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  • Klinikum Nürnberg in Gesprächen mit Bezirkskliniken Mittelfranken

    Thema ist die Zukunft des Zentrums für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR), das aktuell von den Bezirkskliniken betrieben wird.

16.04.2026

Auf Grundlage entsprechender Beschlüsse in den Gremien der beiden kommunalen Häuser führen die Bezirkskliniken Mittelfranken und das Klinikum Nürnberg in den nächsten Monaten vertiefende Gespräche über die zukünftige Fortführung des Zentrums für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR), das aktuell von den Bezirkskliniken betrieben wird.

Hiermit reagieren die Kliniken auf die Veränderungen aus der Krankenhausreform des Bundes. Ziel ist es, gemeinsam eine tragfähige Lösung für die Weiterführung der neurologisch-rehabilitativen Angebote in Mittelfranken durch einen möglichen Übergang des ZNR auf das Klinikum Nürnberg zu entwickeln und so die Versorgung langfristig und zukunftssicher zu gestalten. Für eine finale Entscheidung bedarf es zunächst einer umfassenden Prüfung der möglichen Rahmenbedingungen.

Langfristige Sicherung des Angebots ist das Ziel

Den Gremienbeschlüssen ist ein umfassender strategischer Diskussionsprozess in den Bezirkskliniken Mittelfranken vorausgegangen, die aktuell Träger und Betreiber des Zentrums für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR) am Klinikum am Europakanal in Erlangen sind. Angesichts steigender struktureller und personeller Anforderungen an Kliniken durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz haben sich Unternehmensleitung und Verwaltungsrat der Bezirkskliniken Mittelfranken intensiv mit den Zukunftsperspektiven des ZNR befasst. Dieses ist der einzige akut-somatische Bereich im Versorgungsangebot der Bezirkskliniken. Ein Strukturgutachten des Bayerischen Instituts für Krankenhausberatung bestätigt die Einschätzung, dass der Betrieb des Zentrums in seiner bisherigen Form langfristig nicht mehr sichergestellt werden kann.

Aufgrund der hohen Versorgungsrelevanz der neurologisch-rehabilitativen Angebote des ZNR haben die Bezirkskliniken Mittelfranken im Bemühen um eine langfristige Sicherung der Leistungen bereits erste Gespräche mit dem Klinikum Nürnberg aufgenommen. Das Klinikum Nürnberg betreibt eine der größten neurologischen Kliniken und Stroke Units in ganz Bayern und eignet sich als kommunales Krankenhaus sowie als derzeitiger Hauptzuweiser in das ZNR sehr gut als potenzieller Partner. Eine langfristige Sicherung der neurologisch-rehabilitativen Leistungen des ZNR ist auch aus Sicht des kommunalen Maximalversorgers von hoher Bedeutung für eine stabile Versorgungssituation in der Region.

Beide kommunale Häuser prüfen daher aktuell in ihren Gesprächen, wie die Leistungen des ZNR künftig in bewährter Qualität und unter kommunaler Trägerschaft fortgeführt werden können. Dabei stehen die Kontinuität und Entwicklung der Versorgung sowie die Schaffung verlässlicher Perspektiven für die Mitarbeitenden im Vordergrund. Bis Ende des Jahres werden rechtliche und finanzielle Sachverhalte geprüft sowie die erforderlichen Schritte eines möglichen Übergangs des ZNR auf das Klinikum Nürnberg zwischen beiden Trägern ausgearbeitet.

„Uns ist wichtig, die Zukunft des ZNR verantwortungsvoll und mit Blick auf die Versorgungssicherheit in der Region zu gestalten“, so Peter Daniel Forster, Bezirkstagspräsident des Bezirks Mittelfranken und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bezirkskliniken Mittelfranken. „Mit den Gremienbeschlüssen zu vertiefenden Gesprächen haben wir den Grundstein dafür gelegt, gemeinsam an einer verlässlichen und langfristigen Lösung innerhalb kommunaler Strukturen zu arbeiten.“

Betriebsübergang frühestens ab 1. Juli 2027

Vorbehaltlich der weiteren Vertragsverhandlungen ist ein Betriebsübergang der neurologischen Versorgung an das Klinikum Nürnberg frühestens zum 1. Juli 2027 geplant. Dabei soll das ZNR zunächst für mehrere Jahre weiterhin am Standort Klinikum am Europakanal in Erlangen betrieben werden. Perspektivisch ist ein vollständiger Umzug an den Campus Nord des Klinikums Nürnberg vorgesehen.

Dr. Matthias Keilen, Vorstand Medizin der Bezirkskliniken Mittelfranken, betont: „Dieses Vorgehen hat das Potenzial für einen strukturierten Übergang. Mit der rechtlichen Basis eines Betriebsübergangs können auch die Arbeitsplätze und arbeitsvertragliche Regelungen gesichert werden. Das ist uns besonders wichtig, denn es liegt in unserer Verantwortung, den möglichen Übergang des ZNR insbesondere für unsere Mitarbeitenden bestmöglich zu gestalten und zu begleiten.“

Für das Klinikum Nürnberg ist die Aufrechterhaltung der spezialisierten Leistungsangebote und der hohen Expertise des ZNR von großem Interesse, um insbesondere die nahtlose Weiterversorgung der vielen neurologischen und neurochirurgischen Akutpatienten sicherzustellen und somit eine bestmögliche Genesung zu ermöglichen.

„Als Partner innerhalb der kommunalen Familie arbeiten das Klinikum Nürnberg und die Bezirkskliniken Mittelfranken bereits heute eng zusammen, um eine bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten in Nürnberg und der Region zu gewährleisten. Daher ist der Beschluss zu vertiefenden Gesprächen ein erster logischer Schritt, um gemeinsam die Möglichkeiten einer langfristigen Weiterführung des ZNR zu prüfen“, sagt Oberbürgermeister Marcus König, der Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikums Nürnberg ist.

Der Vorstandsvorsitzende des Klinikums Nürnberg, Prof. Dr. Achim Jockwig, schließt sich dem an: „Die neurologische und neurochirurgische Versorgung, beispielsweise bei Schlaganfällen oder schweren Schädel-Hirn-Verletzungen, ist eine der Kernkompetenzen des Klinikums Nürnbergs. Für die vollständige Genesung dieser Patienten ist nach einer hochqualitativen Akutbehandlung jedoch auch eine zeitnahe und individuell abgestimmte (Früh-)Rehabilitation von entscheidender Bedeutung. Im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung und aller Mitarbeitenden arbeiten wir daher in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Bezirkskliniken Mittelfranken an einer zukunftssicheren Lösung für den Weiterbetrieb des ZNR.“

Über das Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am Klinikum am Europakanal

Im Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation wird das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Das Leistungsangebot umfasst die Akutversorgung ebenso wie die Frührehabilitation und die weiterführende Rehabilitation. Besondere Schwerpunkte bilden die Behandlung von Morbus Parkinson und Epilepsie. Das ZNR verfügt über 145 Betten. Mehr als 250 Mitarbeitende versorgen hier jährlich etwa 1.000 Patientinnen und Patienten.

Bild: Das Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am Klinikum am Europakanal.
Foto: Friends + Pflaumer Studio GmbH

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