Die Helmtherapie

 

Seitdem für Kleinkinder das Schlafen in der Rückenlage empfohlen wird, um das Risiko des plötzlichen Kindstods zu senken, nehmen lagebedingte Kopfverformungen zu. Im Gegensatz zu Deformitäten, die vor oder bei der Geburt entstanden sind, wachsen sich diese aber nicht aus und können mit einem Helm sehr erfolgreich behandelt werden.

 

Langes und häufiges Liegen auf dem Rücken kann zur Folge haben, dass der weiche Schädelknochen nachgibt und sich Verformungen und Asymmetrien bilden. Dazu gehören starke Abflachungen des Hinterkopfes, Gesichtsdeformitäten oder eine Verschiebung der Ohren.

Die Diagnostik solcher Verformungen macht sich modernster Technik zunutze. So wird der Kopf des Kleinkindes mit einem speziellen 3 D-Scan-Verfahren mit insgesamt fünf Kameras berührungslos innerhalb von nur 1,5 Millisekunden exakt vermessen. Aus diesen Daten wird im CAD-Verfahren ein Kopfmodell angefertigt. Die Abflachungen werden dabei ausgeglichen und dieser Kopf in die Idealform dient als Grundlage zur Anfertigung des ganz individuell angepassten Spezialhelms aus allergenarmem Kunststoff.

Bei der Helmbehandlung wird kein Druck auf den Kopf des Kleinkindes ausgeübt, sondern wir nutzen das Kopfwachstum, um gezielt den Kopf zu formen. Der Kopf wächst während der Behandlung in die genau berechnete, ärztlich festgelegte Form. Damit die Therapie wirkt, müssen die Kinder den Helm für 23 Stunden tragen. 

 

Wird die Therapie – wie empfohlen – mit etwa 4 Monaten begonnen, dauert sie je nach Kopfverformung zwischen acht Wochen und wenigen Monaten. Fängt sie später an, kann sich diese Zeit bis zu einem Jahr verlängern. Während der gesamten Behandlung werden Eltern und Kinder in der Klinik begleitet. Alle 14 Tage wird kontrolliert, wie der Kopf wächst und ob der Helm gut sitzt, ohne Druckstellen zu entwickeln.

Ein verformter Kopf kann auch eine frühzeitige Abnutzung der Halswirbelsäule und Kiefergelenke zur Folge haben, ganz abgesehen von den psychosozialen Folgen für das Kind.

Selbst bei starken Asymmetrien ermöglicht die Therapie in den meisten Fällen ein seitengleiches Gesichts- und Kieferwachstum. Die meisten Krankenkassen übernehmen mittlerweile die Behandlungskosten.

 

Bei auffälligen Kopfverformungen empfehlen wir eine Vorstellung in der interdisziplinären Spezialsprechstunde für craniofaziale Deformitäten jeweils mittwochs.

Hier diagnostizieren wir interdisziplinär mit den Kollegen der Neurochirurgie, welche Schädelassymmetrie vorliegt.

Autorin/Autor: NY

 
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