeben. Dieses Ziel hat sie mehr als erreicht, und auch nach ihrem Tod ist ihr Engagement im Klinikum und an der PMU jeden Tag zu spüren.“
„Das Klinikum war unser Leben“ – so hat es Dr. Elisabeth Birkner einmal auf den Punkt gebracht. Seit den 1950er-Jahren war sie „ihrem“ Klinikum verbunden. In ihrer Jugend war sie leidenschaftliche Wassersportlerin und bereits international ausgezeichnete Kunst- und Turmspringerin. Der Zweite Weltkrieg verhinderte ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen. Nach einer pharmazeutischen Lehrzeit in der Nürnberger Spital-Apotheke nahm sie ein Medizinstudium an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen auf.
Dieses schloss sie 1952 ab und begann ihre Facharztausbildung am Klinikum Nürnberg. Hier hatte sie zu Beginn ihres Studiums beim Krankenpflegepraktikum ihren späteren Mann Dr. Hans Birkner kennengelernt, der dort als chirurgischer Assistenzarzt arbeitete. Während Dr. Elisabeth Birkner sich 1960 als Gynäkologin mit eigener Praxis niederließ und als Belegärztin an der Klinik Hallerwiese zahlreiche Geburten begleitete, wurde Dr. Hans Birkner, inzwischen Chefarzt, 1976 Ärztlicher Direktor im Klinikum Nürnberg. Die Birkners wohnten sogar fünf Jahre in einer kleinen Dienstwohnung auf dem Klinikum-Gelände.
Mehrfach ausgezeichnet für ihr Engagement
1999, sieben Jahre nach dem Tod ihres Mannes, gründete Dr. Elisabeth Birkner die Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung. Die Stiftung unterstützt als eine der größten Förderinnen das Klinikum Nürnberg bei der Anschaffung innovativer Medizingeräte oder neuer Einrichtungsgegenstände sowie bei der Förderung des ärztlichen Nachwuchses durch die jährliche Auslobung eines Preises für die beste wissenschaftliche Arbeit aus dem Bereich der Chirurgie. Daneben engagierte sich Dr. Birkner auch persönlich und machte zum Beispiel die Ausgestaltung des nach ihrem Mann benannten, 2003 eröffneten Chirurgischen Zentrums im Dr. Hans Birkner-Haus mit einer Vielzahl an Kunstwerken möglich.
Mit ihrer Stiftung und zu Lebzeiten aus ihrem Privatvermögen spendete sie für das Klinikum und die PMU bis heute zusammen über 3,7 Millionen Euro. Sie setzte ihre Stiftung als Alleinerbin ein und gab ihr den Auftrag, die Förderung des Klinikums und seiner Ärzteschaft dauerhaft sicherzustellen.
Für ihre Großzügigkeit und ihr herausragendes Engagement wurde Dr. Elisabeth Birkner mehrfach ausgezeichnet. 1999 erhielt sie das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2000 die Bürgermedaille der Stadt Nürnberg, 2003 den Bayerischen Verdienstorden, 2015 den Stifterpreis der Stadt Nürnberg und 2019 die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege.
Bild oben: Dr. Elisabeth Birkner (1926–2024) im Jahr 2009 vor einem von ihr gestifteten Gemälde von Gerhard Rießbeck im Dr. Hans Birkner-Haus auf dem Campus Nord im Klinikum Nürnberg.
Fotos: Klinikum Nürnberg