Demenzbegleiter - Im Einsatz für demenzkranke Patienten

Rund 1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Demenz. Gerade für sie ist ein Krankenhausaufenthalt besonders belastend. Sie befinden sich in einer fremden Umgebung und vertraute Menschen fehlen.

Häufig sind sie desorientiert, hilflos oder reagieren mitunter sogar panisch. „Manche wollen notwendige Tabletten nicht einnehmen, andere haben zum Beispiel den Drang wegzulaufen“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Markus Gosch, Chefarzt der Klinik für Geriatrie im Klinikum Nürnberg Nord.

„Ausgelöst durch den Stress kommt zu ihrer chronischen Verwirrtheit eine akute hinzu. Ihre Welt gerät vollkommen aus den Fugen.“ Für viele demenzkranke Patienten ist eine persönliche Betreuung und Begleitung während des Krankenhausaufenthalts deshalb wichtig. Doch im hektischen Klinikalltag ist das nicht immer möglich.

 

Das Klinikum Nürnberg setzt daher seit 2011 in der Klinik für Geriatrie und auf der Station für Alterstraumatologie im Klinikum Süd ehrenamtliche Demenzbegleiter ein. Ein- bis zweimal in der Woche kümmern sie sich für ein paar Stunden um demenzkranke Patienten. Einer von ihnen ist Helmut Schönsee. „Ich nehme mir viel Zeit für Gespräche und versuche ein Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufzubauen“, erzählt er. „Viele sind dafür sehr dankbar.“ Diese Erfahrung hat auch Konstanze Riemann gemacht: „Die Arbeit ist eine große Bereicherung für mich.“ Oft geht sie mit den demenzkranken Patienten spazieren oder unterstützt sie beim Essen und Trinken.

„Diese persönliche Zuwendung ist überaus wichtig für diese Patienten“, erläutert Gosch. „Denn durch die Gespräche können ihnen Ängste genommen werden. Die akute Verwirrtheit lässt sich damit gut eindämmen.“ Eine Verschlechterung der chronischen Demenz kann verhindert werden. Auch für Pflegekräfte sind die insgesamt 85 Demenzbegleiter eine wichtige Stütze.

Bevor es auf Station geht, werden sie in einer mehrtägigen, kostenlosen Schulung auf ihren Einsatz vorbereitet. „Hier erfahren die Teilnehmer alles über das Krankheitsbild Demenz und lernen, wie sie mit demenzkranken Patienten kommunizieren und sich mit ihnen beschäftigen können“, erklärt Elke Kaufmann, Koordinatorin des Zentrums für Altersmedizin. Zudem werden ihnen die Stationsabläufe vermittelt, damit sie sich im Klinikalltag zurechtfinden. Aufgrund des großen Erfolgs soll das Projekt nun auch auf die Klinik für Neurologie und die Leitstelle des Zentrums für Altersmedizin erweitert werden. In Zukunft werden Demenzbegleiter auch am Wochenende in der Klinik für Geriatrie im Einsatz sein. 

Die nächste Schulung findet im März 2016 statt. Informationen bei Elke Kaufmann unter der Telefonnummer (0911) 398-3917.

Autorin/Autor: Kathrin Kalb

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie


AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren