Psychiatrie und Psychotherapie: Seelische Probleme im Alter

Alte Menschen sind oft starken Belastungen ausgesetzt, gleichzeitig lässt die Widerstandskraft und die Fähigkeit, Schicksalsschläge zu verarbeiten, nach. Alte Traumata oder psychische Erkrankungen, die in den letzten Lebensjahrzehnten gut zu bewältigen waren, brechen plötzlich wieder auf. Auch eine schwere Krankheit und der Verlust des Partners oder gar eines Kindes können eine Trauer auslösen, die ohne Hilfe nicht zu bewältigen ist.

Um diesen Menschen wirksam helfen zu können, brauchen sie altersbezogene Hilfsangebote. Sie fühlen sich in Gruppen mit Menschen, die noch mitten im Leben stehen, oft unwohl und ziehen sich zurück. Darauf hat das Klinikum Nürnberg reagiert.

Ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen finden in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie ein umfassendes gerontopsychiatrisches Behandlungsangebot vor, das sich nicht nur an der Erkrankung, sondern auch an den persönlichen Lebensumständen orientiert. Ist eine Heilung nicht möglich, dann strebt die Therapie ein gutes Leben mit der Krankheit und den Beschränkungen des Alters an.

Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen
Zu den häufigsten Erkrankungen, die in der Universitätsklinik behandelt werden, zählen Depressionen, Demenz, Angststörungen sowie Suchterkrankungen. Die Behandlung erfolgt je nach Schwere der Erkrankung stationär oder teilstationär. Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung über eine längere Zeit oder dauerhaft Unterstützung brauchen, finden Hilfe in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA). Großen Wert legt die Klinik auf die Wiedereingliederung der Patienten in ihren Lebensalltag.

Zielgruppenspezifische Angebote
Für ältere Menschen steht mit den beiden Stationen für psychische Störungen im Alter, der Tagesklinik für seelische Gesundheit im Alter und der Gerontopsychiatrischen Ambulanz mit Gedächtnissprechstunde ein vielfältiges Angebot zur Verfügung. Hilfe in einer akuten Krise finden Menschen in der Notfallambulanz der Klinik (Tel. 0911/398-2493) und beim Team der Psychiatrischen Krisenintervention.
Eine ausführliche Übersicht finden Sie hier: Übersicht aller psychiatrischen Angebote

Stationär, teilstationär und ambulant
Das Angebot umfasst vorstationäre, stationäre, teilstationäre (Tagesklinik) sowie ambulante Angebote. Ziel ist es, die Menschen so weit wie möglich in ihrem vertrauten Lebensumfeld zu behandeln oder zumindest den Krankenhausaufenthalt auf das notwendige Mindestmaß zu reduzieren. So kehren die Patienten der gerontopsychiatrischen Tagesklinik für seelische Gesundheit im Alter abends nicht nur in ihr vertrautes Zuhause zurück, sie können dort auch das in der Therapie Erlebte gleich im Alltag ausprobieren und so wertvolle Erfahrungen sammeln.

Bausteine der Therapie
Bausteine der Therapie sind neben der medikamentösen Behandlung die psychotherapeutische Gruppen- und Einzeltherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie und Krankengymnastik, Entspannungsübungen, Musiktherapie und Kunsttherapie, Training von Alltagskompetenzen, die Beratung von Angehörigen, Kontakte zu Selbsthilfeorganisationen und Hilfsdiensten. Ein umfassender Medikamentencheck gehört ebenfalls dazu.

Hilfe nach dem Krankenhausaufenthalt
Damit die Patienten nach ihrer Behandlung im Krankenhaus in ein sicheres Lebensumfeld entlassen und bei Bedarf lückenlos weiter behandelt werden können, arbeitet die Universitätsklinik mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen, Beratungsstellen und Behörden zusammen. Eine Überleitungspflege hilft, wenn sich der Übergang in das eigene Lebensumfeld als besonders schwierig erweisen sollte.

Autorin/Autor: Zentrum für Altersmedizin

 
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