09.07.2026
Zum 1. Januar 2027 übernimmt das Klinikum Nürnberg die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik. Mit einem gemeinsamen Medizinkonzept haben beide Häuser jetzt die Grundlage für die künftige medizinische Zusammenarbeit geschaffen. Das Konzept setzt Schwerpunkte für die Weiterentwicklung der Nürnberger Klinikstandorte und sichert eine langfristig leistungsfähige Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Region. Für Mitarbeitende und Patienten bleibt das medizinische Angebot im Jahr 2027 weitgehend unverändert.
Seit März 2026 analysieren und entwickeln Expertenteams beider Kliniken die medizinischen Angebote und Versorgungsstrukturen gemeinsam weiter. Ziel ist es, bei der Integration der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik in das Klinikum Nürnberg ab 1. Januar 2027 die Stärken der Standorte gezielt zu nutzen, Doppelstrukturen zu vermeiden und Kompetenzen auszubauen. Die Arbeitsgruppen berücksichtigen organisatorische und wirtschaftliche Bedingungen ebenso wie Strukturvorgaben der Krankenhausreform und den Versorgungsbedarf im Raum Nürnberg.
Das Medizinkonzept, das den Mitarbeitenden beider Häuser am 8. Juli vorgestellt wurde, legt die künftige fachliche Ausrichtung der Klinikstandorte fest. Es sieht je nach Fachbereich örtliche Bündelungen, Spezialisierungen und Verlagerungen vor. Die Umsetzung erfolgt schrittweise. Im Übergangsjahr 2027 geht der Betrieb für Mitarbeitende sowie für Patientinnen und Patienten im Wesentlichen wie gewohnt weiter. Die meisten strukturellen Änderungen greifen ab 2028, also erst, wenn die aktuell entstehenden Kinderklinik-Neubauten beider Häuser in Betrieb sind.
Klinik Hallerwiese wird als Frauenklinik mit Geburtshilfe gestärkt
In der Geburtshilfe behalten sowohl der Campus Süd in Nürnberg-Langwasser als auch der künftige Campus Hallerwiese in St. Johannis ihre großen Abteilungen langfristig mit bewährter Kapazität bei. Mittelfristig wird der Campus Hallerwiese in seiner langen Tradition als Frauenklinik gestärkt: Ab 2028 verlagert das Klinikum Nürnberg seine Frauenheilkunde – also die gynäkologische Versorgung mit Ausnahme des Bereichs Geburtshilfe – vollständig dorthin. Somit entsteht auf dem Campus Hallerwiese eine große Frauenklinik mit etabliertem Brustzentrum und familienorientierter Geburtshilfe; die Klinik kann künftig sektorenübergreifend hochspezialisierte Behandlungen unter einem Dach anbieten.
In der Kinder- und Jugendmedizin setzen der Campus Süd und die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik die pädiatrische, kinderchirurgische und -orthopädische Versorgung langfristig an beiden Standorten fort. Dabei werden örtliche Schwerpunkte entstehen, etwa in der Kinder- und Jugendchirurgie durch die gezielte Verteilung von operativen Eingriffen für verbesserte Planbarkeit. Das Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) für Risikoschwangere, Früh- und Neugeborene mit schweren Erkrankungen konzentriert sich ab 2028 auf dem Campus Süd. Die Cnopfsche Kinderklinik ist künftig weiterhin „perinataler Schwerpunkt“ mit umfassenden Möglichkeiten zur Überwachung von Neugeborenen. Beide Standorte betreiben ihre Kindernotaufnahmen rund um die Uhr weiter. Die Kinderonkologie bleibt zunächst in den gewohnten Räumen auf dem Campus Hallerwiese, bevor sie perspektivisch auf den Campus Süd ziehen soll.
In der Erwachsenenmedizin werden ab 2028 die Innere Medizin, Zentrale Notaufnahme und Intensivmedizin auf dem Campus Nord des Klinikums Nürnberg zusammengeführt. Die Belegabteilungen für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik bleiben bestehen, in enger Abstimmung mit den jeweiligen Hauptabteilungen des Klinikums Nürnberg. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie auf dem Campus Hallerwiese bleibt ebenfalls bestehen und wird im Verbund mit der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie des Klinikums Nürnberg individuelle Schwerpunkte für die beiden Standorte etablieren, um die verfügbaren OP-Kapazitäten möglichst effizient zu nutzen.
Traditionsreiche Namen leben auf dem Campus Hallerwiese fort
Sämtliche Fachgebiete arbeiten ab 1. Januar 2027 jeweils unter einer gemeinsamen, standortübergreifenden Leitungsstruktur, um die geplanten Entwicklungen bestmöglich zu koordinieren und die Leistungsangebote beider Häuser im Sinne der Patientenversorgung weiter auszubauen. Das Klinikum Nürnberg hat die Planungen eng mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie mit dem Verwaltungsrat des Klinikums abgestimmt.
Nach dem Trägerwechsel bleiben bekannte Namenstraditionen gewahrt. Das „Klinikum Nürnberg“ wird zur Dachmarke für alle Standorte. Die heutige Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik an der St.-Johannis-Mühlgasse wird künftig als „Campus Hallerwiese“ in die Marke „Klinikum Nürnberg“ aufgenommen, analog zu dessen „Campus Nord“ an der Prof.-Ernst-Nathan-Straße und zum „Campus Süd“ an der Breslauer Straße. Das Klinikum Nürnberg führt künftig standortübergreifend die Untermarke „Kinderklinikum Nürnberg“ für alle pädiatrischen und kinderchirurgischen Angebote. Der Name „Cnopfsche Kinderklinik“ bleibt darin als Ortsbezeichnung bestehen. Er ergänzt das künftige „Friedl Schöller-Haus“, den Neubau des Kinderklinikums auf dem Campus Süd, der mit seinem Namen an die wichtige Stifterin erinnert.
„Das Medizinkonzept ist eine Gemeinschaftsleistung aller Berufsgruppen beider Häuser. Ihnen gilt unser Dank für die strategische Arbeit“, sagt Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg. „Was wir damit vorlegen, ist ein Rahmenwerk, das die klare Richtung vorgibt und nun ab 2027 schrittweise umgesetzt wird. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig stärken. Durch die gezielte Bündelung von Kompetenzen, eine sinnvolle Schwerpunktbildung und den Abbau von Doppelstrukturen schaffen wir die Voraussetzungen für mehr Qualität, Versorgungssicherheit und langfristige Zukunftsfähigkeit. Dabei orientieren wir uns konsequent an den Anforderungen der Krankenhausreform und stellen die Interessen unserer Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt.“
Die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik und das Klinikum Nürnberg als Maximalversorger spielen eine wichtige Rolle für die stationäre Versorgung in der Metropolregion Nürnberg, insbesondere von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen sowie Schwangeren. In der Geburtshilfe betreuten beide Häuser zuletzt jeweils rund 3.000 Geburten pro Jahr. In den Bereichen Pädiatrie, Neonatologie und Kinderchirurgie behandelt jedes Haus insgesamt rund 7.000 stationäre Patienten pro Jahr. Das medizinische Angebot inklusive Notfallversorgung steht rund um die Uhr bereit. Beide Krankenhäuser errichten aktuell an ihrem jeweiligen Standort einen Neubau für ihre Kindermedizin. Die Fertigstellung beider Bauprojekte ist für 2027 geplant.
Das Klinikum Nürnberg und Diakoneo als Träger der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik besiegelten im Februar 2026 nach langen Verhandlungen die Übernahme zum 1. Januar 2027 durch das Klinikum Nürnberg. Diakoneo bleibt bis dahin Träger und verantwortlich für den Klinikbetrieb. Mit der Integration der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik in das Klinikum Nürnberg entsteht eine der größten Geburtskliniken und einer der größten pädiatrischen und kinderchirurgischen Versorger bundesweit.
Bild: Zusammen in eine starke Zukunft: Die Vorstandsmitglieder des Klinikums Nürnberg Prof. Dr. Achim Jockwig (4. v. re.), Tobias Ludwig (Mitte hinten) und Sabine Beßler (6. v. li.) gemeinsam mit Mitarbeitenden verschiedener medizinisch-pflegerischer Berufe der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik und des Klinikums Nürnberg.
Foto: Rudi Ott, Klinikum Nürnberg