Mountainbiken, Bergsteigen, aktiv sein – Bewegung gehört für Sigrid Bayerlein lange selbstverständlich zu ihrem Leben. Doch ihr Hüftgelenk macht ihr schon seit der Kindheit Probleme. Mit den Jahren werden die Schmerzen stärker, das Gelenk immer steifer. Irgendwann wird klar: So kann es nicht weitergehen.
Die Ursache liegt in einer angeborenen Hüftdysplasie – einer Fehlanlage des Hüftgelenks. Dabei wird der Hüftkopf nicht ausreichend von der Hüftpfanne überdacht. Das Gelenk wird dadurch instabil, Schmerzen und eine frühzeitige Arthrose sind oft die Folge.
Schon im Jugendalter unterzieht sich die gebürtige Fränkin daher einer Operation zur Korrektur der Fehlstellung – einer sogenannten femoralen und acetabulären Umstellungsosteotomie. Dabei werden Knochen am Becken und am Oberschenkel durchtrennt und neu ausgerichtet. Anschließend stabilisiert ein Gipsverband mit Querstab die notwendige Innenrotation des Gelenks.
Doch der Eingriff bringt nicht den erhofften Erfolg. Stattdessen bleiben funktionelle Einschränkungen und eine Beinverkürzung zurück. Für Sigrid Bayerlein wird diese Erfahrung zu einer schweren Belastung – und zum Beginn einer langen, oft frustrierenden medizinischen Odyssee. „Viele Ärzte hatten keine Erfahrung mit Hüftdysplasien oder waren einfach nicht vertrauenswürdig“, erinnert sie sich. „Außerdem ist die Endoprothetik ein lukratives Feld. Das hat mich immer wieder abgeschreckt.“
Über viele Jahre versucht sie, mit den Beschwerden zu leben – auch beruflich setzt sie sich als orthopädische Schuhmacherin intensiv mit dem Thema auseinander. Doch die Schmerzen nehmen weiter zu, die Beweglichkeit lässt nach.