23.07.2026
Operieren üben auf Rädern: Junge Ärztinnen und Ärzte der Orthopädie und Unfallchirurgie des Klinikums Nürnberg (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Hermann Josef Bail) haben ihre chirurgischen Fähigkeiten in einer besonderen Fortbildung verbessert.
Ein mobiler Operationssaal, untergebracht in einem Truck, machte für einen Tag auf dem Campus Süd Station. Von außen wirkt der schwarze Lkw unscheinbar, doch im Inneren bietet er mehrere OP-Arbeitsplätze mit moderner Medizintechnik.
Die Teilnehmenden trainierten unter Anleitung arthroskopische und offen-chirurgische Eingriffe an Knie, Schulter und Ellenbogen. Sie übten den Umgang mit Kameratechnik, diagnostizierten und behandelten Knorpelschäden und Meniskusverletzungen, führten Kreuzbandersatz durch und setzten Schulterprothesen ein. Das Besondere: Im „Mobile Lab“-Truck der Medizintechnikfirma Arthrex arbeiten die Ärztinnen und Ärzte an Humanpräparaten – so realitätsnah wie möglich.
„Das mobile OP-Trainingslabor ermöglicht unserem assistenz- und fachärztlichen Nachwuchs, Techniken vor Ort ohne Zeitdruck und ohne Risiko für Patienten zu erlernen“, erklärt Dr. Stefan Schnürer, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und Hauptoperateur des Endoprothetikzentrums, der die Aktion mit Oberärztin Dr. Barbara Herz betreute. „Das ist in der ärztlichen Weiterbildung enorm wertvoll, denn bei echten Operationen gibt es keinen Spielraum für Fehler.“
Das Klinikum Nürnberg ist in minimalinvasiver Gelenkchirurgie erfahren, besonders im Bereich Sportorthopädie bei Prof. Dr. Markus Geßlein. Gemeinsam mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Nürnberg organisiert das Klinikum seit Jahren regelmäßig den renommierten „Nürnberger Arthroskopiekurs mit Gelenksymposium“. Auch hier trainieren Weiterbildungsteilnehmer und Studierende an Präparaten.
Bild oben: Oberärztin Dr. Barbara Herz (re.) zeigt einer jungen Kollegin Vorgehensweisen bei arthroskopischen Eingriffen.
Fotos: Isabel Lauer, Klinikum Nürnberg