Chirurgie der Leber

Bei den Erkrankungen der Leber muss man zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen unterscheiden. Zu den gutartigen, operativ therapierbaren Lebererkrankungen zählen z.B. Leberabszesse, Zysten, Adenome, Hämangiome, seltener Hunde- und Fuchsbandwurmbefall. Häufiger finden sich bösartige Veränderungen der Leber, zum einen primäre Lebertumoren (Leberzellkarzinom, cholangiozelluläres Karzinom), zum anderen Absiedelungen anderer Tumoren (Metastasen) z.B. bei Dickdarmkrebs.

Die Leberchirurgie hat sich mit dem Einsatz moderner technischer Geräte (Ultraschallskalpell bzw. Wasserstrahldissektoren) und der Anwendung des intraoperativen Ultraschalls in den letzen Jahrzehnten gewandelt. Dadurch ist es heute wesentlich häufiger möglich, Lebertumoren oder Metastasen komplett chirurgisch zu entfernen und dabei umliegendes gesundes Lebergewebe zu schonen sowie den Blutverlust zu minimieren. Eine Leberteilresektion kann von der Entfernung eines Leberkeils bis zur Entfernung eines ganzen Leberlappens reichen. Im Einzelfall ist es möglich, bis zu 70% des Lebergewebes zu entfernen, da sich das zurückbleibende Lebergewebe regeneriert und die Leber innerhalb weniger Monate ihre ursprüngliche Größe wiedererlangen kann.

Gerade die Leberchirurgie setzt eine entsprechende Erfahrung des Teams (Operateure, Anästhesisten, Radiologen, Pathologen) voraus. Zunächst ist vor einem Eingriff eine genaue Diagnostik zur exakten Lokalisation und Operationsplanung notwendig. In unserem Haus können alle erforderlichen Untersuchungen (Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie, CT-gesteuerte Punktion etc.) zeitnah durchgeführt werden, anschließend erfolgt die interdisziplinäre Therapieplanung, oft im Rahmen unserer Tumorkonferenz.

In letzter Zeit kommen immer häufiger thermoablative Verfahren (Radiofrequenzablation=RFA oder laserinduzierte Thermotherapie=LITT) zur Anwendung. Dies bedeutet eine Zerstörung bösartiger Geschwülste (Metastasen, Leberkrebs) durch Wärmeenergie. Zu der bei uns durchgeführten Radiofrequenzablation wird über einen Bauchschnitt bzw. in einzelnen Fällen auch durch die Haut unter Ultraschall-kontrolle eine Nadelelektrode direkt in den Tumor platziert. Über diese Nadel werden dann durch Radiofrequenzen Temperaturen über 100°C erreicht, welche zu einer Destruktion des Tumors führen. Mit dieser Methode können oft auch ungünstig gelegene oder zu zahlreiche Lebertumoren bis ca. 5 cm Größe erfolgreich behandelt werden.

Autorin/Autor: OA Dr. med. Köhler

 
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