Wie arbeitet die Gedächtnissprechstunde?

Die Patienten werden soweit möglich zusammen mit einem Angehörigen in die Sprechstunde eingeladen. In Gesprächen mit dem Patienten und der Begleitperson werden zunächst Informationen über die bestehenden Gedächtnisprobleme eingeholt. Mit wissenschaftlich bewährten Testverfahren werden dann Gedächtnis und andere geistige Funktionen (z.B. Konzentrationsvermögen, Orientierung) überprüft. Weiterhin wird geklärt, wie gut der Patient im Alltag zurechtkommt und in welchen Bereichen möglicherweise zusätzliche Probleme vorhanden sind. Auch eine körperliche Untersuchung wird durchgeführt, weil sie entscheidende Hinweise auf die Ursache der Gedächtniseinbußen liefern kann.

Die Untersuchungen beim Ersttermin nehmen zusammen etwa 1,5 Stunden in Anspruch. Eine Woche nach dem Untersuchungstermin findet eine Nachbesprechung statt, bei der die Ergebnisse dem Patienten und seinem Angehörigem mitgeteilt und erläutert werden. In einem Arztbrief wird der überweisende Arzt ebenfalls über den Untersuchungsbefund informiert. Falls sich entsprechende Anhaltspunkte ergeben, werden in Abstimmung mit dem überweisenden Arzt weitere diagnostische und therapeutische Schritte eingeleitet.

 

Wer sollte in die Gedächtnissprechstunde kommen?

Das Angebot der Gedächtnissprechstunde richtet sich vor allem an ältere Menschen, die bei sich selbst oder bei denen Angehörige ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit, vor allem des Gedächtnisses, bemerken. Eine Untersuchung in der Gedächtnissprechstunde empfiehlt sich insbesondere dann, wenn die Gedächtnisprobleme häufiger auftreten und sich im Alltag störend bemerkbar machen. Bei nachlassender Gedächtnisleistung sollte der Besuch in der Gedächtnissprechstunde möglichst frühzeitig erfolgen. Wie auch bei anderen Erkrankungen gilt bei Gedächtnisproblemen: Die Chancen auf Erfolg der Behandlung sind umso größer, je eher die Ursachen erkannt werden und je früher eine Therapie beginnen kann.

Neben der Demenzdiagnostik bietet die Gedächtnissprechstunde auch testpsychologische Untersuchungen der kognitiven Leistungsfähigkeit bei jüngeren Patienten an, bei denen es häufig um eine allgemeine Überprüfung der geistigen Funktionen bei nachlassender Leistungsfähigkeit in der Ausbildung, am Arbeitsplatz oder im Alltag geht. Häufige Ursachen für derartige Einbußen im jüngeren und mittleren Lebensalter sind Stress, psychische Konflikte, belastende Lebensereignisse oder eine depressive Verstimmung. Seit 2006 bietet die Gedächtnissprechstunde auch diagnostische Untersuchungen bei Verdacht eines Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADHS) im Erwachsenenalter an.

Autorin/Autor: Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren