25.02.2026
Zum Welt-Delirtag am 11. März 2026 lädt das Zentrum für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg zu einer Informationsveranstaltung über Delir ein. Ziel ist es, über Ursachen, Risiken, Prävention und den Umgang mit diesem oft übersehenen, aber ernsten Syndrom aufzuklären.
Unter dem Motto „Delir – die unterschätzte Gefahr!“ öffnet das Klinikum Nürnberg am Mittwoch, 11. März 2026, von 15 bis 17.30 Uhr seine Türen. Der Info-Nachmittag für Betroffene, Angehörige und Interessierte findet auf dem Campus Nord des Klinikums, Prof.-Ernst-Nathan-Straße 1, im Haus 51/Personalkantine statt. Die Theo und Friedl Schöller-Stiftung unterstützt die Veranstaltung.
Ein Delir ist ein akuter Verwirrtheitszustand, der oft bei Erkrankungen, Operationen, Infektionen oder durch Medikamente auftritt. Es zeigt sich durch gestörte Aufmerksamkeit, Unruhe, Aggressivität, Schläfrigkeit oder Halluzinationen. Anders als oft angenommen, ist es keine Form der Demenz und nicht die Folge eines Alkoholentzugs. Dennoch wird ein Delir häufig verkannt oder mit anderen Bewusstseinsstörungen verwechselt, sowohl im klinischen Alltag als auch zu Hause.
Frühe Gegenmaßnahmen helfen
Wichtig ist, ein Delir früh zu erkennen: Schulungen und Informationen ermöglichen gezielte Prävention und sichere Versorgung. So lassen sich Komplikationen, gefährliche Situationen und Unwohlsein deutlich reduzieren. Das Klinikum Nürnberg schult seine Mitarbeitenden deshalb regelmäßig, etwa bei praktischen Übungen in einem „Delir-Raum“ oder mit Informationskarten.
„Ein Delir kann jeden treffen – besonders ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen. Deshalb ist es wichtig, Warnzeichen zu kennen und früh zu handeln, oft mit einfachen nichtmedikamentösen Maßnahmen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Markus Gosch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2, Schwerpunkt Geriatrie. Er wird einen Impulsvortrag halten. „Mit dieser Veranstaltung möchten wir Angehörigen und Fachpersonal praxisnahes Wissen vermitteln, um die Versorgungsqualität und Patientensicherheit zu verbessern.“
In weiteren Vorträgen geben die pflegerische Leiterin der Geriatrie, Tanja Vaheri, und Gerontologin Petra Gundacker Angehörigen Strategien an die Hand. Die Veranstaltung bietet neben Fachvorträgen Raum für Austausch und persönliche Fragen. Informationsstände verschiedener Einrichtungen und Initiativen ergänzen das Programm, darunter die Angehörigen- und Demenzberatung Nürnberg und das Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: per E-Mail an alterszentrum@klinikum-nuernberg.de oder online unter go.klinikum-nuernberg.de/Welt-Delirtag_11032026
Bild: Ein neuer Baustein zur Delir-Prävention am Klinikum Nürnberg sind Patientenboxen für Brillen, Hörgeräte und Zahnprothesen. Die Hilfsmittel, die für die Orientierung enorm wichtig sind, können so bis kurz vor einer Operation beim Patienten bleiben und stehen ihm unmittelbar nach dem Aufwachen aus der Narkose wieder zur Verfügung.
Foto: Luisa Schuster, Klinikum Nürnberg