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    Drillinge im Nürnberger Südklinikum: Herzlich willkommen auf der Welt, Lukas, Lisa und Lara!

30.03.2026

 

Bei Tina und Christian M. ist seit dem 6. Juni 2025 alles anders. An diesem Tag wurden ihre Kinder Lukas, Lisa und Lara geboren – als erste Drillinge des Jahres. Wie es ist, auf einen Schlag eine fünfköpfige Familie zu sein, warum das „L-Team“ im Klinikum Nürnberg auf die Welt kam und was es mit der Päppel-Station auf sich hat, lesen Sie hier.

 

10.08 Uhr, 10.09 Uhr, 10.11 Uhr: Am 6. Juni 2025 ging es Schlag auf Schlag. Rund eine halbe Stunde dauerte die Geburt – dann waren Lukas, Lisa und Lara da. In der 31. Schwangerschaftswoche per geplantem Kaiserschnitt auf die Welt geholt und damit ein bisschen zu früh – aber grundsätzlich gesund und wohlauf.

„Da wir bei der letzten Untersuchung festgestellt hatten, dass Laras Zustand problematischer wurde, haben wir gemeinsam mit der Familie entschieden, nicht länger zu warten“, erinnert sich Dr. Evelyn Hauenstein, Bereichsleiterin der Abteilung Geburtshilfe in der Klinik für Frauenheilkunde. Lara ist von den dreien die Kleinste und brauchte sofort nach der Geburt eine Atemunterstützung, da die Lunge noch nicht ganz ausgereift war.

„Es ist normal, dass Drillinge vor dem Termin auf die Welt kommen und dass sie nach der Geburt auf der neonatalogischen Intensivstation versorgt werden. Sie sind in der Regel deutlich kleiner und schwächer als Einzel-Babys und brauchen erst mal eine Rundum-Betreuung“, erklärt Dr. Evelyn Hauenstein. „Lukas, Lisa und Lara konnten jedoch schon sehr bald auf unsere sogenannte Päppel-Station verlegt werden. Das ist ein eigenes Zimmer für Frühchen, die zu fit sind für die eigentliche Intensivstation – das Zimmer ist aber auch mit der nötigen intensivmedizinischen Technik ausgestattet. Hier können die Kleinen ganz in Ruhe ins Leben starten und mit den Eltern zusammen sein.“

Dr. Hauenstein leitet seit Jahresbeginn die Geburtshilfe am Nürnberger Südklinikum. Die gebürtige Nürnbergerin bringt umfangreiche Expertise mit: Sie ist Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und neben dem Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin trägt sie die Zusatzbezeichnung medikamentöse Tumortherapie. Vor allem aber brennt sie für die Pränataldiagnostik und die ganz praktische Geburtshilfe, von der natürlichen Geburt bis zu Beckenendlagen oder eben Mehrlingsgeburten.

 

Große Expertise für Mehrlingsgeburten

Letztere sind keine Seltenheit im Klinikum Nürnberg. 2024 kamen 100-mal Zwillinge zur Welt, dreimal gab es sogar Drillinge. In diesem Jahr sind Lukas, Lisa und Lara das erste Baby-Trio. „Mehrlingsgeburten sind natürlich immer eine besondere Herausforderung für uns in der Geburtshilfe, aber wir haben auch viel Erfahrung und dank der kurzen Wege zu allen kindermedizinischen Disziplinen eine bestmögliche Infrastruktur“, sagt Dr. Evelyn Hauenstein. Im Klinikum Nürnberg mit dem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe sei man auf Mehrlinge deshalb sehr gut vorbereitet, auch gebe es das entsprechend geschulte Personal. „Eltern, die Mehrlinge erwarten, können bei uns auf eine rundum sichere Geburt vertrauen. Ich freue mich jedes Mal, wenn das wie bei der Familie M. so gut klappt.“

 

