Palliativmedizin in der Geriatrie

Hände

Viele geriatrische Patienten befinden sich in der letzten Lebensphase, ihre Lebenserwartung beträgt oftmals weniger als sechs Monate. Die Übergänge von kurativer und lebensverlängernder Therapie hin zu einer symptomorientierten und gegebenenfalls auch palliativen Medizin sind fließend.

Zu den typischen Erkrankungen des betagten und hochbetagten Menschen zählen Herz-, Lungen- und Nierenerkrankungen, schwere neurologische Erkrankungen und weit fortgeschrittene Demenzerkrankungen. In der palliativen Geriatrie werden multimorbide betagte Patienten am Lebensende behandelt, die unter belastenden Symptomen aufgrund ihrer nicht mehr heilbaren Krankheiten leiden.

Eine zuverlässige Einschätzung der Prognose im Rahmen fortgeschrittener Nichttumorerkrankungen ist kaum möglich, da hier verschiedenste Einflussfaktoren zum Tragen kommen. So haben beispielsweise Gebrechlichkeit (Frailty) und Begleiterkrankungen wesentliche Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf.

In der Behandlung ist es unerlässlich, die Wertevorstellungen betagter Patienten und deren Haltung zu Sterben, Tod und Verlust zu berücksichtigen. Die Autonomie des Patienten und seine Einbeziehung in die Entscheidungsprozesse sind von großer Wichtigkeit. Gleichzeitig erschweren ethische Dilemmata die Therapieentscheidung, zum Beispiel bei der Frage der Ernährung und der Flüssigkeitsgabe bei weit fortgeschrittener Demenz oder einer schweren Parkinsonerkrankung. Die Behandelnden stehen daher häufig vor besonderen medizinisch-pflegerischen Herausforderungen.

Symptome, Beschwerden und Ressourcen
In der geriatrischen Palliativmedizin werden sowohl die Praxis der Geriatrie als auch die der Palliativmedizin eng miteinander verbunden. Sowohl in der Geriatrie als auch in der Palliativmedizin werden umfassende Assessments erhoben, in denen die führenden Symptome und Beschwerden, aber auch vorhandene psychische, physische und soziale Ressourcen erfasst werden.

Die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen steht im Fokus der Behandlung. Hierbei finden soziale und spirituelle Aspekte ebenso wie die Umgebung, in der der Patient lebt, eine besondere Berücksichtigung.

Viele dieser therapeutischen Leistungen werden im Rahmen der geriatrischen Behandlung erbracht. Bei sehr komplexen Behandlungssituationen besteht die Möglichkeit, stationär auf der Palliativstation oder ambulant mit Hilfe der SAPV (spezialisierte am-
bulante Palliativversorgung) behandelt zu werden.

Autorin/Autor: Zentrum für Altersmedizin

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie


AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren