Netzwerk gegen Mobbing - Den Teufelskreis durchbrechen

Nach der Mittagspause hängt plötzlich ein Zettel am Computer:„Dich brauchen wir hier nicht.“ Die Arbeitsunterlagen sind im ganzen Zimmer verstreut.

Und niemand weiß, wer es war – oder will es wissen. Tag für Tag sind in Deutschland 1,5 Millionen Menschen von Mobbing betroffen, 12 Millionen sind es in Europa. Erschreckende Zahlen, die zeigen, dass dieses Thema nicht ignoriert werden darf. Im Großraum Nürnberg hat sich das „Netzwerk gegen Mobbing“ dieser Aufgabe angenommen. Zu den Mitgliedern zählen u.a. die Gewerkschaft ver.di, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sowie die Betriebsseelsorge der katholischen und evangelischen Kirche.

Mit dabei ist auch Dr. Angela Rischer. Sie arbeitet im Ambulanten BehandlungsCentrum des Klinikums Nürnberg und ist auf die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen in Folge von Mobbing spezialisiert.

 

„Die Betroffenen leiden sehr unter den mitunter wirklich perfiden Angriffen ihrer Kollegen oder Vorgesetzten. Und sie wissen sich nicht mehr zu helfen“, berichtet Rischer. Gesundheitliche Folgen wie Depression, Angst- und Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben da nicht aus.

Um diesen Menschen wirklich helfen zu können, reicht es nicht, nur die Symptome zu behandeln. „Das berufliche Umfeld der Patienten muss ernst genommen werden, schließlich liegt hier die Ursache ihrer Beschwerden“, betont Rischer. Oft verlaufen die Angriffe heimlich, so dass den Betroffenen niemand glaubt und sie die Schuld zuletzt bei sich selbst suchen. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden, damit die Mobbingopfer wieder handlungsfähig werden und ihre Gesundheit zurückgewinnen.

Ungelöste strukturelle Probleme im Unternehmen sind meistens die Ursache für Mobbing. Rischer spricht daher lieber von eskalierten Arbeitskonflikten als von Mobbing. So zeigen Studien, dass Mobbing zunimmt, wenn Umstrukturierungsmaßnahmen, “Outsourcing“ oder Entlassungen geplant sind und die Angst vor Arbeitsplatz- oder Positionsverlust um sich greift. Betroffen sind dann oft vermeintlich schwächere Beschäftigte, neue Kollegen oder Auszubildende.

Hilfe finden Mobbingopfer im Großraum Nürnberg bei den Ansprechpartnern des Netzwerks. Sie beraten und unterstützen sowohl Menschen, die sich als Opfer von Mobbingattacken fühlen, als auch deren häufig ratlose Kollegen sowie Betriebsräte und Arbeitgeber, die Arbeitskonflikte lösen oder von vornherein verhindern wollen. Das Netzwerk setzt auch auf Prävention. Denn Führungskräfte, die auch die sozialen Beziehungen im Blick haben, können in punkto konstruktiver Konfliktkultur viel bewirken.       

 Informationen unter www.konflikt-werkstatt.de.

Autorin/Autor: ABC

 
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