Therapie der Inkontinenz

Inkontinenz wird je nach Form und Schweregrad nicht-operativ oder operativ behandelt.

Belastungsinkontinenz
Als erster Therapieansatz kann oft eine Beckenbodengymnastik mit eventueller Unterstützung durch apparative Maßnahmen den Patienten eine deutliche Hilfe sein. Gelegentlich kann auch mit speziellen Medikamenten eine Besserung erreicht werden. Führen die konservativen Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg wird ein operativer Eingriff empfohlen.

In vielen Fällen der Belastungsinkontinenz hilft ein sogenanntes „Tension-free Vaginal Tape“ (TVT). In einer ca. 30-minütigen Operation wird dabei ein etwa ein Zentimeter breites Band um die Harnröhre gelegt und mit beiden Enden unter die Bauchdecke geführt. Die Aufhängung der Harnröhre wird so wieder hergestellt, und der Harn läuft nicht mehr unwillkürlich ab. Die Erfolgsquote ist hoch. 80 bis 85 Prozent der Patienten verspüren einen deutlichen Erfolg der Operation.

Ist die Inkontinenz Folge einer erheblichen Absenkung des Beckenbodens, wird das gesamte innere Genitale der Frau (Gebärmutter, Scheide), sowie Blase und Darm in einer ca. dreistündigen aufwändigen Operation wieder so im inneren befestigt, dass die geschwächten Bandstrukturen durch das Einfügen von Kunststoffnetzen wieder hergestellt werden.

Dranginkontinenz
Die Dranginkontinenz wird meist medikamentös behandelt. In schweren Fällen kommt neuerdings auch Botox zum Einsatz. Die Substanz wird dabei in die Blasenwand gespritzt, um eine vorübergehende Entspannung der Blasenmuskeln zu erreichen.

Stuhlinkontinenz
Auch bei der Stuhlinkontinenz wird, wenn konservative Ansätze wie z. B. die Beckenbodengymnastik und/oder eine diätetische oder medikamentöse Stuhlregulierung ohne Erfolg bleiben, eine operative Therapie erwogen. Hier kommen Verfahren, die den Schließmuskel „reparieren“ oder „verengen“ zur Anwendung. Daneben sind jedoch auch heute bereits künstliche Schließmuskel-Implantate oder Schrittmacher für die Schließmuskulatur im Einsatz.

Physikalische Medizin
Durch ein spezielles Behandlungskonzept der physikalischen Medizin kann bei den verschiedensten Störungen wieder eine Normalisierung der Harn- und Stuhlausscheidung erreicht werden. Unsere Abteilung für Physikalische Medizin arbeitet nach dem Tanzberger-Konzept, das Elemente der Wahrnehmung, der An- und Entspannung, Haltungsschulung und Atmung in die Therapie einbringt.
Anwendung findet auch die Elektrotherapie in Form einer gezielten Muskelstimulation des Beckenbodens, sowie das Biofeedbackverfahren als übendes Verfahren, das mit der Elektrotherapie auch kombiniert werden kann. Bei Durchblutungsstörungen und Prostataleiden können Reflextherapien wie Bindegewebsmassage und Fußreflexzonentherapie eine deutliche Beschwerdeminderung erzielen. Altbewährte Naturheilverfahren wie Wärmepackungen und –wickel sowie warme Sitzbäder mit verschiedenen therapeutischen Zusätzen haben weiterhin ihren Stellenwert.

 

Autorin/Autor: Kontinenzzentrum Klinikum Nürnberg

 
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