Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

1. Was ist eine Elektrophysiologische Untersuchung?

2. Wie lange dauert die Prozedur?

3. Ist die Untersuchung schmerzhaft?

4. Bin ich dabei wach?

5. Kann es Komplikationen geben?

6. Wie ist der Ablauf?

7. Wie schlecht steht es um mich, wenn ich die Empfehlung bekomme, diese Untersuchung zu bekommen?

8. Wie lange danach muss im Krankenhaus bleiben?

Termin vereinbaren

1. Was ist eine Elektrophysiologische Untersuchung?
Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist ein bewährtes Verfahren, das bei bestimmten bereits aufgezeichneten oder aufgrund Ihrer Beschwerden vermuteten Herzrhythmusstörungen durchgeführt werden kann. Es ist eine Untersuchung, die nicht als Notfalluntersuchung durchgeführt werden muss sondern als geplante Untersuchung vorgenommen wird. Sie wird in einem speziellen Herzkatheterraum durchgeführt, dem sogenannten "EPU-Labor".

Dabei werden ähnlich wie bei einer "normalen" Herzkatheteruntersuchung spezielle Katheter zum Herzen geführt, die vor Ort die elektrischen Ströme im Herzen messen, der Untersucher leitet sozusagen ein EKG an verschiedenen Stellen direkt im Herzen ab. Zusätzlich können über diese Katheter wie durch einen Schrittmacher das Herz im Vorhof oder in der Herzkammer stimuliert werden, um z.B. die Herzrhythmusstörung hervorzurufen und damit die genaue Art festzustellen.
Zurück zum Seitenanfang

2. Wie lange dauert die Prozedur?
Die elektrophysiologische Untersuchung dauert abhängig von der Art der Herzrhythmusstörung unterschiedlich lange. Ist die vorliegende Herzrhythmusstörung bereits bekannt, kann bereits nach wenigen Minuten mit einer Ablation begonnen werden. Ist die Diagnose noch unklar, müssen verschiedene Tests durchgeführt werden, was bis zu einer Stunde dauern kann.
Zurück zum Seitenanfang

3. Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Der Zugang für die Katheter ist eine Punktion in der Leiste, dort bekommen Sie eine örtliche Betäubung und spüren dann das Vorschieben oder Wechseln der Katheter nicht mehr.
Zurück zum Seitenanfang

4. Bin ich dabei wach?
Da die Untersuchung langwierig und das Auslösen der Herzrhythmusstörung unangenehm für Sie sein kann, geben wir zusätzlich eine "Beruhigungsspritze", eine leichte Sedierung. Das erleichtert Ihnen auch das lange Liegen auf dem Untersuchungstisch. Eine tiefe Narkose mit Beatmung wie bei Operationen ist nicht notwendig.
Zurück zum Seitenanfang

5. Kann es Komplikationen geben?
Die elektrophysiologische Untersuchung ist ein erprobtes Verfahren, die Anfänge in der Routine liegen schon fast 30 Jahre zurück. Durchgeführt wird sie nur durch langerfahrenen Untersuchern. Unsere Zahlen liegen bei ca. 500 Prozeduren im Jahr. Dennoch ist sie nicht frei von Komplikationen, die allerdings sehr selten sind und sich im Promillebereich bewegen. Meistens sind es Probleme an der Einstischstelle, wie Nachblutungen oder blaue Flecken; selten muss operativ nachbearbeitet werden.

Eine detaillierte Aufklärung vor der Untersuchung ist Vorschrift, auf dem Formular stehen alle potentiellen Komplikationen, die im einzeln mit dem behandelnden Arzt besprochen werden können; aus juristischen Gründen müssen diese Risiken alle aufgelistet werden, selbst wenn sie extrem gering sind. Hier ist es sehr wichtig, dass auch andere Vorerkrankungen angegeben werden.
Zurück zum Seitenanfang

6. Wie ist der Ablauf?
Nach der örtlichen Betäubung in der Leiste wird mit einer Punktionsnadel in die Vene gestochen und mindestens 3 spezielle Katheter durch die untere Hohlvene zum rechten Herzvorhof und zur rechten Herzkammer vorgeschoben, die Lage wird zunächst durch Röntgendurchleuchtung kontrolliert.

An verschiedenen Stellen im Herzen wird das EKG aufgezeichnet. Über die Katheter kann das Herz stimuliert, d.h. errregt werden, um die bei Ihnen vorliegende Herzrhythmusstörung zu erkennen. Wenn die Diagnose feststeht, kann gegebenenfalls dann sofort eine Ablation vorgenommen werden.

Bei manchen Herzrhythmusstörungen liegt der Ursprung oder die zusätzliche Leitungsbahn im Bereich des linken Vorhofes, dann kann es nötig sein, einen Katheter in die linken Abschnitte des Herzen zu bringen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: bei Vorliegen einer offenen Verbindung (persistierendes Foramen ovale) zwischen rechtem und linken Vorhof kann der Katheter direkt vom rechten in den linken Vorhof geschoben werden. Ist das nicht möglich, wird die Schlagader (Arterie) in der Leiste punktiert und ein Katheter durch Bauch- und Brustschlagader zur linkern Herzkammer und zum linken Herzvorhof vorgeschoben.

Nach Abschluss der Untersuchung werden die Katheter wieder gezogen und die Punktionsstelle in der Leiste wird wie nach Blutabnehmen für einige Minuten "abgedrückt", um eine Blutstillung zu erreichen. Dann wird ein Druckverband über die Hüfte für  ca. 4 Stunden angelegt. Danach können Sie wieder aufstehen.

Wurde zusätzlich eine Arterie punktiert, muss der Druckverband gegebenenfalls bis 6 Stunden verbleiben und die notwendige Bettruhe verlängert sich dann entsprechend.
Zurück zum Seitenanfang

7. Wie schlecht steht es um mich, wenn ich die Empfehlung bekomme, diese Untersuchung zu bekommen?
Im Regelfall können Sie nach einer elektrophysiologischen Untersuchung ohne Durchführung einer Ablation und ohne Nachblutung in der Leiste nach Ablauf der Bettruhe nach Hause gehen. Nach einer Ablation müssen Sie noch bis zu zwei Tagen in der Klinik bleiben.
Zurück zum Seitenanfang

8. Wie lange danach muss im Krankenhaus bleiben?
Da die Öffnung an der Punktionsstelle sehr klein ist, verschließt sich diese relativ rasch, so dass der Patient in der Regel 4 Stunden nach Entfernen des Druckverbandes aufstehen kann. Größere körperliche Anstrengungen sollten in den ersten 3 bis 4 Tagen vermieden werden.

Termin vereinbaren

Autorin/Autor: Text: Dr. Brinker-Paschke

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie


AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren