Nebenschilddrüsenerkrankungen

Grundlagen:

Der Mensch besitzt normalerweise 4 Nebenschilddrüsen, diese liegen paarig beidseits der Schilddrüse an. Die Nebenschilddrüsen bilden das Parathormon welches einen wichtigen Regulator im Kalziumstoffwechsel darstellt. Eine Überfunktion der Nebenschilddrüse kann zu den verschiedensten Symptomen wie Nierensteinen, Magengeschwüren, Osteoporose, Gelenkbeschwerden, und unterschiedlichen neurologischen-psychiatrischen Manifestationen führen. Man unterscheidet einen primären Hyperparathyreoidismus ( Erkrankung einer Drüse) vom sekundären Hyperparathyreoidismus (immer alle vier Drüsen betroffen).

Bei einem primären Hyperparathyreoidismus muß in der Regel eine Entfernung der betroffenen Nebenschilddrüse erfolgen. Bei Überfunktion wegen einer Niereninsuffizienz (sekundärer Hyperparathyreoidismus) kann zunächst eine medikamentöse Therapie erfolgen.

Operationsverfahren:

Primärer Hyperparathyreoidismus

Dieser wird fast immer durch ein sog. Adenom (gutartiger Tumor) einer Nebenschilddrüse verursacht. Auch wenn das Auffinden der kleinen Tumoren manchmal schwierig ist kann dieser in den meisten Fällen durch eine minimalinvasive Operation über einen 1.5 – 2cm langen Hautschnitt entfernt werden. Voraussetzung ist jedoch eine vor der Operation eindeutige Lokalisationsdiagnostik mittels Ultraschall und Szintigraphie.

Der Operationserfolg wird bereits intraoperativ durch Messung des Parathormonwertes und eine zusätzliche feingewebliche Untersuchung kontrolliert.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Bei dieser Erkrankung sind infolge der bestehenden Niereninsuffizienz immer alle 4 Drüsen betroffen. Deswegen erfolgt die Operation in der Regel konventionell und nicht minimalinvasiv. Je nach Befund wird entweder eine Resektion von 3 ½ Drüsen (die belassene Restdrüse wird fadenmarkiert) oder die vollständige Entfernung aller 4 Drüsen mit Replantation kleiner Drüsenanteile in die Halsmuskulatur durchgeführt.

Auch bei diesem Eingriff wird das entfernte Gewebe noch während der Operation histologisch untersucht und zusätzlich der Parathormonwert bestimmt. Zusätzlich wird ein Teil des entnommenen Gewebes für 1 Jahr kryokonserviert um bei einer eventuell später auftretenden Unterfunktion des belassenen Drüsengewebes nochmals eine Replantation durchführen zu können.

Autorin/Autor: OA Dr. Linnemann

 
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