PTCA / PCI

  1. Was ist eine PTCA / PCI?
  2. Wie lange dauert die Prozedur?
  3. Ist das Verfahren schmerzhaft?
  4. Wie ist der Ablauf?
  5. Kann es dabei Komplikationen geben?
  6. Sind die Ergebnisse von Dauer?
  7. Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
  8. Ab wann bin ich wieder leistungsfähig?
  9. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten? Muss die Krankenkasse Untersuchung vorher genehmigen?
  10. Bin ich danach geheilt und kann mich wieder normal verhalten?

1. Was ist eine PTCA / PCI?
PTCA steht für perkutane transluminale coronare Angioplastie. Da das Leistungsspektrum sich in den letzten Jahren durch Fortschritt in der Technik erweitert hat, benutzt man neuerdings den Begriff PCI (perkutane coronare Intervention). Darunter versteht man ein Behandlungsverfahren, welches das Ziel hat, den Blutfluss in den Koronargefäßen (Kranzarterien) zu verbessern, bzw. nicht vorhandenen Fluss  ¾wie beim Herzinfarkt¾  wieder herzustellen. Engstellen, die durch Ablagerungen von Blutfetten und Kalk an den Gefäßwänden entstehen, behindern den Blutfluss und somit die Versorgung des Herzmuskels. Die PTCA kann durch Verdrängen dieser Ablagerungen durch einen Ballonkatheter den Weg wieder frei machen. Um das Ganze im Gefäßinnern zu stabilisieren, implantiert man in den meisten Fällen im Anschluss einen sogenannten Stent, ein winziges Gittergerüst in Röhrchenform aus Metall. Diese können aus blankem Stahl oder beschichtet sein, jedes Teil hat seine spezifische Anwendung.

 Zurück zum Seitenanfang

2. Wie lange dauert die Prozedur?
Im Durchschnitt, wie bei der Herzkatheteruntersuchung: 15 min für die Vorbereitung, 10  min für die Untersuchung an sich und noch 10 min danach für das Entfernen des Leistenbesteckes und Umlagern ins Krankenbett. Da die Koronarveränderungen jedoch verschieden ausgeprägt sind, kann die Dauer der Prozedur sehr unterschiedlich sein. Da nämlich auch Koronarbypässe auf diese Art behandelt werden können, sind oft Filtersysteme notwendig, die den Aufwand höher treiben. Auch stark verkalkte Gefäße erfordern manchmal den Einsatz von Bohrsystemen (Rotablator), die ebenfalls die Maßnahme verlängern, dies kann schon über eine Stunde in Anspruch nehmen. Die Nachsorge verläuft wie beim diagnostischen Herzkatheter, der Patient kann in der Regel gleich danach zurück ins Zimmer; in sehr komplexen Fällen wird aus Sicherheitsgründen ein kurzfristiger bewachter Aufenthalt auf der Intensivstation bevorzugt.
 Zurück zum Seitenanfang

3. Ist das Verfahren schmerzhaft?
Die Vorbereitungen sind identisch mit denen einer normalen Herzkatheteruntersuchung, mit örtlicher Betäubung der Einstichstelle. Die Ballonerweiterung an sich merkt der Patient nicht, weil sie in nur wenigen Sekunden ausgeübt wird, dennoch kann ein Druckgefühl auftreten, wenn die Dauer der Blutflußblockade etwas länger ist. Dieses Gefühl verschwindet normalerweise unmittelbar nach der Ballonabsaugung. Ebenso wenig merkt man das Implantieren des Stents. In seltenen Fällen, bei anhaltender Blutflußbehinderung, können Angina-Pectoris-ähnliche Schmerzen auftreten, die man in der Regel medikamentös in den Griff bekommt.
 Zurück zum Seitenanfang

4. Wie ist der Ablauf?
Nach der selektiven Sondierung (zielgerichtetes Einführen) der betroffenen Koronararterie durch einen Führungskatheter, wird die Engstelle mit einem extrem dünnen und flexiblen Draht passiert; dieser Draht dient dem Untersucher als Schiene. Darüber wird nun unter Röntgenkontrolle ein dünnerer Katheter vorgeschoben, der an der Spitze einen Ballon hat, den es in unterschiedlichen Durchmessern und Längen gibt (durchschnittlich um die 2 bis 4 mm, bzw. 8 bis 30 mm, je nach Gefäß- und Läsionsbeschaffenheit). Da der Ballon mit Kontrastmittel  gefüllt wird, erkennt der Untersucher, wann die Entfaltung den gewünschten Punkt erreicht hat. In den meisten Fällen erfolgt das Einpflanzen eines Stents, um das bearbeitete Gebiet stabil im Durchmesser zu gestalten. Dieses netzartige Röhrchen aus Metall ist auf dem Ballon vormontiert und entfaltet sich, um fest und stabil an der Gefäßwand zu haften, nachdem der Ballon abgesaugt und entfernt wird. Dies ist sinnvoll, da bekanntlich ein Zusammenschrumpfen des Gefäßdurchmessers nach Entfernung des Ballons auftritt. Nicht selten treten auch kleine Risse beim Aufdehnen auf, die unter der Röntgendurchleuchtung nicht erkennbar sind. Mehrere internationale Studien haben bewiesen, dass die Langzeitergebnisse nach Stentimplantationen wesentlich besser als die isolierten Ballonerweiterungen sind.  Die Nachsorge erfolgt wie bei der diagnostischen Herzkatheteruntersuchung: Die Schleuse wird herausgezogen, danach wird ein Druckverband angelegt; es gibt auch Verschluss-Systeme, die einen Druckverband überflüssig machen und in ausgewählten Fällen angewendet werden (siehe folgender Film).

