… analog, digital oder doch besser blended care? Künstliche Intelligenz und Psychotherapie
Liebe Kolleginnen und Kollegen
künstliche Intelligenz (KI) ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - auch nicht aus der Psychotherapie. Wir nutzen KI gestützte Programme und Spracherkennungsmodule zur Dokumentation und Berichterstellung, erheben digitalisiert psychische Beschwerden, betreiben EDV-basiert Verlaufsmonitoring und evaluieren die Effekte unserer Therapien. Wir verschreiben DIGAs, die als Blended Therapy, Chatbots, JITAIs (Just-in-Time Adaptive Interventions) u.a. genutzt, niederschwellig, orts- und therapeutenunabhängig und zudem noch effektiv sind. Die Analyse großer Datenmengen, der Einsatz moderner Datenanalysen, maschinellen Lernens und algorithmische Systeme eröffnet neue Perspektiven durch KI basierte Clinical Decision Support Systeme für individualisierte und möglicherweise passgenauere Psychotherapieinterventionen. Nicht nur unsere Patientinnen und Patienten greifen auf ChatGPT oder andere Large Language Model basierte KI-Chatbots zur Informationsgewinnung, Problemklärung usw. zurück. Es wird immer wichtiger, bei der Anamnese die Nutzung von Social Media oder generativer KI zu erfragen. Es wäre naiv, den Einfluss von KI auf den therapeutischen Prozess und die therapeutische Beziehung auszublenden.
Durch die Digitalisierung entstehen neue Chancen und Perspektiven, aber auch Risiken. Datenschutz und Datensicherheit, fehlende Transparenz, ethische Probleme, die KI Phänomene Halluzinationen und Sycophancy – das Generieren sachlich falscher KI Antworten und digitales Ja-Sagertum – um nur wenige Diskussionsthemen im Umgang mit KI zu nennen. Und uns als Psychotherapeutinnen und –therapeuten beschäftigt natürlich auch, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf unsere Tätigkeit und unsere Berufsgruppe haben wird. Werden wir durch ChatBots ersetzt?
Es ist ein spannendes und facettenreiches Feld, deren Entwicklungsgeschwindigkeit und Dynamik uns herausfordert und manchmal überfordert. Daher wird es Zeit, dass wir die diesjährige Tagung diesem Thema widmen!
Programm:
14.00 bis 14.15 Uhr: Begrüßung - Christiane Waller (Nürnberg)
14.15 bis 15.00 Uhr: Analog, digital oder doch besser blended care? Neugierde, Skepsis und Staunen einer Psychotherapeutin - Barbara Stein (Nürnberg)
15.00 bis 15.45 Uhr: Wenn Chatbot zu Psychotherapeuten werden: Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz in der Psychotherapie - Harald Baumeister (Ulm)
16.30 bis 17.15 Uhr: Auf der virtuellen Couch: Neue Technologien und KI in der psychodynamischen Psychotherapie - Rüdiger Zwerenz (Mainz)
17.15 bis 18.00 Uhr: Die Kamera als Dritter im Bunde. Praxisbericht: Videografierte Gruppentherapie-Hybride Supervision - Teresa Möhr/Michaela Fitzl (Nürnberg)
Die Referentinnen und Referenten:
Frau Dr. Dipl. Psych. Barbara Stein, Ltd. Psychologin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Klinikum Nürnberg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität PMU; Leiterin des Psychosomatischen Konsiliar-/Liaisondienstes und der Abteilung Psychoonkologie; PMU Lehrverantwortliche für soziale und kommunikative Kompetenz; Forschungsschwerpunkt: Versorgungsforschung für Integrative Versorgungsansätze, Psychoonkologie;
Herr Prof. Dr. Dipl. Psych. Harald Baumeister, Leiter der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie und Leitungsmitglied der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz, Institut für Psychologie und Pädagogik, Universität Ulm sowie Mitglied der Deutschen Zentren für psychische Gesundheit (DZPG) und Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) mit einem Forschungsschwerpunkt in den Bereichen "digitale psychische und verhaltensbezogene Gesundheit" sowie "Psychotherapiewirksamkeits- und -prozessforschung".
Herr Prof. Dr. Dipl. Psych. Rüdiger Zwerenz, Leitung Schwerpunkt E-Mental-Health der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Forschungsschwerpunkt: Entwicklung und Evaluation transdiagnostischer digitaler psychodynamischer Interventionen mit einem aktuellem Fokus auf diskriminierungs- und diversitätssensible partizipative Forschung
Frau Dr. Teresa Möhr, Oberärztin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinikum Nürnberg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität; Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärztin für Innere Medizin; Schwerpunkt: Integrierte Versorgung, Mentalisierungsbasierte Psychotherapie (MBT)
Frau Michaela Fitzl, Weiterbildungsassistentin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinikum Nürnberg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität; Fachärztin für Anästhesiologie, Schwerpunkt: Mentalisierungsbasierte Psychotherapie (MBT)
Gebühr: 50,- €
Die Tagungsgebühr bitten wir am Veranstaltungstag bar zu bezahlen, Kartenzahlung ist leider nicht möglich!
Anmeldung über das Anmeldeformular.
Bitte bringen Sie auch Ihre Barcodes für Punkte der BLÄK mit.
Das Tagungsbüro öffnet um 13.00 Uhr. Bitte kommen Sie rechtzeitig.
Veranstaltungsort:
Nürnberger Akademie, Marmorsaal des Presse-Clubs Nürnberg
Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg
Wir freuen uns auf diese Tagung und laden Sie dazu sehr herzlich ein, mit uns am 21.Oktober 2026 von 14:00 bis 18:00 Uhr zu diskutieren!
Ihre Christiane Waller und Barbara Stein und das Team der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie