Geschwisterkurs

Hilfe, ich habe ein Schwesterchen

Nicht immer reagieren Kinder begeistert, wenn sie einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester bekommen. Ein Geschwisterkurs, den die Klinik für Kinder und Jugendliche im Klinikum Nürnberg anbietet, will sie spielerisch auf ihre neue Rolle vorbereiten.

Nicht für alle Kinder ist das neue Geschwisterchen ein Grund zur Freude. Die Eltern schenken dem neuen Geschwisterchen viel Aufmerksamkeit und spielen kann man mit ihm auch nicht. Eifersucht, Neid, aber auch Unsicherheit im Umgang mit dem neuen Familienmitglied bergen viele große und kleine Konflikte. "Besonders die Geschwisterkinder von Frühgeborenen oder schwer kranken Kindern, die nach ihrer Geburt bei uns in der Klinik bleiben müssen, haben es nicht leicht", erklärt Judith Peltner.

Die Pflegedienstleiterin des Eltern-Kind-Zentrums beobachtet immer wieder, wie sich die Mädchen und Jungen zurückgesetzt fühlen, wenn die Eltern ihrem kranken Kind viel Aufmerksamkeit, Zeit und Sorge zukommen lassen. "Deshalb bemühen wir uns schon seit Jahren auch um die Geschwisterkinder", berichtet Frau Peltner. Schon vor 15 Jahren öffneten sich die Türen der Intensivstation auch für die Schwestern und Brüder unter 14 Jahren. Die Kinder können seither hier Geschwisterchen so oft sie wollen auf der Station besuchen und beim Pflegen und Füttern zuschauen. Je mehr die Kinder über die Situation ihres neugeborenen Geschwisterchens wissen, desto weniger leiden sie unter der neuen Familiensituation.

Mit dem Geschwisterchenkurs gibt es jetzt im Eltern-Kind-Zentrum ein weiteres Angebot. In dem etwa einstündigen Kurs werden Kinder zwischen drei und sechs Jahren spielerisch auf ihre neue Rolle als großer Bruder bzw. große Schwester vorbereitet.
Der Kurs will den Stolz der Kinder auf ihre neue Aufgabe wecken. An Puppen lernen sie, wie man ein Baby wickelt, badet, füttert und anzieht. Auf diese Weise erfahren sie nicht nur, wie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung Babys brauchen. Sie lernen auch, wie sie selbst mit ihrem neuen Geschwisterchen umgehen können.
Geleitet wurde der erste Kurs von den beiden Kinderkrankenschwestern Bettina Hartinger und Antje Richter, die von dem Angebot begeistert sind. Die Kinder, die am ersten Kurs teilnahmen, waren aufmerksam bei der Sache. Die kleine Paula, deren Mutter vor kurzem Zwillinge bekommen hat, war ganz versunken in ihre Aufgabe.

 

Der Geschwisterchenkurs wurde von der Firma Zapf Creation AG unterstützt, die schon ähnliche Kurse mit Frauenkliniken in München und Norddeutschland durchgeführt hat. Die Firma stellt die gesamte Ausrüstung von den Puppen, die lebensechte Funktionen imitieren, über die Badewanne bis zur Babykleidung.

Weitere Informationen zum "Geschwisterchenkurs" gibt es bei Michaela Meier, Pflegerische Sachbearbeitung, Mail an Michaela.Meier@Klinikum-Nuernberg.de

Telefon 0911 398-2584.

Autorin/Autor: Strahler/Lichteneber

 
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