Tiefe Hirnstimulation

Die Tiefe Hirnstimulation (THS, eng. „Deep Brain Stimulation“, DBS) ist eine funktionell-neurochirurgische Operationsmethode. Etabliert ist sie bei der Behandlung der Parkinsonschen Erkrankung, bestimmten Zittererkrankungen (Tremor), sowie bei Bewegungsstörungen mit unwillkürlichen, schmerzhaften Bewegungen (Dystonie) und bei anders nicht zu behandelnder Epilepsie. Darüber hinaus wird sie bei anders nicht zu behandelnden chronischen Schmerzzuständen und verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen (Zwangserkrankungen, OCD) angewandt.

Patienten, die für eine solche Behandlung in Frage kommen, werden rund um den Eingriff von einem Team aus verschiedenen Fachrichtungen betreut. Dazu gehören Experten aus der Neurochirurgie, Neurologie, Anästhesie, Psychologie und Physiotherapie.

 

Zur THS werden eine oder mehrere feine Drähte (Elektroden) mittels eines stereotaktischen Zielgeräts exakt an zuvor berechnete Punkte im Gehirn platziert. Diese Zielpunkte unterscheiden sich je nach Indikation. Bei diesem Teil des Eingriffs sind die Patienten meist wach, da nur so die korrekte Lage der Elektroden bereits während der Operation überprüft werden kann. Der Eingriff ist schmerzlos; die Eintrittsstellen am Schädel werden örtlich betäubt, und während der gesamten Prozedur werden die Patienten von einem erfahrenen Anästhesisten betreut.

Nach dem Eingriff werden die Einstellungen des Schrittmachers über die nächsten Wochen optimiert. Dies geschieht ambulant per Funk ("telemetrisch"), ohne dass eine weitere Operation nötig ist. Je nach Indikation ist auch eine stationäre Anschlussheilbehandlung in spezialisierten Kliniken möglich.

Patienten mit Hirnstimulationselektroden können ein normales Leben führen; lediglich die Anwendung von bestimmten elektrochirurgischen Geräten und die Nähe von starken Magnetfeldern (MRT) sind unter Umständen zu vermeiden.

Wie jede medizinische Behandlung ist auch die THS nicht risikofrei. Dank der exakten Planungsmöglichkeiten und der ständigen Überwachung sind schwere Komplikationen jedoch selten.

Durch die Stimulationsbehandlung können die Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und Linderung der Beschwerden erfahren. Je nach Krankheitsbild können so beispielsweise Medikamenteneinnahmen reduziert und damit Nebenwirkungen vermindert werden.

Autorin/Autor: Dr. med. Michael Schrey

 
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