Die PAP-Lappenplastik (Profunda Artery Perforator) ist eine Methode der Brustrekonstruktion, bei der Gewebe von der Innenseite des Oberschenkels verwendet wird. Es besteht aus Haut und Fett, die Muskulatur bleibt dabei vollständig erhalten. Die Narben liegen unauffällig an der Oberschenkelinnenseite.
Bei der TMG-Lappenplastik (Transverse Myocutaneous Gracilis) wird ebenfalls Gewebe aus dem Oberschenkel entnommen, zusätzlich ein kleiner Teil des Gracilis-Muskels. Dieser Verlust ist in der Regel kaum spürbar, und auch hier verlaufen die Narben gut versteckt an der Innenseite des Oberschenkels.
Beide Verfahren ermöglichen eine natürliche Brustform und eignen sich besonders für sehr schlanke Patientinnen.
Exemplarischer Ablauf einer Brustrekonstruktion mit PAP- bzw. TMG-Lappenplastik:
Vorbereitung
- Ausführliches Beratungsgespräch mit der Chirurgin oder dem Chirurgen
- Klärung von Erwartungen, Risiken und individuellen Voraussetzungen
- Untersuchung der Oberschenkelgefäße (Computertomographie mit Kontrastmittel und Ultraschall)
- Planung der Operation mit Anzeichnung
Am Operationstag
- Dauer der Operation in der Regel drei bis fünf Stunden
- Durchführung unter Vollnarkose
- Anlage von pneumatischen Kompressionsstrümpfen zur Thromboseprophylaxe
- Entnahme von Haut- und Fettgewebe aus dem Oberschenkel
- Wichtig: Die Oberschenkelmuskulatur bleibt beim PAP erhalten, beim TMG wird eine kleine Spindel mitgenommen
- Freilegen der versorgenden Blutgefäße (Perforatorgefäße)
Übertragung des Gewebes
- Verpflanzung des entnommenen Gewebes in die Brustregion
- Anschluss der feinen Blutgefäße (Arterie und Vene) unter dem Mikroskop
- Fluoreszenzangiographie zur Steigerung der Verfahrenssicherheit
- Modellierung einer neuen Brustform aus dem Eigengewebe
Verschluss der Entnahmestelle
- Straffung und Verschluss des Oberschenkels
- Einlage von Drainagen zur Wundheilung
Nach der Operation
- Überwachung auf der Spezialstation (Durchblutung des Gewebes)
- Krankenhausaufenthalt in der Regel drei bis sieben Tage
Mögliche Folgeeingriffe
- Feinkorrekturen der Brustform
- Anpassung der Gegenseite (z. B. Straffung oder Verkleinerung)
- Rekonstruktion der Brustwarze und des Warzenhofs