Unter Umständen muss vom oben beschriebenen Ablauf in bestimmten Fällen abgewichen werden, vor allem wenn es sich um Notfälle handelt, wie z.B. ein akuter Herzinfarkt oder wenn der Ablauf der Untersuchung sich durch Komplikationen anders gestaltet.
 Zurück zum Seitenanfang

5. Kann es Komplikationen geben?
Die koronare Intervention ist eine relativ sichere Methode und wird bei uns im Klinikum Nürnberg ca. 1.500 mal im Jahr durchgeführt. Das Alter und der Gesundheitszustand des Patienten, vor allem im Bezug auf Nebenerkrankungen, spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Da direkt in das Gefäßinnere eingegriffen wird, können Komplikationen in Form von Einrissen oder Thrombosen auftreten. In den meisten Fällen können diese durch das Einpflanzen von Stents rasch behoben werden. Wenn der Gefäßverschluss jedoch nicht mehr zu beheben ist, kann er zum Herzinfarkt führen. In unserem Hause ist die Herzchirurgie rund um die Uhr einsatzbereit, chirurgische Eingriffe durch Koronarinterventionen sind dennoch zur Seltenheit geworden. Da bei der PTCA, insbesondere nach Stentimplantation, eine Hemmung der Blutgerinnung erforderlich ist, können Nachblutungen an der Einstichstelle häufiger auftreten als bei der konventionellen Herzkatheteruntersuchung.
 Zurück zum Seitenanfang

6. Sind die Ergebnisse von Dauer?
Da mikroskopische Verletzungen durch die Ballonaufdehnung entstehen, neigt der Körper dazu, Narbengewebe zu bilden. Bei zu starker Vernarbung kann das Gefäßinnere an der ursprünglichen Stelle wieder enger werden. Dies nennt man Restenose; ist diese sehr ausgeprägt, muss man u.U. nachbearbeiten. Die Restenose liegt in den ersten 6 Monaten bei der konventionellen Ballonerweiterung bei 30% bis 40%, bei der Stentimplantation bei 15% bis 25%. Die medikamentös beschichteten Stents können diese Zahlen weiter verringern, sind aber keine Garantie für ein endgültiges, dauerhaftes Ergebnis. Die Indikation zu einem beschichteten Stent muss von Fall zu Fall angepasst werden und richtet sich nach der individuellen Gefäßsituation. Bei wiederholten Restenosen, vor allem an mehreren Gefäßen, ist nicht auszuschließen, dass später eine Bypassoperation erforderlich wird.
 Zurück zum Seitenanfang

7. Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
Bei unkomplizierten Fällen ist ein Aufenthalt von 24 Stunden ausreichend. Je nach Komplexität des Falles muss nach Rücksprache mit dem Untersucher eventuell ein längerer Aufenthalt geplant werden.
 Zurück zum Seitenanfang

8. Ab wann bin ich wieder leistungsfähig?
Da zunächst ein Heilungsprozess stattfindet, sind größere körperliche Anstrengungen in den ersten 5 Tagen nicht zu empfehlen. In unkomplizierten Fällen ist der Patient rasch wieder leistungsfähig und kann seinen normalen Aktivitäten, wie Autofahren und Arbeit, die körperlich nicht anstrengend ist, wieder nachgehen; stärkere Belastungen muss man von Fall zu Fall abwägen. Je nach Ausgangsbefund (instabile Angina pectoris, akutes Koronarsyndrom etc.), können diese Empfehlungen jedoch stark variieren und sollten mit dem behandelnden Arzt individuell besprochen werden.
 Zurück zum Seitenanfang

9. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?  Muss die Krankenkassse die Untersuchung vorher genehmigen?
Üblicherweise werden die Kosten sowohl einer Herzkatheteruntersuchung als auch einer Gefäßerweiterung mit Stent (PTCA) von den meisten Krankenkassen übernommen, es bedarf in der Regel keine Sondergenehmigung.
 Zurück zum Seitenanfang

10. Bin ich danach geheilt und kann mich wieder normal verhalten?
Unter Heilung versteht man einen dauerhaft stabilen Zustand ohne weitere Interventionsnotwendigkeit. Diese Frage kann so nicht beantwort werden, da die Herzgefäßerkrankung eine fortschreitendeKrankheit ist; sie kann über längere Zeit stabil bleiben, kann aber auch zunehmen. Die Intervention beim Herzkatheter ist eine palliative Maßnahme, das heißt, sie befasst sich lediglich mit der mechanischen Beseitigung der Engstellen. Die Grunderkrankung wird medikamentös und durch prophylaktische Maßnahmen weiterbehandelt.

Das Ziel dieser Prozedur ist, den Patienten so gut wie möglich beschwerdefrei zu bekommen und in vielen Fällen seine Prognose zu verbessern. Es gibt dennoch keine Garantie, dass die erweiterten Engstellen zu 100% stabil bleiben; jeder fünfte Patient weist nach einigen Monaten eine Wiederverengung an der bearbeiteten Stelle (Restenose). Der stattfindende Vernarbungsprozess an der bearbeiteten Stelle braucht durchschnittlich 5 bis 6 Monate bis er abgeschlossen ist, danach ist die Restenose weniger wahrscheinlich. Der Einsatz von Stents konnte diese Prognose deutlich verbessern. Modernere Stents, teilweise auch die medikamentös beschichteten, reduzieren die Restenose um weitere Prozente; dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich, je nach Beschaffenheit und Lage der erkrankten Stelle. Der Untersucher kann den Patienten über den weiteren Verlauf meistens aufklären.
 Zurück zum Seitenanfang

Autorin/Autor: Text und Grafiken: Dr. Haetinger

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie


AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren