Fallverantwortliche Pflege in der Geriatrie - Eine Ansprechpartnerin für alle

Fallverantwortliche Pflege - hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich ein patientenorientiertes Pflegesystem, das in den letzten fünf Jahren auf vielen Stationen des Klinikums Nürnberg Einzug gehalten hat. Ziel ist es, die Patienten trotz kurzer Verweildauer und immer komplexeren Therapien optimal durch den gesamten Behandlungsprozess zu steuern und die Zeit nach der Entlassung gut vorzubereiten.

 „Ich kann mir unseren Stationsalltag anders gar nicht mehr vorstellen“, betont Ursula Beck (im Bild), die als stellvertretende Stationsleiterin und fallverantwortliche Pflegekraft in der Klinik für Geriatrie im Klinikum Nürnberg Nord im Einsatz ist. „Gerade alte Menschen brauchen viel mehr Aufmerksamkeit im Krankenhaus als jüngere Patienten. Da ist das Konzept der fallverantwortlichen Pflege genau das richtige.“

Zu Becks Aufgaben gehört es, alle wichtigen Umstände des Patienten zu erfassen und speziell auf ihn zugeschnittene Pflegeziele und Pflegemaßnahmen zu definieren.

Dabei geht es um Pflegemaßnahmen rund um die Akutbehandlung ebenso wie um Inkontinenz, Sturzprophylaxe, Dekubitus oder Diabetes. Denn gerade alte Menschen leiden häufig an mehreren Krankheiten gleichzeitig.

 

Darüber hinaus reagieren alte Menschen auf den Krankenhausaufenthalt oft verwirrt und entmutigt. „Jetzt muss ich ins Pflegeheim“, sagen viele resigniert. Und auch die Angehörigen sind oft sehr beunruhigt. Von Anfang an hat die Fallverantwortliche zudem die Entlassung im Blick. Sie sorgt dafür, dass der Patient in ein sicheres Lebensumfeld entlassen wird und dort wenn nötig weiterversorgt wird. Das ist gar nicht so einfach. Viele alte Menschen leben heute alleine, da der Partner längst gestorben ist und die Kinder weiter weg wohnen

Um den gesamten Versorgungsprozess im Blick zu haben, arbeitet Beck eng mit den Ärzten und Pflegekräften der Station zusammen, aber auch mit Physiotherapeuten, Logopäden und anderen Berufsgruppen. „Alle wissen, dass sie sich mit ihren Fragen oder Beobachtungen an mich wenden können“, berichtet Beck. Bei ihr laufen alle Informationen zusammen, die sie dann an alle Beteiligten weitergibt. „Wir sind dadurch als Team noch enger zusammengewachsen, was sich wiederum positiv auf die Behandlung auswirkt“, bestätigt Dr. Susanne Wicklein, Oberärztin in der Klinik für Geriatrie.

Handfeste Vorteile gibt es auch für die Patienten und Angehörigen. Sie finden in der fallverantwortlichen Pflegekraft von der Aufnahme bis zur Entlassung eine feste Ansprechpartnerin, die Ziele und Maßnahmen mit ihnen bespricht, ein offenes Ohr für ihre Fragen und Sorgen hat und bei Bedarf Gespräche mit den Ärzten vermittelt. „Den alten Menschen“, berichtet Beck, „gibt das viel Sicherheit. Sie erzählen jetzt sehr viel mehr über sich als früher.“ 

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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