Hauttumorzentrum Nürnberg

Elektrochemotherapie

Wirkung Chemotherapeutikum

Das Repertoire im Hauttumorzentrum Nürnberg zur Behandlung von kutanen und subkutanen Metastasen des Melanoms, aber auch von Metastasen anderer solider Tumoren wie z.B. des Mamma-Karzinoms, wurde seit Januar 2013 durch die Elektrochemotherapie ergänzt.

Dabei wird das physikalische Prinzip der Elektroporation mit der Gabe eines Chemotherapeutikums kombiniert. Unter Elektroporation versteht man die Erzeugung einer erhöhten Permeabilität der Zellwände durch die kurzfristige intratumorale Applikation eines starken elektrischen Feldes. Nach intravenöser Verabreichung einer Chemotherapie (in der Regel Bleomycin oder Cisplatin) wird eine spezielle Elektrode in die Metastase(n) eingestochen und für einige Sekunden ein elektrischer Impuls abgegeben. Das Chemotherapeutikum kann sich in der Metastase in einer bis zu 100-fachen Konzentration anreichern und seine zytostatische bzw. zytotoxische Wirkung entfalten.

Dadurch werden nur sehr geringe Mengen an Zytostatikum benötigt und die Nebenwirkungen bleiben sehr gering. Aufgrund der schmerzhaften Muskelkrämpfe durch das elektrische Feld wird der Eingriff allerdings in Tumeszenz- oder Allgemein-Anästhesie durchgeführt.

Bei der Elektrochemotherapie handelt es sich um ein palliatives Therapieverfahren, welches eine lokale Tumorkontrolle ermöglicht und somit die Lebensqualität der Patienten verbessern kann: Insbesondere Ulzeration und Blutung der Metastasen sowie der Bedarf an Schmerzmitteln können durch die Therapie gesenkt werden (1). Bei der Behandlung von kutanen und subkutanen Metastasen des Melanoms werden komplette Abheilungsraten von 53-66% und Gesamtansprechraten (komplette und partielle Remissionen) von 71-92% erzielt (2).

Inzwischen hat sich die Elektrochemotherapie als effektiver und sicherer  Ansatz für die Behandlung kutaner und subkuta­ner Metastasen etabliert, welche nicht durch eine Operation entfernt werden können und auf Strahlen- oder Chemotherapie schlecht ansprechen. Eine weitere Indikation stellt das therapieresistente Kaposi-Sarkom dar.

(1) Campana et al. Bleomycin-Based Electrochemotherapy: Clinical Outcome from a Single Institution’s Experience with 52 Patients. Ann Surg Oncol; Jan 2009, 191-199

 (2) Möller et al. The Role of Electrochemotherapy in the Treatment of Malignant Melanoma. 2011, ISBN: 978-953-307-574-7


 
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