Intensivmedizin für Neugeborene und Frühgeborene

Gute Entwicklungschancen für Frühchen

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Immer mehr Frühgeburten
Etwa fünf bis acht Prozent aller Geburten in Deutschland sind Frühgeburten. Zu den häufigsten Ursachen zählen Erkrankungen der Mutter, vor allem unbehandelte Scheiden- und Gebärmutterinfektionen. Die steigende Zahl von Frühgeburten in den letzten Jahrzehnten beruht hauptsächlich auf der Zunahme von Mehrlingsschwangerschaften in Folge der assistierten Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation).

Große Fortschritte in der intensivmedizinischen Betreuung Neu- und Frühgeborener wurden in den letzten Jahrzehnten durch ein lückenloses Monitoring erzielt, das eine ständige Anpassung der medizinischen Behandlung und der Ernährung an die aktuelle Behandlungssituation ermöglicht. Seither sind die Chancen auf eine gesunde Entwicklung bei Neu- und Frühgeborenen erheblich gestiegen und sogar extreme Frühchen mit einem Geburtstermin um die 24. Schwangerschaftswoche und einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm haben heute eine gute Überlebenschance.

Eine der Hauptaufgaben des Perinatalogischen Zentrums  ist die intensivmedizinische Behandlung Neu- und Frühgeborener. Denn hier kommen mit einem Anteil von über 14 Prozent an allen Geburten überdurchschnittlich viele Früh- und Risikogeburten zur Welt.

 

 

Die Ärzte der Kinderklinik sind bei Risikogeburten von Anfang an dabei.
Sie untersuchen das Neugeborene gleich nach der Geburt und entscheiden, ob es auf der Wöchnerinnenstation medizinisch weiter betreut werden kann oder ob es sofort auf die Intensivstation verlegt werden muss.

Jedes Jahr werden auf den beiden Intensivstationen unter Leitung von Oberärztin Dr. Sigrun Karsten über 400 Neu- und Frühgeborene betreut, darunter 200 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm.
50 Frühgeborene zählen zur Gruppe der extremen Frühchen. Sie wiegen bei ihrer Geburt weniger als 1.500 Gramm. Bei Neugeborenen zählen Infektionen, Fehlbildungen (z.B. Herzfehler oder Darmverschluss) und angeborene Stoffwechselstörungen z.B. im Kohlenhydrat- oder Aminosäurenstoffwechsel zu den Hauptgründen für die Verlegung auf die Intensivstation.

Einer besonders intensiven Betreuung bedürfen die Frühgeborenen. Ihre Entwicklung ist stark abhängig von der Schwangerschaftswoche, in der sie geboren wurden, ihrer individuellen Reife und Vitalität. Da die Organe bei Frühchen noch nicht vollständig ausgereift sind, sind sie in ihrer Entwicklung besonders gefährdet. Vor allem Infektionen, Hirnblutungen und Darmprobleme sowie die mangelnde Lungenreife bergen große Risiken. Große Fortschritte wurden in den letzten Jahrzehnten bei der Beatmung und der Ernährung gemacht, so dass heute die Entwicklungschancen auch bei Frühgeborenen sehr gut sind.

Die Gesundheit der Frühchen hängt dabei nicht ausschließlich von der intensivmedizinischen und -pflegerischen Betreuung ab. Auch körperliche Berührungen oder der Klang vertrauter Stimmen fördern ihre Entwicklung. Deshalb werden die Eltern angeleitet, ihre Kinder zu füttern, zu pflegen und zu streicheln. Die „Känguru-Methode“, also der intensive Hautkontakt zwischen dem Kind und der Mutter bzw. dem Vater, wird – soweit es der Gesundheitszustand des Kindes erlaubt – ebenfalls gefördert.

Ältere Kinder werden vor allem wegen schweren und lebensbedrohenden Infektionen und akuten Blutzuckerentgleisungen oder nach Unfällen und Vergiftungen intensivmedizinisch behandelt.

Autorin/Autor: Dr. Gisela Kortenhaus

 
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