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    Forschung am Klinikum: Dr. Anna Bold

    Frau Dr. Anna Bold ist Fachärztin für Innere Medizin und leitet das Immunbiologische Labor der Onkologie/Hämatologie.

 

30.09.2022

Frau Dr. Anna Bold ist Fachärztin für Innere Medizin an der Klinik für Innere Medizin 5, Schwerpunkt Onkologie/Hämatologie und leitet das Immunbiologische Labor der Abteilung.

Im nachfolgenden Interview beantwortet sie Fragen rund um ihren Werdegang und ihre Karriere, ihre Motivation und ihre Ziele:

 

Frau Dr. Bold, bitte beschreiben Sie Ihren bisherigen beruflichen Werdegang

Ich habe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hatte ich Gelegenheit Erfahrungen in der Grundlagenforschung zu sammeln. Im Labor für Neurophotonik in der Kopfklinik haben wir mit Hilfe von Fluoreszenzmikroskopie an Synapsen geforscht. Ich habe mich schwerpunktmäßig mit der Exozytose von Proteinen beschäftigt, die für die Entstehung der Alzheimer Erkrankung eine Rolle spielen.

Nach dem Studium im Jahr 2015 habe ich in der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Klinikum Nürnberg meine Facharztausbildung zur Internistin begonnen. In den ersten Jahren habe ich mich dabei auf die Arbeit als Ärztin konzentriert und bin seit 2020 Fachärztin für Innere Medizin.

Die Grundlagenforschung hat mich aber weiterhin interessiert, sodass ich seit 2019 im immunbiologischen Labor der Onkologie mitarbeite. Seit Januar 2022 bin ich Vollzeit im Labor beschäftigt.

Warum haben Sie sich dafür entschieden Ärztin zu werden?

Die Entstehung und Bekämpfung von Krankheiten hat mich schon immer interessiert. Vor allem wie alles zusammenhängt, finde ich dabei spannend. Das ist sicher auch ein Grund, weshalb ich mich für die Innere Medizin entschieden habe.

Als Leiterin des Forschungslabors Ihrer Abteilung betreiben Sie aktiv Grundlagenforschung. Warum haben Sie sich dazu entschieden, als Medizinerin diesen beruflichen Weg einzuschlagen?

Auf Grund der positiven Erfahrungen, die ich während dem Studium im Labor gesammelt habe, war es für mich naheliegend auch hier in der Grundlagenforschung tätig zu werden. Auch wenn es sich sowohl von den Methoden als auch vom Thema natürlich unterscheidet zu dem, was ich damals gemacht habe, so ist die Herangehensweise doch ähnlich. Und das ist das, was mich auch daran begeistert. Sich in ein Thema einzuarbeiten, Versuche zu konzipieren, durchzuführen, auszuwerten und dann vor allem die Ergebnisse zu verknüpfen und daraus die relevanten Schlüsse zu ziehen, macht mir einfach Spaß. Das Besondere am immunbiologischen Labor hier in der Onkologie ist die enge Verbindung zur Klinik. Auch wenn wir Grundlagenforschung betreiben, konnten wir die Ergebnisse bereits in die Behandlung von Patienten im Rahmen einer Pilotstudie sowie eines Heilversuchs einfließen lassen und haben auch weiterhin das Ziel vor Augen, in Zukunft mit gd T-Zellen Patienten und Patientinnen behandeln zu können. Das motiviert natürlich sehr.

Welche sind ihre klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte? Welche Forschungsgebiete finden Sie besonders spannend?

Ich beschäftige mich mit zellulärer Immuntherapie bei Krebserkrankungen. Konkret geht es hierbei um gd T-Zellen, die sowohl Eigenschaften des angeborenen als auch des erworbenen Immunsystems besitzen. Wir können diese Zellen sowohl in vitro als auch in vivo mit Zoledronsäure und Interleukin-2 stimulieren, wodurch sie sich vermehren und Tumorzellen auf verschiedene Arten bekämpfen können. Dabei können sie auch noch relativ nebenwirkungsarm haploident transplantiert werden, sodass sie einen vielversprechenden Ansatz für die Krebstherapie in Zukunft darstellen.

Aktuell beschäftige ich mich mit der Frage, wie die Antitumorzytotoxizität dieser Zellen noch weiter gesteigert werden kann. Es gibt eine Reihe neuer Medikamente die für eine Kombinationstherapie mit gd T-Zellen in Frage kommen und deren Effekte wir aktuell untersuchen. Ein weiteres spannendes Feld ist die Entwicklung und Etablierung eines Verfahrens, mit dem wir gd T-Zellen ex vivo für die Patientenanwendung expandieren und stimulieren können.

Woher nehmen Sie ihre Motivation und wie schaffen Sie es, Wissenschaft und berufliche Aufgaben als Ärztin unter einen Hut zu bekommen?

Die Motivation ziehe ich aus den Ergebnissen, die wir bisher erzielen konnten und auch weiterhin erzielen. Mit jeder neuen Erkenntnis entwickeln sich wieder neue Fragestellungen, sodass es immer spannend bleibt.

Die wissenschaftliche Tätigkeit, wie ich sie aktuell ausübe, ist leider nicht so einfach unter einen Hut zu bekommen mit der stationsärztlichen Tätigkeit, da es hier kaum Überschneidungspunkte gibt. Dennoch konnte ich in den letzten Jahren auch klinisch arbeiten, weil neben mir noch eine medizinisch-technische Assistentin sowie eine wissenschaftliche Mitarbeiterin im Labor beschäftigt sind bzw. waren, die die praktischen Arbeiten währenddessen fortführten. Aktuell sind wir personell in einer Umbruchsituation, sodass ich mich auf die Tätigkeit im Labor fokussiere.

 

Ausgewählte Publikationen und Preise

Stipendien und Preise

  • Stipendienpreis der W. Lutz Stiftung 2019
  • Förderung durch die Dr.-Ernst und Anita Bauer Stiftung 2020

Publikationen

  • Anna Bauereiss, Martin Wilhelm (2020) Zusammenhang einer vorherigen antibiotischen Therapie mit dem Therapieansprechen auf Immuncheckpoint-Inhibitoren und dem Überleben bei Krebspatienten. (Strahlentherapie und Onkologie)
  • Anna Bauereiss, Oliver Welzel, Jasmin Jung, Simon Grosse-Holz, Natalia Lelental, Piotr Lewczuk, Eva Wenzel, Johannes Kornhuber and Teja W. Groemer (2015) Surface trafficking of APP and BACE in live cells. (Traffic)