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    Schneller fit nach Darm-OP

    Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

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Als Martina Stubenrauch in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie des Klinikums Nürnberg aufgenommen wird, liegt bereits eine belastende Zeit hinter ihr. Seit 2016 kämpft die 69-Jährige immer wieder mit Schüben einer Divertikulitis – einer schmerzhaften Entzündung von Ausstülpungen im Dickdarm. In den vergangenen Monaten waren die Beschwerden so heftig geworden, dass ihr Hausarzt sie schließlich mit der dringenden Empfehlung zur stationären Aufnahme ans Klinikum Nürnberg überweist. „Er hatte Angst, dass der Darm platzen könnte“, erzählt Frau Stubenrauch. Für sie war es ein Wendepunkt.

„Ich habe mich zuerst um meinen Mann gekümmert“

Warum sie so lange gewartet hat? Die Antwort ist persönlich. Viele Jahre sorgte sie für ihren kranken Ehemann. „Ich hatte schon lange sehr schlimme Schmerzen“, sagt sie, „aber mein Mann ging vor.“ Erst nach seinem Tod fasste sie den Entschluss, das Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt zu suchen. Dieser hatte sie bereits im Vorfeld auf eine mögliche Operation vorbereitet, doch die Unsicherheit blieb. Vor allem das Risiko eines künstlichen Darmausgangs machte ihr Sorgen.

Vor Ort trifft Martina Stubenrauch dann auf ein Konzept, das ihr nicht nur medizinisch, sondern auch emotional Sicherheit vermittelt: NuPACE, das Ende 2024 gestartete Fast-Track-Programm in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

Was Fast-Track für Patienten bedeutet

Fast-Track (wörtlich: „schnelle Schiene“) steht für ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das die schnelle Genesung nach einer Darmoperation zum Ziel hat. Am Klinikum Nürnberg kommt es bei sogenannten kolorektalen Eingriffen, also Operationen am Dick- und Enddarm (z. B. Divertikulitis oder Darmkrebs) zum Einsatz. Im Mittelpunkt stehen klar definierte Ziele: weniger Komplikationen, eine raschere Wiederaufnahme der Darmfunktion sowie mehr Sicherheit und Lebensqualität im Genesungsprozess.

Möglich machen dies klar strukturierte Maßnahmen und eine engmaschige Betreuung – vor, während und nach der Operation. Chirurgie, Pflege, Ernährungsberatung sowie Schmerz- und Physiotherapie arbeiten dabei Hand in Hand. „Nur so können wir unser Ziel einer vollständigen und raschen Erholung von diesen komplexen Operationen erreichen“, so Dr. Lars Engel, geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Besonders wertvoll ist für ihn der enge interdisziplinäre Austausch: „Am NuPACE-Konzept schätze ich sehr, dass ich mich vollständig auf mein spezialisiertes Team verlassen kann – und meine Patientinnen und Patienten dadurch jederzeit in besten Händen weiß.“

Mehr Sicherheit im gesamten Behandlungsverlauf

Diese Sicherheit spürt auch Martina Stubenrauch schnell. Bereits im Aufklärungsgespräch lernt sie ihre Fast-Track-Assistenz kennen. Diese begleitet sie als feste Ansprechpartnerin während des gesamten Behandlungsverlaufs und steht ihr beratend zur Seite. „Das Programm hat mir dadurch von Anfang an sehr viel Sicherheit gegeben“, erklärt Martina Stubenrauch. „Ich wusste: Wenn etwas ist, dann kann ich mich jederzeit melden.“

Zusätzlich erhält sie Antibiotika, Informationen zur Darmvorbereitung und kohlenhydratreiche Trinklösungen, um ihren Körper optimal auf die OP vorzubereiten.

Schonende Operation und frühe Mobilisation

Nach einer zusätzlichen Magenspiegelung wegen ihres Refluxes (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre) ist es dann so weit. Der Eingriff selbst verläuft planmäßig und minimal-invasiv – ein Standard im Rahmen des NuPACE-Programms, das auf schonende Operationstechniken setzt. Auch ein künstlicher Darmausgang war nicht notwendig.

Die erste Nacht nach der Operation sei schwierig gewesen, wie die Rentnerin offen zugibt. Am ersten Tag danach kämpft sie zudem mit Kreislaufproblemen. Trotzdem folgt das Team der NuPACE-Philosophie: so früh wie möglich mobilisieren, damit der Darm wieder in Gang kommt.

Und tatsächlich: Von Tag zu Tag geht es besser. Zunächst sind es nur einige Bewegungsübungen. Dann schon die ersten Schritte, bis ihr Physiotherapeut zufrieden scherzt: „Sie laufen mir ja davon.“ Für Martina Stubenrauch war diese Entwicklung sehr überraschend: „Ich konnte mir vorher gar nicht vorstellen, dass man so schnell wieder auf die Beine kommt.“  

Selbstwirksamkeit als Schlüssel

Auch das Patiententagebuch, in dem Erfolge und Zielvorgaben festgehalten werden, spornt sie an. Hier dokumentiert sie ihre Schritte: Essen im Sitzen, Atemübungen, Bewegung, Schmerzskala. „Es war schön, immer das Gefühl zu haben, selbst etwas machen zu können“, stellt sie entschlossen fest.

Im NuPACE-Konzept ist diese Selbstwirksamkeit essenziell, wie auch Jennifer Hutzler, Fast-Track-Assistenz am Klinikum Nürnberg, betont: „Patientinnen und Patienten sind bei uns keine passiven Empfänger von Behandlungen, sondern aktive Teilnehmer am eigenen Heilungsprozess.“ Voraussetzung dafür sei das nötige Wissen, das laut Hutzler Unsicherheiten und Ängste reduziert.

Entlassung und Blick nach vorn

Bereits vier Tage nach der Operation kann die Nürnbergerin entlassen werden. Zu Hause bleibt das NuPACE-Team für Nachfragen telefonisch erreichbar – ein wichtiger Bestandteil der strukturierten Nachsorge, die mögliche Komplikationen früh erkennen soll.

Mehrere Wochen nach Ihrer Darm-OP zeigt sich Frau Stubenrauch zufrieden mit ihrer Entscheidung zur OP und dem gesamten Ablauf. Für sie war die Kombination aus moderner Chirurgie, intensiver Betreuung und strukturierter Anleitung genau das Richtige. Ihr Fazit ist daher klar und richtet sich direkt an andere Betroffene: „Nur keine Angst haben, sondern positiv denken. Es läuft meistens besser, als man denkt.“

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