Was ist Inkontinenz?

Harninkontinenz

Beim gesunden Menschen wird der Urin so lange zurückgehalten, bis er durch eine bewusste Öffnung des Verschlusssystems durch die Harnröhre abfließen kann. Ist die Blase voll, erhält das Gehirn ein Signal und der Miktionsvorgang (Entleerungsvorgang) wird eingeleitet. Der Miktionsvorgang selbst ist ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Muskelgruppen (Beckenbodenmuskulatur, Schließmuskeln). Gerade weil der Vorgang so komplex ist, sind viele Störfaktoren möglich. Wenn dann z.B. die Kraft des Beckenbodens und der Schließmuskeln nicht mehr groß genug ist, um dem Druck der vollen Blase standhalten zu können, dann kommt es zur Inkontinenz.

Formen der Inkontinenz

Man unterscheidet unterschiedliche Formen von Harninkontinenzen. Bei der sogenannten Belastungsinkontinenz geht Urin unkontrolliert beim Lachen, Husten, Treppensteigen oder Niesen ab. Sie ist die bei Frauen häufigste Form der Inkontinenz.

Bei der so genannten Dranginkontinenz oder der Reizblase, die häufiger bei Männern auftritt, zieht sich die Blasenmuskulatur spontan zusammen und presst Urin aus der Harnröhre. Der Blasenmuskel ist also überaktiv.

Darüber hinaus gibt es noch eine Überlaufinkontinenz und eine extraurethrale Inkontinenz. Viele Formen kommen auch als Mischformen vor.

Stuhlinkontinenz

Bei der Stuhlinkontinenz ist die Fähigkeit, den Stuhlgang sicher kontrollieren zu können, beeinträchtigt. Diese Fähigkeit beruht auf einem komplexen Zusammenspiel zwischen dem Mastdarm auf der einen Seite sowie dem Schließmuskelapparat auf der anderen Seite. Die reinen Erkrankungen des Schließmuskelapparates sind in aller Regel durch eine verminderte Fähigkeit, den Stuhl bei Einsetzen des Stuhldranges zu kontrollieren, gekennzeichnet. Betroffene Patienten müssen zur Vermeidung eines unfreiwilligen Stuhlganges unmittelbar bei Einsetzen des Stuhldranges eine Toilette aufsuchen. Oft bleiben nur wenige Minuten, um ein „Unglück“ zu verhindern.

Autorin/Autor: Kontinenzzentrum Klinikum Nürnberg

 
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