Delir

Akute Verwirrtheit

Mit dem Begriff Delir werden akut auftretende Verwirrtheitszustände bezeichnet, die z.B. bei hohem Fieber oder Alkoholentzug, häufig aber auch als Komplikation bei einer vorbestehenden Demenz auftreten können. Im Gegensatz zur Demenz ist das Delir durch einen akuten Beginn und einen fluktuierenden Verlauf gekennzeichnet und grundsätzlich reversibel.


Das Erscheinungsbild eines Delirs ist neben der führenden Störung der Aufmerksamkeit und des geordneten Denkens gekennzeichnet durch Unruhezustände, eine häufig gereizte bis aggressive Stimmungslage sowie gelegentlich optische oder akustische Halluzinationen. Neben diesem leicht zu erkennenden hyperaktiven Delir gibt es auch hypoaktive Verlaufsformen mit Verlangsamung und vermehrter Schläfrigkeit, beide Verlaufsformen können auch im Wechsel auftreten. Zusätzlich besteht häufig eine Störung des Tag-Nacht-Rythmus.

Bei einer bereits vorbestehenden Demenz können aufgrund der nachlassenden Kompensations- und Anpassungsfähigkeit des Gehirns schon geringfügige Auslöser ein Delir verursachen. Beispiele hierfür sind starke Schmerzen, Schlafstörungen, ein Umgebungswechsel z.B. durch eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus oder eine unzureichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr. Weitere mögliche Auslöser sind Harnwegsinfekte oder Lungenentzündungen, Blutzuckerschwankungen oder bestimmte Medikamente. Allerdings kann nur bei etwa einem Drittel der Patienten eine eindeutige Ursache gefunden werden, bei einem weiteren Drittel gibt es mehrere in Frage kommende Ursachen  und bei den übrigen Patienten bleibt die Entstehung unklar.

In vielen Fällen bildet sich ein Delir im Verlauf weitgehend zurück, gelegentlich bestehen jedoch lang dauernde Beeinträchtigungen oder es kommt zu einer Verschlechterung  einer vorbestehenden Demenz. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, ein Delir durch Vermeidung oder frühzeitige Behebung möglicher Auslöser zu verhindern oder es rechtzeitig durch geeignete therapeutische Maßnahmen zu behandeln. Zur medikamentösen Therapie werden hauptsächlich Neuroleptika eingesetzt, deren Wirksamkeit allerdings häufig nicht befriedigend ist. Wesentlich besser belegt ist in zahlreichen Studien der Effekt von nichtmedikamentösen Maßnahmen wie eine reizarme Umgebung, ein fester Tag-Nachtrhythmus, die Anwesenheit von vertrauten Bezugspersonen, Orientierungshilfen (Brille, Hörgeräte, Uhr) und eine frühzeitige Förderung der Mobilität.

Sollten Sie fachliche Fragen zur Delirdiagnostik haben, vermittelt Ihnen die Leitstelle des Zentrums für Altersmedizin entsprechende Ansprechpartner.

Tel.: 0911 / 398 7957

Autorin/Autor: Zentrum für Altersmedizin

 
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