Appendicitis

Eine der häufigsten Gründe für einen Krankenhausaufenthalt beim Kind ist der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung.

Wurden früher alle Kinder mit rechtsseitigen Unterbauchschmerzen und den klinischen Zeichen einer Blinddarmentzündung operiert, hat sich hier gerade in der Kinderchirurgie das Vorgehen in den letzten Jahren erheblich geändert: Heute werden erheblich weniger Kinder operiert. Im Folgenden erläutern wir Ihnen die häufigsten Fragen zum Thema Blinddarmentzündung: 

Wie entstehen Blinddarmentzündungen?
Wie erfolgt die Untersuchung?
Wie erfolgt die Operation?
Was ist nach der Operation zu beachten?
Wie lange muss mein Kind im Krankenhaus bleiben?
Wann kann mein Kind wieder in Kindergarten/Schule?

Wie entstehen Blinddarmentzündungen?
Die Ursachen für einen rechtseitigen Unterbauchschmerz sind vielfältig. Unser Vorgehen orientiert sich daher auch am Alter Ihres Kindes.
Da es bei kleinen Kindern bis 5 Jahren es sehr schwer ist, die Diagnose zu stellen, kommen diese Kinder häufig schon mit einer Bauchfellentzündung zu uns ins Krankenhaus.

Wie erfolgt die Untersuchung?
Wenn Sie mit Ihrem Kind zu uns kommen, werden wir Ihr Kind zuerst untersuchen. Dann erfolgt eine Blutentnahme. Die „Nadel“ bleibt danach liegen um ggf eine Infusion geben zu können. Je nach Dringlichkeit schließt sich daran eine Ultraschalluntersuchung an. Bis zur Diagnosestellung soll Ihr Kind nüchtern bleiben.
In ca. 80% der Fälle können wir den Blinddarm per Ultraschall untersuchen und dann mit über 90 % Wahrscheinlichkeit abschätzen ob Ihr Kind eine akute Blinddarmentzündung hat oder nicht. Danach wird Ihr Kind noch einen kleinen Einlauf erhalten, da diese Schmerzen häufig bei Verstopfung vorkommen.
Haben wir den Verdacht auf eine Appendizitis oder können wir diese nicht ausschließen nehmen wir Ihr Kind stationär auf.

Bild: Kinderzeichnung Nach der Blinddarm-OP
 

Wie erfolgt die Operation?
Sollten wir uns zur Operation entscheiden, besprechen wir das geplante Vorgehen selbstverständlich eingehend mit Ihnen. In der Regel gehen wir dabei so vor:

  • Es erfolgt eine Aufklärung über die geplante Operation und die notwendige Anästhesie (Narkose)
  • Danach wird Ihr Kind auf der Station auf die OP vorbereitet.
  • Ihr Kind wird in den OP gebracht. Selbstverständlich können Sie Ihr Kind bis zum OP begleiten!
  • Durchführung der Operation mittels Schlüssellochchirurgie (Laparoskopische Appendektomie)
  • Sie kommen unmittelbar nach der Operation zu Ihrem aufwachenden Kind und holen es mit im Aufwachraum ab.
  • Postoperativ (nach der Operation) hängt das weitere Vorgehen vom Schweregrad der Entzündung ab.

Wir führen intraoperativ (während der Operation) und postoperativ (nach der Operation) eine standardisierte Schmerztherapie durch. Sollten Sie während Ihres Krankenhausaufenthaltes feststellen, dass Ihr Kind Schmerzen hat, teilen Sie uns das bitte unmittelbar mit. Wir werden natürlich individuell auf die Bedürfnisse Ihres Kindes eingehen.

Was ist nach der Operation zu beachten?

  • Bei einer Appendicitis:  Es erfolgt ein rascher Kostaufbau, keine Antibiose (medikamentöse Behandlung mit Antibiotika), rasche Mobilisation.
  • Bei einer Eitrigen Appendicitis: Antibiose (medikamentöse Behandlung mit Antibiotika), rascher Kostaufbau, rasche Mobilisation
  • Bei einer Apppendicitis mit Bauchfellentzündung: Je nach Schwere des Befundes.

Wie lange muss mein Kind im Krankenhaus bleiben?
Durchschnittlich wird Ihr Kind am 3. Tag, gut mobilisiert mit nur geringen Restbeschwerden entlassen. Die Wunde ist ohne Fäden, Sie müssen nur warten, dass die Pflasterstreifen (siehe unteres Bild rechts) abfallen. Nach einer Woche erfolgt noch eine ambulante Kontrolluntersuchung bei uns in der Klinik.

Wann kann mein Kind wieder in Kindergarten/Schule?           

  • In der Regel genügt eine Schulbefreiung von einer Woche
  • Bitte beachten Sie jedoch das Sportverbot für 3 Wochen

Autorin/Autor: Dr. Karl Bodenschatz, Chefarzt der Kinderchirurgie, Eltern-Kind-Zentrum Klinikum Nürnberg

 
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