Notfallservice
  • Patientengeschichte

    Schmerzfrei dank neuem Hüftgelenk

    Endoprothetikzentrum

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Mountainbiken, Bergsteigen, aktiv sein – Bewegung gehört für Sigrid Bayerlein lange selbstverständlich zu ihrem Leben. Doch ihr Hüftgelenk macht ihr schon seit der Kindheit Probleme. Mit den Jahren werden die Schmerzen stärker, das Gelenk immer steifer. Irgendwann wird klar: So kann es nicht weitergehen.

Die Ursache liegt in einer angeborenen Hüftdysplasie – einer Fehlanlage des Hüftgelenks. Dabei wird der Hüftkopf nicht ausreichend von der Hüftpfanne überdacht. Das Gelenk wird dadurch instabil, Schmerzen und eine frühzeitige Arthrose sind oft die Folge.

Schon im Jugendalter unterzieht sich die gebürtige Fränkin daher einer Operation zur Korrektur der Fehlstellung – einer sogenannten femoralen und acetabulären Umstellungsosteotomie. Dabei werden Knochen am Becken und am Oberschenkel durchtrennt und neu ausgerichtet. Anschließend stabilisiert ein Gipsverband mit Querstab die notwendige Innenrotation des Gelenks.

Doch der Eingriff bringt nicht den erhofften Erfolg. Stattdessen bleiben funktionelle Einschränkungen und eine Beinverkürzung zurück. Für Sigrid Bayerlein wird diese Erfahrung zu einer schweren Belastung – und zum Beginn einer langen, oft frustrierenden medizinischen Odyssee. „Viele Ärzte hatten keine Erfahrung mit Hüftdysplasien oder waren einfach nicht vertrauenswürdig“, erinnert sie sich. „Außerdem ist die Endoprothetik ein lukratives Feld. Das hat mich immer wieder abgeschreckt.“

Über viele Jahre versucht sie, mit den Beschwerden zu leben – auch beruflich setzt sie sich als orthopädische Schuhmacherin intensiv mit dem Thema auseinander. Doch die Schmerzen nehmen weiter zu, die Beweglichkeit lässt nach.

Spezialisierte Behandlung im Endoprothetikzentrum

Ein Hinweis aus ihrem Umfeld führt sie schließlich zu PD Dr. Jörg Arnholdt, Leiter des standortübergreifenden Endoprothetikzentrums am Klinikum Nürnberg und am Krankenhaus Lauf. Trotz anfänglicher Skepsis entscheidet sich die 57-Jährige für eine Vorstellung am Standort Lauf – und erlebt einen entscheidenden Unterschied: „Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass sich jemand Zeit nimmt und meine Problematik wirklich versteht.“ Der ausgewiesene Spezialist für komplexe Eingriffe am Knie- und Hüftgelenk gewinnt schnell ihr Vertrauen. Auch die persönliche Atmosphäre überzeugt sie. Nach sorgfältiger Planung fällt die Entscheidung für ein künstliches Hüftgelenk.

Muskelschonende Hüft-OP über den vorderen Zugang

Im Februar 2026 führt PD Dr. Arnholdt den Eingriff minimalinvasiv über den vorderen Zugang durch. Ein besonders muskelschonendes Verfahren, bei dem der Operateur eine natürliche Muskellücke nutzt. So muss keine Muskulatur durchtrennt werden. „Die Patientinnen und Patienten sind bei diesem Verfahren in der Regel deutlich kürzer im Krankenhaus, haben weniger Schmerzen und eine kleinere Narbe“, so PD Dr. Arnholdt, der das Verfahren seit vielen Jahren erfolgreich einsetzt. Im Fall von Sigrid Bayerlein konnte der Schnitt zudem an der Stelle einer früheren Narbe gesetzt werden.

Aufgrund der stark abweichenden Form der Hüftpfanne sowie des Schaftes kommt ein spezielles Hüft-Prothesenmodell zum Einsatz. Dieses lässt sich ohne Zementierung individuell und besonders stabil im Knochen verankern (u. a. mit einem konischen Schaft und einer passgenau eingepressten Gelenkpfanne). Die OP verläuft problemlos. Bereits kurz nach dem Eingriff beginnt die Mobilisation, gefolgt von einer mehrwöchigen Rehabilitation.

Heute blickt sie optimistisch nach vorne. Ihr Ziel ist klar: zurück in die Berge. Eine erste Tour hat sie bereits geplant – den Gratweg zwischen Herzogstand und Heimgarten.

Doch nicht nur sportlich bedeutet die Operation einen Neuanfang. Auch im Alltag träumt sie nach Jahren kostspieliger, orthopädischer Spezialanfertigungen von einer neuen Leichtigkeit: „Ich sehe mich schon zum ersten Mal in meinem Leben in Flip-Flops durch die Stadt laufen.“