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  • Neues Stipendium für das Medizinstudium an der PMU in Nürnberg

    Das bayerische Gesundheitsministerium fördert Medizinstudierende, die später im ländlichen Bayern arbeiten wollen - auch an der PMU in Nürnberg.

23.02.2026

Der Freistaat Bayern fördert Medizinstudierende an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Nürnberg mit einem neuen Stipendium. Es deckt die Studiengebühren für jene, die sich verpflichten, nach dem Studium mehrere Jahre im ländlichen Raum als Ärzte zu arbeiten.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention hat ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das Medizinstudierende unterstützt, die in ländlichen Regionen Bayerns tätig werden wollen. Es richtet sich an Universitäten im EU-Ausland, deren Studierende mindestens die Hälfte ihrer Studienzeit bei einem bayerischen Kooperationspartner verbringen.

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg, die mit dem Klinikum Nürnberg seit 2014 einen Studienstandort in Nürnberg betreibt, erfüllt diese Kriterien. Hier erhalten seit dem Studienjahr 2025/2026 zehn Studierende das neue Stipendium. Die Förderung beträgt bis zum Ende der Regelstudienzeit 20.000 Euro jährlich und deckt damit die Gebühren für das fünfjährige Studium an der PMU fast vollständig.

Talent und Fähigkeiten sollen bei der Studienplatzsuche zählen

PMU-Rektorin Prof. Dr. Annemarie Weißenbacher begrüßt die Maßnahme zur Stärkung des Medizinernachwuchses. Für die Rektorin ist zunächst die Eignung eine zentrale Voraussetzung für den Erhalt eines Studienplatzes an der PMU: „Denn an der PMU gibt es – unabhängig vom Standort – ein kompetitives Aufnahmeverfahren.“

Dr. Ines Spieler, administrative Leiterin der PMU in Nürnberg, sieht darin eine Bestätigung des Bildungsauftrags ihrer Universität im Kampf gegen den Ärztemangel. „Das ist ein starkes Signal für die medizinische Versorgung von morgen – und dafür, dass ein Studienplatz von der fachlichen Eignung und vom Ergebnis des Aufnahmeverfahrens abhängen sollte“, sagt Dr. Spieler. „Zwei Drittel unserer Absolventinnen und Absolventen starten bereits heute in der Region Nürnberg und in Bayern in den Beruf. Umso mehr freuen wir uns, unseren Nürnberger Studierenden dieses außergewöhnliche Stipendium bieten zu können“, so Dr. Spieler.

Zu den ersten Stipendiaten zählen Carmina Ottmann, Julia Payr und Linus Kußberger. Sie setzten sich im Aufnahmeverfahren der PMU durch und studieren seit September 2025 in Nürnberg. Dank eines Empfehlungsschreibens der PMU erhielten sie die Förderung. Ohne diese Zuschüsse hätten sie ihr Medizinstudium mit Studienkrediten oder privaten Darlehen finanzieren müssen. Im Gegenzug legten sie sich schon mit Studienbeginn fest, auch einmal ihre Facharztweiterbildung in Bayern zu absolvieren und danach mindestens fünf Jahre außerhalb von Städten und Ballungsräumen zu arbeiten.

Julia Payr sagt: „Ich bin extrem dankbar für dieses Modell, das jungen Menschen hilft, die sich ein Medizinstudium an einer Privatuniversität nicht leisten könnten. Ich komme aus dem Bayerischen Oberland und liebe meine Heimatregion. Ich möchte später gerne mit den Menschen arbeiten, mit denen ich aufgewachsen bin.“ Ihre Kommilitonin Carmina Ottmann ergänzt: „Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert, in der Führungskräfteberatung und im IT-Projektmanagement gearbeitet. Mit den Jahren habe ich aber gemerkt, dass mich eine Sache immer noch mehr interessiert und begeistert: Medizin. Ich lebe selbst auf dem Land in der Fränkischen Schweiz und kann mir eine Arbeit als Ärztin hier sehr gut vorstellen.“

Und Linus Kußberger fügt hinzu: „Im Unterschied zur Landarztquote, bei der man sich seinen Einsatzort nicht aussuchen kann, bietet dieses Programm mehr Freiheit. Natürlich weiß ich jetzt im ersten Studienjahr noch nicht, welche Fachrichtung ich einschlagen werde, aber es stehen einem ja weiter viele Wege offen, ob in der Klinik oder in der Niederlassung.“

Bewerbungsphase bis 7. April 2026

Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, war ein Initiator der EU-Stipendien. „Damit ergänzen wir bestehende Fördermaßnahmen wie die Landarztquote und unsere ,Medizineroffensive 2030‘, mit der wir mehr junge Menschen für den ärztlichen Beruf und die Versorgung ländlicher Regionen gewinnen wollen“, erklärt er. Der Landtagspolitiker begrüßt das anspruchsvolle Auswahlverfahren der PMU. „Der Zugang zum Medizinstudium darf nicht allein von den Schulnoten oder vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“

Die PMU in Nürnberg bietet jährlich 55 Studienplätze für Humanmedizin am Klinikum Nürnberg. Das fünfjährige Studium folgt einem modularen Curriculum im Bachelor- und Mastersystem und zeichnet sich durch Kleingruppen-Unterricht, individuelle Betreuung und hohen Praxisbezug aus. Teil der Ausbildung ist die erste Prüfung des US-amerikanischen Staatsexamens USMLE.

Neben dem neuen Förderprogramm für Medizinstudierende ausländischer EU-Universitäten bietet die PMU weitere Modelle zur Finanzierung der Studiengebühren an. Die Studiengebühr für ein Studienjahr beträgt aktuell 21.930 Euro. Die Bewerbungsphase für das Studienjahr 2026/2027 läuft bis
7. April 2026. Weitere Informationen: https://www.pmu.ac.at/studium-weiterbildung/humanmedizin

Bild oben: Julia Payr, Carmina Ottmann und Linus Kußberger (v. li.) zählen zu den ersten Stipendiaten, die sich für das anschließende Arbeiten im ländlichen Bayern verpflichtet haben.

Fotos: Jakob Lichtenfeld, Luisa Schuster / Klinikum Nürnberg

Pressemitteilung zum Herunterladen (PDF)

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