Leben mit Herzschwäche/ Herzinsuffizienz: Sinnvolle Verhaltensregeln

Mit der Diagnose Herzinsuffizienz werden sich für Sie einige Lebensumstände ändern. Sie werden ab sofort Medikamente einnehmen müssen.

Auch  wenn Sie noch keine Beschwerden verspüren, kann Ihr Herz bereits geschwächt und auf die Medikamente angewiesen sein. Deshalb ist es notwendig, die verordneten Medikamente regelmäßig und zuverlässig einzunehmen. Die Medikamente sollen Ihnen helfen, die Schädigung des Herzmuskels aufzuhalten und ihn zu kräftigen. Dadurch werden Ihre Beschwerden soweit zurückgehen, dass Sie Ihr gewohntes Leben zu Hause weiterführen können. Trotzdem sollten sie einige Regeln beachten

Regel 1: Wiegen Sie sich täglich
Gewichtsveränderungen sind ein wichtiges Warnzeichen des Körpers. Wiegen Sie sich jeden Morgen nach dem Aufstehen und Wasserlassen und noch vor dem Frühstück, immer in Ihrem Nachgewand oder unbekleidet und mit derselben Waage. Bitte tragen Sie ihr Gewicht in Ihren Herzschwächepass ein.
Wichtig: Rufen Sie Ihren Arzt an, wenn Sie mehr als 500 g innerhalb eines Tages oder 2 kg innerhalb eine Woche an Gewicht zugenommen haben oder wenn ihre Knöchel oder Beine angeschwollen sind.

Regel 2: Messen Sie täglich Ihren Blutdruck
Bitte kontrollieren Sie täglich Ihren Blutdruck, am besten immer zur gleichen Tageszeit und tragen Sie Beschwerden wie  zum Beispiel Kopfschmerzen oder Schwindel mit ein. Messen Sie täglich jeden Morgen nach dem Wiegen Ihren Blutdruck, wenn möglich zum gleichen Zeitpunkt. Wenn Beschwerden wie Kopfschmerzen, Brustschmerzen oder Schwindel auftreten, messen Sie bitte ebenfalls ihren Blutdruck und tragen diesen samt Beschwerde im Feld ‚Besonderheiten‘ ein.
Wichtig: Bei deutlichem Blutdruckanstieg aber auch einem Blutdruckabfall informieren Sie Ihren Arzt.

Regel 3: Kontrollieren Sie täglich Ihren Puls
Kontrollieren Sie täglich jeden Morgen nach dem Blutdruck messen Ihren Puls. Ihr Puls beträgt im Idealfall 60-90 Schläge pro Minute.
Wichtig: Wenn Ihr Puls stark verlangsamt, zu schnell oder außergewöhnlich unrhythmisch ist, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit.

Regel 4: Verzichten Sie weitgehend auf Alkohol und Rauchen
Versuchen Sie, weitgehend auf Genussmittel wie Zigaretten und Alkohol zu verzichten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt Möglichkeiten, die Sie bei diesem Vorhaben unterstützen können. Das Team des Tabakentwöhnungsprogramms im Klinikum Nürnberg hilft Ihnen ebenfalls gerne weiter
E-Mail: raucherberatung@klinikum-nuernberg.de
Tel.: 0911 398-3769 oder -2835

Regel 5: Achten Sie auf eine gesunde (salzarme) Ernährung
Versuchen Sie, soweit wie möglich auf salzreiche Lebensmittel und nachsalzen zu verzichten. Ihre Herzschwäche veranlasst Ihren Körper dazu Salz und somit Wasser einzulagern. Zudem führt Salz zu vermehrtem Durst.
Tipp: Weitere Informationen zum Thema Ernährung finden Sie im Modul ‚Ernährung‘ in diesem Ordner

Regel 6: Achten Sie auf die Ihnen empfohlene Trinkmenge
Halten Sie sich an die mit Ihrem Arzt vereinbarte Menge an Flüssigkeit, die Sie täglich zu sich nehmen dürfen. Dies sind in der Regel rund 1,5 -2 Liter. Ihre Herzschwäche veranlasst Ihren Körper dazu Wasser einzulagern, was zu Schwellungen an Knöchel und Gelenken oder zu Wassereinlagerung in der Lunge führt (Atemnot!)
Tipp: Schreiben Sie sich auf, was Sie am Tag trinken, um den Überblick über Ihre Trinkmenge zu behalten.

Regel 7: Bewegen Sie sich regelmäßig
Körperliche Aktivitäten können Ihre Beschwerden lindern und führen zu einer Verbesserung ihres allgemeinen Wohlbefindens. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Pflegeexpertin, welche Sportart für Sie geeignet ist. Sie können in eine Herzsportgruppe gehen oder täglich einen Spaziergang machen.
Tipp: Weitere Informationen zum Thema Bewegung finden Sie im Modul ‚Bewegung & Sport‘ in diesem Ordner

Regel 8: Leben Sie und lernen Sie, ihren Körper einzuschätzen
Die Beschwerden bei einer Herzschwäche können wechseln. Versuchen Sie, so gut wie möglich am Leben teilzuhaben und lassen Sie sich so wenig wie möglich von Ihrer Erkrankung einschränken. Lernen Sie, auf Warnsignale des Körpers zu hören und rufen Sie Ihren Arzt an, wenn folgende Anzeichen auftreten:  

  • bei kurzfristig starker Gewichtszunahme (0,5 Kg von einem Tag auf den anderen)
  • bei Schwellungen an Knöcheln und Gelenken
  • bei Herzrasen oder sehr unregelmäßig schlagendem Herzen über mehrere Minuten
  • bei Schmerzen oder Engegefühl in der Brust
  • bei Fieber (Temperatur über 38,5°C)
  • bei anhaltendem Husten
  • bei wässrigem Durchfall
  • bei Erbrechen
  • Bei Kurzatmigkeit nach Belastung
  • Bei Atemnot

Regel 9: Nehmen Sie täglich ohne Ausnahme Ihre Medikamente
Auch wenn Sie keine Beschwerden verspüren, kann Ihr Herz bereits geschwächt und auf die Medikamente angewiesen sein. Deshalb ist es notwendig, die verordneten Medikamente regelmäßig und zuverlässig einzunehmen, auch wenn Sie keine Beschwerden verspüren. Die Medikamente sollen Ihnen helfen, die Schädigung des Herzmuskels aufzuhalten und ihn zu kräftigen

Autorin/Autor: Klinikum Nürnberg

 
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