Hodenhochstand

Was ist ein Hodenhochstand?
Die Hoden wandern  während der Kindesentwicklung aus dem Bauchraum in den Hodensack.
Diese Wanderung (Descensus testis) kann komplett ausbleiben (Bauchhoden) oder an jeder Stelle der Wanderung stoppen (Leistenhoden etc.). Auch kann der Hoden sein Ziel verfehlen (ektoper Hoden). Die Ursache scheint vielfältig und ist nicht geklärt. Je früher Ihr Kind auf die Welt kam um so häufiger ist es anzutreffen (Frühgeborene 30%, sonst ca. 3%)

Wie wird ein Hodenhochstand erkannt?
Meist wird Ihr Kinderarzt Sie darauf hinweisen, gelegentlich fällt es den Eltern auch selbst auf.
Die Diagnose stützt sich im Wesentlichen auf die klinische Untersuchung durch den Kinderarzt oder Kinderchirurgen.
Bildgebende Diagnostik kann hilfreich sein. Sind die Hoden nicht tastbar, wird immer eine operative Hodenfreilegung erfolgen. Die Hodensuche im Bauch erfolgt durch Bauchspiegelung.
Sind beide Hoden nicht tastbar, muss eine endokrinologische (Hormone) Abklärung erfolgen. In seltenen Fällen folgt eine genetische Untersuchung.

Wie wird ein Hodenhochstand behandelt?
Eine hormonelle Therapie ist bis zum 1 Lebensjahr des Kindes möglich, führt aber meist nicht zum bleibenden Erfolg und oft zu Nebenwirkungen.
Das Verfahren der Wahl ist die Orchidopexie, dies bedeutet eine operative Verlagerung des Hodens in den Hodensack.
Die Operation entspricht im wesentlichen der offenen Operation des Leistenbruches, ergänzt durch eine Freilegung des Samenstrenges und der Fixierung des Hodens.

Liegt der Hoden im Bauch, erfolgt als erster Schritt eine Laparoskopie mit einer ersten Verlagerung des Hodens am inneren Leistenring. Danach folgt eine 2. Sitzung wie oben beschrieben.
Die Orchidopexie erfolgt je nach Befund und Alter Ihres Kindes stationär oder ambulant.

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?
Die Operation dient dem Erhalt der Zeugungsfähigkeit.
Leider ist die Wahrscheinlichkeit ein Malignom des Hodens zu entwickeln bei Hodenhochstand um das 2,5 bis 8 fache erhöht. Dies ändert sich auch durch die Operation nicht.
Das typische Erkrankungsalter liegt bei 20 bis 40 Jahren. Sie sollten mit Ihrem Kind darüber sprechen. Ab dem 15. Lebensjahr sollte Ihr Kind selbst den Hoden untersuchen und bei Veränderungen sofort Rat bei einem Urologen suchen.

Autorin/Autor: Dr. Karl Bodenschatz, Chefarzt der Kinderchirurgie, Eltern-Kind-Zentrum Klinikum Nürnberg

 
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