07.01.2026
Seit 25 Jahren zeigen die Schülerinnen und Schüler der Peter-Henlein-Realschule in Nürnberg, dass soziales Engagement keine Frage des Alters ist. Jährlich sammeln sie mit Begeisterung Spenden für die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg. Auch im Jubiläumsjahr bleibt ihre Botschaft klar: Niemand soll sich für eine psychische Erkrankung schämen.
Was als spontane Idee begann, ist heute fester Bestandteil des Schullebens. Seit 2001 sammelt die Schülerschaft der Peter-Henlein-Realschule in Nürnberg-Eibach jedes Jahr Spenden für Jugendliche in psychischen Krisen. Gegen Jahresende überbringt eine kleine Delegation die gesammelte Summe, die stets im drei- bis vierstelligen Bereich liegt, persönlich an die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter (KJP).
Beim 25. Mal kamen 825,25 Euro zusammen. Die Klinik nutzt das Geld für Spielsachen und Freizeitaktivitäten, die das Budget nicht abdeckt. Die erste Spende 2001 finanzierte eine Tischtennisplatte. Seitdem folgten unter anderem Tischkicker, Billardtische, ein Sofa, Gokarts, Kletterausrüstung und eine Spielekonsole. Auch ein Kanu-Ausflug und ein Zirkusprojekt wurden ermöglicht.
Verständnis für psychische Erkrankungen schaffen
„Für unsere Patientinnen und Patienten ist es wichtig, sich außerhalb der Therapiezeiten bei Freizeitaktivitäten zu entspannen“, sagt Stationsleiterin Petra Supanta. Wofür die neueste Spende verwendet wird, ist noch offen – auf der Wunschliste stehen ein weiterer Tischkicker und eine Tischtennisplatte für den Garten.
Die Verbindungslehrer Edi Schreiber und Anna Klee-Köppe betreuen die Partnerschaft mit dem Klinikum Nürnberg, die mit ihrer langen Laufzeit eine Ausnahme unter den privaten Förderungen darstellt. Die Idee dazu entstand durch eine zufällige Begegnung, berichtet Schreiber, der Initiator. „Ich traf bei einem Eishockey-Spiel den damaligen Pflegedienstleiter der KJP, Manfred Rose. Wir verstanden uns sofort und beschlossen, dass unsere Schule etwas für ihn organisieren könnte.“ Gesagt, getan: Die Jugendlichen sammeln seitdem kontinuierlich Geld, sei es durch Spendenläufe, Pausenverkäufe oder das Einlösen von Pfandflaschen. Die Schüler organisieren dies nun in der fünften Schulgeneration selbst, über Klassensprecher und Schülermitverantwortung. Oft rundet der Förderverein der Schule die Summe auf. „Es ist ein Selbstläufer geworden, die ganze Schulfamilie kennt das Projekt“, sagt Edi Schreiber.
Viele Mitschüler waren schon Patienten
Die Motivation der Jugendlichen: Sie wollen Gleichaltrigen helfen, die Unterstützung brauchen, und Verständnis für psychische Erkrankungen schaffen. „Immer wieder sind Mitschüler von uns auch Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Wenn jemand nach einer Behandlung zurückkommt, soll er sich nicht schämen, sondern normal empfangen werden. Jeder Mensch ist gleich, dafür setzen wir uns ein“, sagen die Neuntklässler Mikhail Znabin und Greta Ozsváth, zwei der Schülersprecher.
Der Chefarzt der KJP, Dr. Patrick Nonell, zeigt sich begeistert über die langjährige Verbundenheit. „Wir sind euch sehr dankbar für eure treue Hilfe. Ihr zeigt unseren Patientinnen und Patienten, dass sie nicht vergessen werden“, sagte er bei der Übergabe des Spendenschecks. Dr. Nonell lobte auch, wie die Peter-Henlein-Realschule Vorurteile abbaut – das sei mindestens so wichtig wie der Geldwert. „Wenn Kinder und Jugendliche neu zu uns kommen, fürchten sie oft, wie ihr Umfeld sie später aufnimmt. Sie haben Angst, ausgelacht zu werden oder in der Schule nicht darüber reden zu können. Es ist großartig, dass ihr ihnen Brücken baut, denn jeder kann einmal krank werden.“
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg behandelt junge Menschen vom Grundschul- bis zum jungen Erwachsenenalter auf 86 teil- und vollstationären Plätzen an den Standorten Campus Nord und Campus Süd. Dazu kommt ein umfangreiches ambulantes Behandlungsangebot.
Bild: Freude über die treue Verbindung herrscht bei der Spendenübergabe im Dezember 2025 bei (v. li.) Chefarzt Dr. Patrick Nonell, Pflegedienstleiterin Maxi Kuhse, Stationsleiterin Petra Supanta, Verbindungslehrer Edi Schreiber und den Schülersprechern Mikhail Znabin und Greta Ozsváth.
Foto: Luisa Schuster, Klinikum Nürnberg