Orthopädische Forschung umfasst ein breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen. In unserer Klinik konzentrieren wir uns auf klinische Studien, biomechanische Analysen, molekulare Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Therapieverfahren. Dabei reicht unser Forschungsspektrum von der Untersuchung zellulärer Mechanismen bis hin zur Anwendung Künstlicher Intelligenz in der Rehabilitation.
Forschung in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Welche Arten von orthopädischer Forschung gibt es?
Was sind die neuesten Fortschritte in der orthopädischen Chirurgie?
Zu den bedeutendsten Fortschritten gehören KI-basierte Diagnostik- und Therapieverfahren, personalisierte Medizin sowie regenerative Therapieansätze. In unserer Klinik setzen wir diese Innovationen bereits erfolgreich in der Forschung ein und entwickeln sie kontinuierlich weiter.
Kniegelenksverletzungen und patellofemorale Instabilität
Die Erforschung von Kniegelenksverletzungen mit besonderem Fokus auf die patellofemorale Instabilität bildet einen zentralen Schwerpunkt unserer Abteilung. Wir untersuchen operative Stabilisierungsverfahren wie die MPFL-Rekonstruktion hinsichtlich ihrer klinischen und funktionellen Ergebnisse. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse osteochondraler Begleitverletzungen nach Patellaluxation sowie der Entwicklung differenzierter Behandlungsalgorithmen für unterschiedliche Instabilitätsgrade.
Arthroskopische Rekonstruktionsverfahren
Die Weiterentwicklung und wissenschaftliche Evaluation arthroskopischer Operationstechniken gehört zu unseren langjährigen Forschungsschwerpunkten. Wir analysieren minimalinvasive Rekonstruktionsverfahren an Knie- und Schultergelenk mit dem Ziel, Operationsergebnisse systematisch zu verbessern und evidenzbasierte Empfehlungen für die chirurgische Praxis zu erarbeiten.
Knorpeltherapie (ACI – Autologe Chondrozytenimplantation)
Im Bereich der biologischen Knorpelregeneration erforschen wir die Autologe Chondrozytenimplantation (ACI) als zellbasiertes Verfahren zur Behandlung umschriebener Knorpeldefekte. Unsere Studien untersuchen Langzeitergebnisse, Einflussfaktoren auf den Regenerationserfolg und die Weiterentwicklung der Indikationsstellung für dieses anspruchsvolle Therapieverfahren.
Meniskuschirurgie und septische Komplikationen
Wir erforschen operative Strategien der Meniskuschirurgie einschließlich meniskuserhaltender Verfahren und deren funktioneller Ergebnisse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse septischer Komplikationen nach arthroskopischen Eingriffen, um Risikofaktoren zu identifizieren und Präventionsstrategien zu entwickeln.
Tibiale Osteotomien und Achskorrektur
Achsfehlstellungen der unteren Extremität können zu einer vorzeitigen Gelenkdegeneration führen. Wir untersuchen tibiale Umstellungsosteotomien hinsichtlich ihrer biomechanischen Auswirkungen und klinischen Ergebnisse, mit dem Ziel, die Indikationsstellung zu optimieren und den langfristigen Gelenkerhalt zu verbessern.
Radiologische Messtechnik und Bildgebung
Die Entwicklung und Validierung präziser radiologischer Messverfahren ist ein methodischer Schwerpunkt unserer Forschung. Wir arbeiten insbesondere an der standardisierten Messung des posterioren Tibiaslopes sowie an der Analyse von Malrotationseinflüssen auf die Gelenkbiomechanik. Diese bildgebungsbasierte Forschung bildet die Grundlage für eine individualisierte Operationsplanung.
Inflammation bei degenerativen Erkrankungen und stadienadaptierte konservative Arthrosetherapie
Entzündliche Prozesse spielen eine zentrale Rolle in der Entstehung und Progression degenerativer Gelenkerkrankungen. Wir erforschen die zugrunde liegenden inflammatorischen Mechanismen und entwickeln stadienadaptierte konservative Therapiekonzepte, die eine individualisierte Behandlung je nach Schweregrad der Arthrose ermöglichen.
Rotatorenmanschettenrekonstruktion und Schulterfunktion
Die operative Versorgung von Rotatorenmanschettenrupturen und die systematische Analyse der postoperativen Schulterfunktion sind wesentliche Forschungsthemen unserer Abteilung. Wir evaluieren verschiedene Rekonstruktionstechniken hinsichtlich ihrer funktionellen Ergebnisse und setzen dabei unter anderem die isometrische Schulterkraftmessung als objektiven Outcome-Parameter ein. Die standardisierte Erfassung der Kraftentwicklung erlaubt eine differenzierte Bewertung des Behandlungserfolgs.
