Hauttumorzentrum Nürnberg

Zielgerichtete Therapie

Die zielgerichtete Therapie (Targeted therapy) erreichte für das metastasierte Melanom im Jahr 2011 den entscheidenden Durchbruch: Der BRAF-Inhibitor Vemurafenib konnte bei vorherigem Nachweis der BRAF-V600E-Mutation Ansprechraten von ca. 80% zeigen, es konnte eine statistisch signifikante Verlängerung des rezidivfreien und Gesamtüberlebens der betroffenen Patienten erreicht werden. Im Februar 2012 wurde Vemurafenib (Zelboraf®) in Europa für das inoperable oder metastasierte Melanom zugelassen. Das BRAF-Protein ist ein wichtiger Bestandteil des RAS-RAF-Signalweges, der am normalen Wachstum und Überleben der Zellen beteiligt ist. Aktivierende Mutationen des BRAF-Gens führen dazu, dass dieser Signalweg überaktiviert wird, was zu exzessivem Zellwachstum und Krebs führen kann. Eine solche Mutation liegt bei etwa 40-50% der Melanome vor. Im September 2013 wurde mit Dabrafenib (Tafinlar®) ein weiterer BRAF-Inhibitor in Europa zugelassen.

Inzwischen sind seit Herbst 2015 zwei Kombinationstherapie mit einem BRAF-Blocker und einem MEK-Blocker (Vemurafenib/Cobimetinib bzw. Dabrafenib/Trametinib) zugelassen. Beide Kombinationen sind der Monotherapie überlegen, mit höheren Ansprechraten und verbessertem rezidivfreien und Gesamtüberleben aufgrund der doppelten Blockade des MAP-Kinase-Signalwegs und aufgrund einer verzögerten Resistenzentwicklung.

Die im individuellen Fall optimale Therapie wird im interdisziplinären Tumorboard diskutiert und dann im persönlichen Gespräch zwischen dem behandelnden Arzt und dem betroffenen Patienten besprochen.

Dies kann in der Hautklinik im Rahmen der verschiedenen Sprechstunden bzw. während des aktuellen stationären Aufenthalts geschehen.


 
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