Gutartige Dickdarmerkrankungen - Polypen

Darmpolypen

Unter Polypen versteht man überschiessende Neubildungen aus Schleimhäuten.Mit zunehmenden Alter bilden sich die Polypen immer häufiger, so dass ungefähr 20% der über 60 -Jährigen davon betroffen sind. Vor den 30. Lebensjahr kommt die Entwicklung nur vereinzelt vor.

Polypen sind gutartige Geschwülste, die jedoch bösartig entarten können. Deswegen sollten sie nach Diagnosestellung im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt werden.

Es gibt zwei Hauptarten von Polypen:
Einfache, adenomatöse Polypen mit Stielbildung und als andere Form villöse, papilläre Adenome, die eher breitbasiger ohne sichtbaren Stil wachsen und eher einem Schwamm ähneln. Diese Polypen kommen vorwiegend im unteren Dickdarm und Mastdarm vor und gelten als eine Präkanzerose, eine Vorstufe des Krebses.

Polypen können wenige Millimeter, aber auch mehrere Zentimeter groß werden.
Eine Sonderform ist die erbliche familiäre Darmpolyposis mit dem Auftreten bis zu mehreren Hundert Darmpolypen.

Polypen verursachen sehr häufig keine Symptome, können jedoch mit zunehmender Größe Blutbeimengungen im Stuhl, Veränderungen der Stuhlzusammensetzung oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten bewirken. Schließlich kann in einzelnen Fällen eine längerbestehende, unbemerkte Blutung zu einer Blutarmut  (Anämie) führen, die sich durch Abgeschlagenheit, Blässe und Müdigkeit bemerkbar machen kann.

Durch eine Darmspiegelung (Koloskopie) kann aus verdächtigen Bezirken mittels einer Zange eine schmerzlose Gewebeprobe entnommen werden, die dann von einem Pathologen mikroskopisch bewertet wird. Wenn immer möglich, wird bei der Spiegelung der gesamte  Polyp entfernt, so dass in Frühstadien durch die Untersuchung gleichzeitig die Therapie erfolgt.

Breitbasige wachsende villöse Adenome können nicht immer durch die Endoskopie entfernt werden. Es besteht in Einzelfällen die Gefahr, dabei ein Loch in der Darmwand zu verursachen (Perforation) oder auch eine entstehende Blutung nach einer Abtragung nicht beherrschen zu können. Diese Fälle müssen dann operativ behandelt werden.

Da 30-50% der Personen, die einen Polypen hatten, irgendwann auch weitere Polypen entwickeln werden, sind regelmäßige Kontroll-Koloskopien sinnvoll. Für die Länge der Untersuchungsintervalle ausschlaggebend ist dabei die Einschätzung der Entartungstendenz durch den Pathologen (histologischer Befund).

Dabei sind Intervalle von halbjährlich bis zu alle 10 Jahre möglich.

 

Autorin/Autor: Dr. Lars Engel

 
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