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  • Klinikum Nürnberg nimmt neues PET-CT in Betrieb

    Das neue PET-CT auf dem Campus Nord liefert hochauflösende Bilder krankhafter Prozesse schneller - das dient insbesondere der Tumordiagnostik.

31.08.2026

Das Klinikum Nürnberg hat seine Diagnostik mit einem neuen PET-CT verbessert. Das Gerät liefert hochauflösende Bilder von krankhaften Prozessen im Körper schneller und erleichtert so die Therapieplanung und Kontrolle, besonders bei Krebspatienten. Der größte Vorteil: Die Untersuchungszeit hat sich halbiert.

Mit dem Austausch des bestehenden PET-CT auf dem Campus Nord investiert das Klinikum Nürnberg in modernste Technik. „Diese Anschaffung stärkt unsere Position als bedeutender Standort der Tumormedizin in Nordbayern“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Lell, Chefarzt des Instituts für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin. Die 17 Organkrebszentren des Klinikums behandeln jährlich über 5.000 Patienten ambulant und stationär – stets interdisziplinär und oft in Zusammenarbeit mit externen Partnern.

Das PET-CT spielt vor allem in der Tumordiagnostik eine zentrale Rolle. Es spürt Metastasen auf und kann Therapieerfolge präzise überprüfen, oft früher und genauer als andere Verfahren. Darüber hinaus hilft es bei speziellen Fragestellungen in der Kardiologie oder der Demenzdiagnostik. Das System kombiniert zwei Verfahren: Die Computertomographie (CT) zeigt anatomische Strukturen, während die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) Stoffwechselvorgänge im Gewebe sichtbar macht. Vor der Untersuchung erhalten die Patienten intravenös eine schwach radioaktive Substanz, den sogenannten Tracer. Zellen mit besonders aktivem Stoffwechsel, etwa in Tumoren oder Entzündungen, nehmen den Tracer verstärkt auf. Im PET-Bild erscheinen diese Bereiche millimetergenau als leuchtende Punkte.

Kürzere Wartezeiten

„Dieses Gerät hat neuartige, wesentlich empfindlichere Detektoren. Es halbiert die Untersuchungszeit und senkt damit auch die Strahlenbelastung“, berichtet Oberarzt Dr. Torsten Fritscher, Abteilungsleiter der Nuklearmedizin. Ein Scan des Körperstamms dauert jetzt nur noch rund zehn Minuten statt 20 bis 25 Minuten. „Das ist für unsere Patienten angenehmer, und die Wartezeiten verkürzen sich deutlich.“ Auch der Liegekomfort hat sich laut ersten Rückmeldungen durch die Beleuchtung und Gestaltung verbessert. Das alte Gerät aus dem Jahr 2010 wird vom Hersteller wiederaufbereitet.

„Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein PET-CT derzeit nur bei klar definierten onkologischen Indikationen, unter anderem bei bestimmten Lungenkarzinomen, Lymphomen und Tumoren im Kopf-Hals-Bereich sowie im Zusammenhang mit der nuklearmedizinischen Behandlung fortgeschrittener Prostatakarzinome durch eine sogenannte Radioligandentherapie“, erläutert Dr. Frischer. „Medizinisch bietet das Verfahren darüber hinaus bei weiteren Erkrankungen wertvolle Möglichkeiten für Diagnostik und Therapieplanung.“ Über Spezialsprechstunden im Rahmen der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV), die das Klinikum Nürnberg für eine Vielzahl von Erkrankungen anbietet, kann eine Kostenübernahme in bestimmten weiteren Fällen ermöglicht werden.

Der Austausch des Geräts erforderte umfangreiche Umbauten. Ein Kran hob das über drei Tonnen schwere Gerät ins Gebäude. Das Klinikum vergrößerte die Wartebereiche, verstärkte das Fundament und installierte zusätzliche Strahlenschutzwände. Während der Arbeiten nutzte man ein mobiles Ersatzgerät in einem Truck.

Bild: Radiologie-Chefarzt Univ.-Prof. Dr. Michael Lell (li.) und Nuklearmediziner Dr. Torsten Fritscher mit der Medizinischen Technologin für Radiologie Alina Kocabas vor dem neuen PET-CT auf dem Campus Nord.

Fotos: Jakob Lichtenfeld, Klinikum Nürnberg

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