Intrathekale Medikamentengabe über implantierte Pumpen

Manche Erkrankungen erfordern die Gabe von Medikamenten direkt in das Nervenwasser im Bereich des Rückenmarks (sogenannte "intrathekale Medikamentengabe"). Hierzu gehören chronische Schmerzzustände und bestimmte Bewegungsstörungen, die mit einer krankhaft erhöhten Muskelspannung einhergehen (Spastik).

Es existieren verschiedene Medikamentenpumpen, die im Bereich des Bauchs unter der Haut eingepflanzt werden. Ein dünner Schlauch verläuft von der Pumpe unter der Haut an der Flanke und endet im Nervenwasser des Wirbelkanals. Dadurch erreicht das Medikament den Wirkort ohne Umwege über Darm und Leber. Der Vorteil ist eine deutlich geringere Medikamentendosis (ca. 100-1000fach niedrigere Dosis als in Tablettenform), verbunden mit geringeren Nebenwirkungen und trotzdem einer deutlich besseren Wirksamkeit.

Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise Morphium oder Ziconotid bei Schmerzzuständen, oder Baclofen bei Spastik.

 

Vor der Implantation der Pumpe wird das in Frage kommende Medikament im Rahmen einer stationären Testung über einen dünnen Schlauch ins Nervenwasser verabreicht, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Behandlung zu gewährleisten. Je nach Medikament kann diese Testung unterschiedlich lange dauern. 

Nach der Implantation muss sichergestellt sein, dass die Pumpe regelmäßig mit frischem Medikament befüllt wird. Der Zeitraum zwischen zwei Füllungen hängt von der Medikamentenkonzentration, dem Pumpentyp und dem individuellen Bedarf ab und liegt normalerweise zwischen vier und zehn Wochen. Zur Füllung verfügen alle Pumpen über eine Silikonkappe, die mit einer dünnen Nadel durch die Bauchhaut punktiert werden kann. Die Füllung erfolgt ambulant und dauert etwa eine Viertelstunde.

Je nach Typ muss die Pumpe nach sieben bis zehn Jahren, ggf. auch nach längerer Zeit, ersetzt werden.

Autorin/Autor: Dr. med. Michael Schrey

 
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