Schmerzbewältigung

ein Programm für chronische Schmerzpatienten

Die Interdisziplinäre Schmerztagesklinik am Klinikum Nürnberg bietet seit Oktober 2004 ein tagesstationäres Schmerzprogramm für chronische Schmerzpatienten an.

Im dem umfassenden Behandlungsprogramm werden Patienten mit chronischen -nicht tumorbedingten- Schmerzen behandelt, die einen höheren Chronifizierungsgrad aufweisen. Es wird in geschlossenen Gruppenprogrammen behandelt,  Patienten mit Kopf- Rücken-, Nervenschmerzen etc. nehmen gemeinsam an den Programmen teil.

In der Therapie lernen die Patienten ihren Schmerz zu verstehen und ihren Umgang damit allmählich zu verändern. Der körperliche Schmerz ist nicht vom seelischen Schmerz zu trennen. So können z.B. Depressionen und sozialer Rückzug die Antwort auf den körperlichen Schmerz sein. Eine Therapie ist nur dann erfolgreich, wenn dieser Teufelskreis auf körperlicher und seelischer Ebene durchbrochen wird. Bei Bedarf wird der Prozess gezielt mit Medikamenten unterstützt. Mit diesem Behandlungsprogramm wird eine Lücke in der Betreuung von Schmerzpatienten in der Region geschlossen. Allein in Nürnberg leben schätzungsweise 3.700 Menschen, die schwer chronisch krank sind, in ganz Deutschland sind es ca. 600.000 Menschen. 50 Prozent aller Frühverrentungen gehen auf chronische Schmerzen zurück.

 

Häufig behandelte Schmerzerkrankungen

  • Chronische Rückenschmerzen
  • Chronische Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Ganzkörperschmerzen
  • Nervenschmerzen
  • Chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen

 Grundsätzliche Indikationen zur multimodalen Schmerztherapie

  • monodisziplinäre Therapieversuche gescheitert
  • schmerzassoziierte psychische Begleierkrankung
  • psychosoziale Konsequenzen durch Schmerzkrankheit
  • Hohes Chronifizierungsstadium (Chronifizierungsstadium II und II n. Gerbershagen)
  • Räumliche Ausbreitung des Schmerzbildes, Hinzutreten neuer Schmerzbilder, Wechsel des Schmerzcharakters eines Schmerzsyndroms
  • Zunahme der Schmerzdauer/Attacken
  • Relevante Zunahme der körperlichen Folgen
  • Zunahme des Medikamentengebrauchs/Fehlgebrauchs
  • Ineffektiver Medikamentenentzug in anderen stationären Einrichtungen
  • Schmerzpersistenz oder Schmerzbildänderung nach operativer oder anderer interventioneller stationärer Therapie
  • Schmerzbedingte Arbeitsunfähigkeit von mehr als 2 Monaten
  • Soziale Risikofaktoren

Kontraindikationen zur multimodalen Schmerztherapie

  • Ausgeprägte Sprachbarriere (stark eingeschränktes Sprachverständnis)
  • Erhebliche Zusatzerkrankungen bzw. schwere körperliche Einschränkungen
  • Nicht zu gewährleistende Bewältigung der Wegstrecke
  • Unbehandelte Suchtprobleme
  • Akute Suizidalität
  • Generelle Einschränkungen an einem Gruppenprogramm teilzunehmen

 Allgemeine Therapieziele

  • Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und Verringerung des schmerzbedingten Vermeidungsverhaltens.
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung und Erlernen von sinnvollen Bewegungsabläufen bei alltags- und arbeitsrelevanten Tätigkeiten
  • Schmerzlinderung
  • Abbau von Schonverhalten und von Überforderungstendenzen
  • Anpassung / Optimierung der medikamentösen Therapie
  • Stimmungsstabilisierung und Abbau von Ängsten und katastrophisierenden Gedanken
  • Förderung kommunikativer Kompetenz und Ausbau von Sozialkontakten
  • Erhöhung der Fähigkeit, sich selbst zu helfen, Zunahme der gesundheitsbezogenen Lebensqualität

 

 

 

Schmerztagesklinik
 

Fünfwöchiges Behandlungsprogramm

Die tagesstationäre Behandlung dauert insgesamt 5 Wochen, in denen acht Patienten pro Gruppe von Montag bis Freitag von 8:00 bis 15:30 Uhr in die Tagesklinik kommen.
Dort werden sie von Fachärzten aus den beteiligten Kliniken, Psychologen, Physio- und ErgotherapeutInnen und Pflegekräften betreut.
Die Kosten der Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen.

Vor der Aufnahme wird sorgfältig geprüft, Patienten für das Programm geeignet sind oder ob andere Therapiemaßnahmen sinnvoller sind.

Die vorausgehende Beantwortung eines Schmerzfragebogens, das Einsenden aller ärztlichen Befunde und eine zweitägige Voruntersuchung sind verpflichtend.

 

Autorin/Autor: risack/eder

 
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