Septische Schultergelenkarthritis
Infektionen des Schultergelenks stellen eine schwerwiegende Komplikation dar und erfordern ein interdisziplinäres Behandlungskonzept. Wir erforschen diagnostische Algorithmen und operative Behandlungsstrategien der septischen Schultergelenkarthritis mit dem Ziel, die Früherkennung zu verbessern und Therapieergebnisse zu optimieren.
Verletzungsprävention im Leistungssport
Ein wesentlicher Forschungsschwerpunkt ist die systematische Analyse sportartspezifischer Verletzungsmuster und -mechanismen. Im Bereich der olympischen Kampfsportarten, insbesondere im Taekwondo, untersuchen wir typische Verletzungen an Hand, Fuß, Muskulatur und Ellenbogen, um gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln. Im Profifußball analysieren wir in Kooperation mit dem 1. FC Nürnberg Verletzungsmechanismen und Return-to-Sport-Verläufe auf höchstem Leistungsniveau.
Kreuzbandverletzungen im Fußball bei Männern und Frauen
Verletzungen des vorderen Kreuzbandes zählen zu den schwerwiegendsten Verletzungen im Profifußball. Wir untersuchen geschlechtsspezifische Unterschiede in Verletzungsmechanismen, -häufigkeit und Rehabilitationsverläufen. Unsere Forschung zielt darauf ab, evidenzbasierte Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln, die den unterschiedlichen anatomischen und biomechanischen Gegebenheiten bei Männern und Frauen Rechnung tragen.
Muskel- und Sehnenverletzungen und MRT-basierte Diagnostik
Muskel- und Sehnenverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Sport. Wir erforschen den Einsatz der MRT-Bildgebung zur präzisen Klassifikation und Prognoseabschätzung dieser Verletzungen. Ziel ist es, bildgebungsbasierte Kriterien zu entwickeln, die eine evidenzbasierte Therapieentscheidung und eine sichere Return-to-Sport-Planung ermöglichen.
Orthobiologische Therapieformen bei degenerativen Erkrankungen
Orthobiologische Verfahren wie Platelet-Rich Plasma (PRP), Hyaluronsäure und autologe Zelltherapien gewinnen in der Behandlung degenerativer Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Wir untersuchen die Wirksamkeit und Indikationsstellung dieser regenerativen Therapieansätze mit dem Ziel, ihre Rolle im Gesamtbehandlungskonzept evidenzbasiert zu definieren.
KI-basierte Rehabilitations- und Belastungssteuerung
Die Integration von Künstlicher Intelligenz in die postoperative Rehabilitation eröffnet neue Möglichkeiten der individualisierten Therapiesteuerung. Auf Grundlage digitaler Rehabilitationsdaten entwickeln wir prädiktive Modelle, die den Heilungsverlauf frühzeitig einschätzen und die Belastungssteuerung personalisiert anpassen können. Pilotstudien unserer Abteilung konnten bereits relevante Prädiktoren für das funktionelle Outcome identifizieren.
KI-basierte Verletzungsanalyse im Leistungssport
In Kooperation mit dem 1. FC Nürnberg und dem Fraunhofer-Institut erforschen wir den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Analyse und Prävention von Verletzungen im Profifußball. Durch die Verknüpfung von Trainings-, Belastungs- und Gesundheitsdaten sollen individuelle Verletzungsrisiken frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen gezielt eingeleitet werden.
Knorpelbiologie und Osteoarthritis-Pathogenese
Auf zellulärer und molekularer Ebene erforschen wir die Mechanismen der Knorpeldegeneration und die Pathogenese der Osteoarthritis. Die Untersuchung zellulärer Signalwege und entzündlicher Mediatoren soll dazu beitragen, neue therapeutische Ansatzpunkte zu identifizieren und das Verständnis der Arthroseentstehung grundlegend zu erweitern.
Komplementsystem und Entzündungsreaktionen
Die Rolle des Komplementsystems bei muskuloskelettalen Entzündungsreaktionen ist Gegenstand unserer translationalen Forschung. Wir untersuchen, wie Komplementaktivierung zur Gelenkdestruktion beiträgt, und erforschen mögliche therapeutische Interventionen, die auf eine gezielte Modulation dieser Entzündungskaskaden abzielen.
PEMF-Therapie (Pulsed Electromagnetic Field)
Die gepulste elektromagnetische Feldtherapie (PEMF) ist ein vielversprechender Ansatz zur Förderung der Geweberegeneration. Wir untersuchen die biologischen Wirkmechanismen und die klinische Wirksamkeit der PEMF-Therapie bei muskuloskelettalen Erkrankungen, insbesondere hinsichtlich ihrer Effekte auf Knorpelregeneration und Entzündungshemmung.
Kontakt
Möchten Sie mehr über unsere Forschungsaktivitäten erfahren oder sich über Teilnahmemöglichkeiten an klinischen Studien informieren? Unser Forschungsteam steht Ihnen gerne zur Verfügung.
Lernen Sie unser Forschungsteam kennen: