20.05.2026
Zwei Mitarbeitende des Klinikums Nürnberg engagierten sich Anfang 2026 bei einem Hilfseinsatz der „Aktion Feuerkinder“ in Tansania. Katharina Ponath, Leiterin der Funktionsbereiche der Klinik für Urologie, und Anästhesie- und Intensivpfleger Gregor Wittmann unterstützten das Nkoaranga-Hospital bei Arusha gemeinsam mit einem zehnköpfigen Team.
Am Flughafen von Arusha sorgt Katharina Ponath Ende Februar 2026 für Aufsehen. In ihren Koffern: ein urologisches Arsenal. Kathetersysteme, Urinbeutel, ein Endoskop, Infusionszubehör, Desinfektionsmittel. „Gute Vorbereitung ist bei so einem Hilfseinsatz alles“, sagt sie. Dazu noch viel Ware in Containern: Insgesamt transportiert ihre Gruppe rund vier Tonnen Material ins Nkoaranga-Hospital.
Katharina Ponath leitet am Klinikum Nürnberg die Funktionsbereiche der Klinik für Urologie. Zum ersten Mal begleitet sie die „Aktion Feuerkinder“ – ihre Expertise ist gefragt, um endoskopische urologische Eingriffe zu ermöglichen. Das Projekt, 2000 in Rummelsberg gegründet, unterstützt ein kirchliches Krankenhaus bei Arusha. Bisher lag der Fokus auf Kinderorthopädie, vor allem auf der Behandlung von Fehlbildungen der Gliedmaßen. Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte aus Deutschland reisen mehrmals im Jahr an, operieren ehrenamtlich und schulen das lokale Personal.
Zum zehnköpfigen Team der jüngsten Reise gehört wieder auch Gregor Wittmann. Der Anästhesie- und Intensivpfleger, der seit fast 40 Jahren am Klinikum Nürnberg arbeitet, engagiert sich seit 2018 mit Herzblut für die „Feuerkinder“. Seine Improvisationskunst ist oft gefragt – sei es, um Geräte zu reparieren oder, wie diesmal, einen Endoskopieturm einzurichten. Das Klinikum hatte den Gerätewagen ausgemustert und gespendet.
97 Operationen in 15 Tagen
97 Operationen führt das Team in 15 Tagen durch. Vom Morgen bis zum Sonnenuntergang stehen die Helfer an der Seite der örtlichen Belegschaft in den zwei OP-Sälen. Trotz der kurzen Zeit erleben sie, wie Kinder durch die Korrektur von Klumpfüßen, X- oder O-Beinen ihre Beweglichkeit zurückgewinnen – und damit neue Perspektiven.
Diese Erfolge geben Wittmann Kraft für den Alltag. „Ich bin durch das Klinikum so gut ausgebildet, dass ich einem anderen Teil der Welt etwas zurückgeben kann. Von diesen Einsätzen komme ich glücklicher zurück, und alle Anstrengungen sind vergessen.“
Katharina Ponath kennt dieses Gefühl. „In Afrika muss man lösungsorientiert arbeiten. Man sieht die Welt mit anderen Augen. Und man lernt Demut.“ Schon früher half sie mit dem Verein „Die Ärzte für Afrika“ in Ghana und Gambia. Über eine Kollegin entdeckte sie die Entwicklungszusammenarbeit. „Ich liebe einfach die Urologie“, sagt die 52-Jährige. Beruf und Freizeit verschmelzen bei diesen ehrenamtlichen Reisen. Als Gregor Wittmann sie eines Tages im Haus anrief und um Rat für minimalinvasive urologische Eingriffe in Tansania bat, entschied sie sich spontan, selbst mitzufahren.
„Ich war beeindruckt, wie gut organisiert und harmonisch alles ablief“, sagt Katharina Ponath. Sie schulte eine OP-Schwester und einen Arzt des Nkoaranga-Hospitals und wies sie gemeinsam mit einem niederländischen Urologen in die Bedienung der Instrumente ein. Und so stehen in der Bilanz des 44. „Feuerkinder“-Einsatzes erstmals auch zwölf urologische Eingriffe an Erwachsenen. Ein Anfang ist gemacht.
Bild oben: Ein kleiner Patient am Nkoaranga Hospital in Arusha.
Fotos: Gregor Wittmann / Katharina Ponath