Mundschleimhauterkrankungen

 

Mundschleimhautveränderungen können angeboren als auch erworben sein und sich in einer Abweichung der Farbgebung vom Gesunden (roter, weißer Fleck) und / oder einer veränderten Oberflächenbeschaffenheit wie zum Beispiel einer Schwellungen, eines Knotens, in Form von Erosionen oder Verhornungsstörungen bemerkbar machen.
Da Mundschleimhautveränderungen ein Zeichen für eine eventuell bösartige Entwicklung sein können, ist jede Veränderung der Schleimhaut primär als tumorverdächtig zu betrachten und fachärztlich abzuklären.

Die frühzeitige Erkennung bösartiger Erkrankungen begünstigt die Prognose entscheidend. Daher ist es besonders wichtig, Krebsvorstufen, sogenannte Präkanzerosen und Tumore so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln.
Zu den häufigen Präkanzerosen im Mundbereich zählen zum Beispiel die weiße nicht abwischbare Läsion, die sogenannte Leukoplakie mit eher geringer Entartungstendenz sowie die leuchtend dunkelrote Erythroplakie mit hoher Entartungstendenz und auch Mischformen von beiden. 

Ursache und Häufigkeit von Mundhöhlenkrebs
Etwa 10.000 bösartige Tumorerkrankungen im Mundbereich werden jährlich registriert, wobei Männer dreimal häufiger erkranken und der Altersgipfel in der 4.-5. Lebensdekade liegt. Das Plattenepithelkarzinom ist hierbei die häufigste bösartige Tumorart, das von einer Entartung der die Mundhöhle auskleidenden Epithels entstammt.
Das Rauchen stellt hierbei die Hauptursache für diese Tumorart dar, wobei das Risiko besonders in Kombination mit regelmäßigem Alkoholkonsum drastisch ansteigt. Als weitere Riskofaktoren kommen bestimmte Viruserkrankungen, eine anhaltend schlechte Mundhygiene, Mangel an Vitaminen und Spurenelementen sowie chronisch irritative Reize in Frage.

Mundhöhlentumore können an der Zunge, am Zungenrand, Mundboden, Wange, Ober- und Unterlippe, am Gaumen und Tonsillen (Mandeln) lokalisiert sein.

Klinische Erscheinungsbilder
Geschwulstartige Veränderungen imponieren als kleine Wucherungen oder grössere Tumore. Dabei kann es sich um gutartige Papillome, Irritationsfibrome durch chronischen Reiz, Hämangiome, Lymphangiome, Lipome, Schleimhautretentionszysten oder Epuliden aber auch bösartige Mundhöhlentumore sowie Tochtergeschwülste von Tumore anderer Körperareale (Metastasen) handeln.
Veränderungen in der Farbgebung können angeboren und völlig harmlos sein wie zum Beispiel blaue oder braune Flecke bei Dunkelhäutigen oder als Folge einer  Schwermetallvergiftung oder verursacht durch chronischen Zigarettenkonsum als Rauchermelanose imponieren.

Bösartige Tumore der pigmentbildenen Zellen stellen sich als schwarze, braune oder auch pigmentlose, unscharf begrenzte Flecke ( Melanome/amelanotische Melanome) dar. Diese können erhaben sein (exophytisch) oder auf Schleimhautniveau wachsen und teilweise Geschwüre aufweisen.

 

Tumor praop. Tumor präop3

Typisches Erscheinungsbild bösartiger Tumore des Mundbodens

Diagnostik und Therapie
Neu aufgetretene schmerzhafte Läsionen der Mundschleimhaut führen die Patienten in der Regel zur Vorstellung beim Hausarzt oder Hauszahnarzt. Die meisten schmerzlosen Veränderungen werden vom Hauszahnarzt als Zufallsbefund entdeckt. Bei schmerzlosen Veränderungen nehmen Patienten oft eine abwartende Haltung ein, im Glauben, dass die Läsion von selbst verschwindet. Da es sich gerade bei schmerzlosen Läsionen um bösartige Geschwülste oder um dessen Vorstufen handeln kann, ist es von herausragender Wichtigkeit, jeder Mundschleimhautveränderung durch umfassende Diagnostik in einer Fachklinik einer richtigen Diagnose zuzuordnen.

Im Rahmen einer ausführlichen Anamneseerhebung werden Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten erhoben. In einigen Fällen führt das klinische Erscheinungsbild im Zusammenhang mit der Anamnese zu einer eindeutigen Diagnose und einer entsprechenden Therapie.
In den meisten Fällen jedoch schließt sich zur weiteren Diagnostik die Gewinnung einer Gewebeprobe in Lokalanästhesie an (Probeexision). Die Gewebeprobe wird durch die Pathologie, oft begleitend durch die Mikrobiologie ausgewertet und führt zur sicheren Diagnose. Je nach Diagnose wird entweder eine Therapie eingeleitet oder es erfolgen weiterführende Untersuchungen durch z. B. Computertomograpie, Magnetresonanztomographie und PET-CT um die Diagnostik zu vervollständigen, falls diese nicht vor Probeentnahme bereits durchgeführt wurden. (Siehe Tumorerkrankungen)

Bei Vorliegen eines bösartigen Tumors erfolgt nach mehreren Untersuchungen (Staging) die Entfernung des Tumors mit ggf. Entfernung der abführenden Lymphbahnen und Lymphknoten des Halses. Je nach Tumorart und -stadium kann eine vorausgehende (präoperativ) oder anschließende(postoperativ) Chemotherapie und / oder Bestrahlung indiziert sein. 

Besonders bei bösartigen Veränderungen ist es wichtig, eine frühzeitige Diagnose zu stellen, da sie einem raschen Wachstum unterliegen. Für den Patienten bedeutet eine rechtzeitige Diagnose eine kleinere Operation mit einem kleineren Defekt und dadurch eine geringere Einschränkung der Lebensqualität.

 

Allgemeine Sprechstundenzeiten der MKG-Ambulanz des Klinikum Nürnberg Süd

 

 

Autorin/Autor: NY

 
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