Entspannter als gedacht

Gut klappen – das tut es inzwischen auch im Alltag der jungen Großfamilie. Sie hätten sich inzwischen „eingegrooved“, sagen die Eltern. Gut sechs Wochen nach der Geburt konnten Lukas, Lisa und Lara nach Hause. Noch einen Monat später, Mitte August, sind sie schon ordentlich gewachsen. „Lukas wiegt inzwischen vier Kilo, Lisa 3,6 und Lara 3,7 – alle haben seit der Geburt schon mehr als zwei Kilo zugenommen“, berichtet Tina M.. Das Stillen allein reicht nicht, die 36-Jährige stockt mit Pre-Milch auf. Beruflich hat sich die Wirtschaftsingenieurin mit ihrem Mann arrangiert. Sie ist jetzt in Elternzeit, er arbeitet viel im Homeoffice. „Irgendwie hat immer einer von uns ein Baby auf dem Arm, aber es ist entspannter, als wir dachten“, berichtet Tina M.

Nicht ganz so entspannt war dagegen der Moment, als sie erfuhren, dass sie Eltern von Drillingen werden. „Wir hatten uns nach vielen erfolglosen Versuchen für eine künstliche Befruchtung entschieden. Da sind Zwillinge nicht ausgeschlossen, damit haben wir gerechnet. Als der Arzt dann aber ganz früh in der Schwangerschaft drei Herztöne feststellte, musste ich im ersten Moment schon kurz schlucken. Denn eigentlich wollten wir als Eltern nicht in Unterzahl geraten“, sagt Tina M. lachend.

Immerhin: Tina und Christian M. konnten sich (und ihre Wohnung in Fürth) frühzeitig darauf vorbereiten, plötzlich ein Fünfer-Team zu werden. Und in vielen Fragen tauschen sie sich mit anderen Eltern im ABC-Club, einem Netzwerk für Mehrlings-Eltern, aus. Auch die Namensfindung fiel nicht schwer. „Mein Mann wachte mitten in der Nacht auf und hatte die Idee“, erinnert sich Tina M. Kurze Namen sollten es sein, Namen, die man auf der ganzen Welt richtig aussprechen kann, und Namen, die mit demselben Buchstaben beginnen: Lukas, Lisa, Lara.

Wenn sie an die Schwangerschaft und die Geburt im Klinikum Nürnberg zurückdenkt, fällt Tina M. vor allem eines ein: Dankbarkeit. „Nachdem klar war, dass es Drillinge werden, stand schnell fest, dass wir ins Südklinikum gehen. Ich habe mich hier wirklich sehr gut aufgehoben gefühlt – vor allem, als sich zeigte, dass sich Lara langsamer entwickelte als die anderen beiden, und ich am Ende wöchentlich zur Kontrolluntersuchung hier war. Das Team von Dr. Hauenstein war sehr verständnisvoll und hat mir nicht einen Moment das Gefühl vermittelt, Angst haben zu müssen.“

Auch bei der Entscheidung, die Geburt auf den 6. Juni zu terminieren, fühlte sich Tina M. gut beraten. „Laras Zustand ist ab der 23. Schwangerschaftswoche kritisch geworden. Klar wollten wir so lange wie möglich warten, haben aber dann entschieden, die Kleinen zu holen und nicht über Pfingsten einen Not-Kaiserschnitt zu riskieren.“ Die Geburt verlief dann schnell und ohne Probleme, Papa Christian war dabei. „Wir waren überglücklich, als wir alle drei schreien hörten. Das war für uns ein gutes Zeichen“, sagt Tina M.

 

Schwere Abschiede

Ein bisschen schwer war es dann für die jungen Eltern, als sie Lukas, Lisa und Lara zunächst allein im Krankenhaus lassen mussten. „Nachdem ich von der Wochenstation entlassen worden war, lagen unsere drei ja zuerst auf der Intensivstation und dann im Päppel-Zimmer“, erzählt Tina M. „Wir waren so oft und so lang es ging bei ihnen und haben auch dort übernachtet. Trotzdem fällt der Abschied jedes Mal sehr schwer. Aber ich wusste ja, dass unser Trio in den allerbesten Händen ist.“

 

Bild: Dr. Evelyn Hauenstein, Bereichsleiterin der Geburtshilfe in der Klinik für Frauenheilkunde (l.) mit der Drillings-Mama Tina M. auf der sogenannten "Päppel-Station". Im Hintergrund schlummern Lukas, Lisa und Lara in ihren Bettchen. 

Foto: Julia Peter / Klinikum Nürnberg

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