Notfallservice
  • Spezialisten des Klinikums Nürnberg versorgen Schweizer Brandopfer

    Nach dem verheerenden Feuer im Schweizer Skiort Crans Montana wird ein Brandopfer im Nürnberger Zentrum für Schwerbrandverletzte behandelt.

05.01.2026

Nach der verheerenden Feuer-Katastrophe im Schweizer Skiort Crans Montana hat das Klinikum Nürnberg in der Nacht zum 3. Januar 2026 ein Brandopfer aufgenommen, das jetzt im Zentrum für Schwerbrandverletzte intensivmedizinisch behandelt wird. In dem Zentrum arbeiten drei Kliniken mit einem interdisziplinären Team eng zusammen, sodass Patientinnen und Patienten mit schwersten Brandverletzungen adäquat behandelt werden können.

Es war die Schock-Nachricht zum Jahreswechsel: Im Schweizer Ski-Ort Crans Montana sind in der Silvesternacht bei einem Feuer in einer Bar 40 Menschen gestorben, weitere 119 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Das Klinikum Nürnberg spricht den Angehörigen der Verstorbenen sein Beileid aus und wünscht ihnen in diesen schweren Stunden viel Kraft.

Weil die Kapazitäten der Kliniken in der Umgebung zur Behandlung aller Verletzten gleichzeitig nicht ausreichten, wurden diese auch in Krankenhäuser im benachbarten Ausland geflogen – so auch ins Klinikum Nürnberg. Aktuell wird ein Brandopfer im Zentrum für Schwerbrandverletzte auf dem Campus Süd behandelt.

Klinikum Nürnberg hat weitere Kapazitäten angeboten

„Unser Zentrum für Schwerbrandverletzte ist eines von drei auf schwere Brandverletzungen spezialisierten Zentren in Bayern“, erklärt Dr. med. univ. Moritz Billner, Leitender Oberarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie. Deren Chefarzt Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h. c. Denis Ehrl leitet das Zentrum und arbeitet eng mit Univ.-Prof. Dr. Jens Kubitz von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin sowie Dr. Karl Bodenschatz von der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie und Kinderurologie zusammen.

Das Nürnberger Zentrum für Schwerbrandverletzte zählt mit seinen acht Betten und einem eigenen Operationssaal zu den größten und modernsten in ganz Deutschland. „Wir sind interdisziplinär aufgestellt und arbeiten mit einem hoch qualifizierten Team aus plastischen Chirurgen, Anästhesisten, Pflegekräften, Psychologen sowie Ergo- und Physiotherapeuten zusammen“, sagt Prof. Kubitz. „Sowohl aufgrund unserer personellen als auch der technischen Ausstattung sind wir bei solch schlimmen Großschadensereignissen wie jetzt in der Schweiz immer eine wichtige Anlaufstelle – auch wenn es um internationale Hilfe geht. Wir haben dementsprechend weitere Kapazitäten zur Unterstützung angeboten. So konnten wir auch im aktuellen Fall das Brandopfer aus der Schweiz dank dieser interdisziplinären Zusammenarbeit direkt nach der Aufnahme suffizient operativ versorgen.“

Schwerbrandverletzte müssen in spezialisierten Zentren behandelt werden

Gerade bei großflächigen Verbrennungen kommt es auf eine schnelle Versorgung der Wunden und eine adäquate intensivmedizinische Behandlung an – das kann nur ein spezialisiertes Brandverletztenzentrum leisten. Dafür gebe es auch klare Regelungen, so Dr. Billner. „Die schwerbrandverletzten Patienten schweben in der Regel in akuter Lebensgefahr und sind intensivbehandlungsbedürftig. Daher liegen sie auf unserer Schwerbrandverletzten-Intensivstation – das ist eine operative Intensivstation eigens für Verbrennungspatientinnen und -patienten. Bei den Operationen entfernen wir zunächst die betroffene, tiefgradig verbrannte Haut, je nach Lokalisation und Ausdehnung chirurgisch oder durch eine enzymatische Paste. In der Folge müssen die Areale dann durch Hauttransplantate gedeckt werden. Hierfür sind meist mehrere operative Eingriffe nötig.“ In der Folge sind Schwerbrandverletzte extrem pflegeintensiv. „Sie benötigen tägliche und aufwendige Verbandswechsel, sie sind lange auf der Intensivstation und brauchen schließlich auch viel Zeit und Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben – denn auch später sind oft Korrektureingriffe nötig. Die dauerhafte Anbindung an ein Schwerbrandverletztenzentrum ist unabdingbar.“

Für das Nürnberger Zentrum für Schwerbrandverletzte war es keine Frage, Hilfe anzubieten für die Schweizer Brandopfer. „Wir sind vorbereitet und können noch weitere Patientinnen und Patienten aufnehmen und dazu beitragen, möglichst viele von ihnen optimal zu versorgen“, fasst Prof. Kubitz zusammen.

Pressemitteilung zum Herunterladen (PDF)

Bild: Dr. med. univ. Moritz Billner (l.), Leitender Oberarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, und Univ.-Prof. Dr. Jens Kubitz von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin.

Foto: Julia Peter / Klinikum Nürnberg

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