25.04.2026
Das Klinikum Nürnberg hat am Samstag, 25. April 2026, planmäßig seine Notstromversorgung auf dem Campus Süd getestet. Der Test sichert die zuverlässige Versorgung der Patienten bei möglichen Stromausfällen und dient den Sicherheitsstandards des Hauses. Das Klinikum beteiligte sich damit an der stadtweiten Katastrophenschutz-Vollübung der Stadt Nürnberg „Black Noris 2026“.
Der Test im Echtbetrieb umfasste alle Gebäude des Campus Süd in Nürnberg-Langwasser. Zwischen 10 und 12.20 Uhr unterbrach das Klinikum als einziges Krankenhaus der Stadt seine reguläre Stromversorgung. Für diese Zeit lief die Versorgung über die Notstromaggregate, die einen Teil des Strombedarfs abdecken. Der Verlauf wurde überwacht und wird nun detailliert aufgearbeitet.
Das Klinikum Nürnberg nutzte die Katastrophenschutz-Vollübung der Stadt Nürnberg „Black Noris 2026“, um am selben Tag parallel die eigenen Notfallstrukturen unter realistischen Bedingungen zu prüfen. Mehrere Monate Vorbereitung gingen der Übung voraus, in denen die Kliniken und Abteilungen des Hauses ihre Stromversorgung analysierten und für verschiedene technische Ausfallszenarien optimierten. Das Klinikum Nürnberg unterzog in der Vergangenheit bereits einzelne Gebäude erfolgreich solchen Blackout-Tests, jedoch noch nie zusammenhängend einen gesamten Campus.
Patientenversorgung lief lückenlos weiter
Die medizinische Versorgung blieb durchgehend gewährleistet. Kritische Bereiche wie Operationssäle, Notaufnahmen, Intensivstationen, Dialyse oder Geburtshilfe erhalten im Klinikum Nürnberg Notstrom und können damit lückenlos wie gewohnt weiterarbeiten. Auch die allermeisten Medizingeräte, die Bereiche für die direkte Patientenversorgung, Aufzüge, Telefonanlage und WLAN blieben in Betrieb.
Da jedoch nicht alle Stromkreise des Hauses notstromversorgt sind, traten Einschränkungen beispielsweise in der Küche und im Bistro auf. Das Mittagessen wurde deshalb als Kaltverpflegung ausgegeben. Fernsehen, Radio, Teile der Beleuchtung, Lüftung und Heizung, ein Teil der Steckdosen und das Kassensystem des Parkhauses waren während des Tests außer Betrieb. Das Klinikum informierte im Vorfeld die Patientinnen und Patienten. In der Notfallversorgung musste sich das Klinikum wegen der Übung nicht bei der Integrierten Leitstelle abmelden. Die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung auf dem Campus Süd blieb im Testzeitraum geschlossen und verwies Patienten an andere Bereitschaftspraxen.
Wertvoller Beitrag zur Krisenvorsorge
Nach knapp zweieinhalb Stunden schaltete das Klinikum auf das öffentliche Netz zurück und arbeitet nun wertvolle Erkenntnisse aus der Übung auf. „Unser Haus hat den Test insgesamt gut bestanden“, sagt Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg. „Angesichts der wachsenden Sensibilität für Energieversorgung und Krisenvorsorge sind kontrollierte Trainings wie ,Black Noris‘ unverzichtbar. Wir sind mit unserer Teilnahme bewusst in Vorleistung gegangen. So testen und verbessern wir die Funktionsfähigkeit unserer technischen Systeme und organisatorischen Abläufe unter realistischen Bedingungen.“ Abgesehen von einer 70-köpfigen Vorbereitungsgruppe waren am Übungstag 150 Mitarbeitende allein wegen „Black Noris“ im Einsatz. „Wir danken unseren zahlreichen Beteiligten für das professionelle Zusammenspiel“, so Prof. Jockwig. „Das dient unserer Patientensicherheit bei einem realen Stromausfall. Die Vorbereitung auf Stromausfälle wird für Krankenhäuser und die Bevölkerung immer wichtiger. Als Krankenhaus der Maximalversorgung sind wir Teil der kritischen Infrastruktur.“
„Eine verlässliche Energieversorgung ist grundlegend für die sichere medizinische Versorgung. Mit regelmäßigen Tests unter Last bleiben wir auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig“, erklärt Dr. Markus Ries, geschäftsführender Direktor des Campus Süd und Mitglied der Einsatzleitung. Nadine Heym, Pflegedirektorin des Campus Süd, ergänzt: „Wir bedanken uns auch bei unseren Patientinnen und Patienten für ihr Verständnis. Unsere Kolleginnen und Kollegen in der Pflege hatten sich ausgiebig vorbereitet, um sie lückenlos zu versorgen. Das hilft uns vorausschauend, wenn einmal ein echter Krisenfall eintritt.“
Günter Schad, Leiter der Abteilung Technik am Klinikum Nürnberg, betont den vorsorglichen Charakter der Maßnahme: „Unsere Notstromsysteme sind auf höchste Zuverlässigkeit ausgelegt. Unsere monatlichen Routine-Notstromtests, aber auch eine Großübung wie diese optimieren das Zusammenspiel von Technik und Organisation und halten unsere Krisenvorsorge auf hohem Niveau. Wir gewinnen hier enorm wichtiges Wissen und können Schwachstellen für die Zukunft beheben.“
Bild oben: Die Operative Einsatzleitung des Klinikums Nürnberg bei der Koordination des Blackout-Tests am 25. April 2026.
Fotos: Jakob Lichtenfeld, Klinikum Nürnberg
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