Das Kolorektale Karzinom (Dickdarm-/ Enddarmkrebs)

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Unter einem Kolorektalen Karzinom versteht man bösartige Schleimhautwucherungen im Dick- oder Enddarm.

Diese Tumorart ist das zweithäufigste Krebsleiden in der Bundesrepublik und tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf. Etwa 30-40% treten im End- oder Mastdarmbereich auf, die übrigen 60-70% im restlichen Dickdarm.

Wozu dient der Dickdarm ?

Im Dickdarm erfolgt die Rückgewinnung von Wasser und Salzen aus dem noch sehr flüssigen Dünndarmstuhl, er wird somit eingedickt.

Was sind Risikofaktoren für Darmkrebs?

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die für Entstehung von Darmkrebs diskutiert werden:

- Darmpolypen, die im Laufe der Zeit bösartig werden können
- Langjährige chronische Entzündungen der Darmschleimhaut (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)
- Zurückliegeden Darmkrebserkrankung
- Fettreiche und ballaststoffarme Kost
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- langjähriger Alkohol und Nikotinkonsum
- genetische Faktoren (15%) (familiäre, adenomatöse Polyposis - FAP) (Heriditäre nicht polypöse kolorektale Karzinome - HNPCC)

Welche Beschwerden bzw. Symptome liegen bei Darmkrebserkrankungen vor?

Leider gibt es oft keine typischen Beschwerden bei Dickdramkrebs, aber folgende Befunde sollten abgeklärt werden:

- Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (Wechsel von Verstopfung und Durchfall)
- Blut im Stuhl
- ungewollte Gewichtsabnahme, Blutarmut (Anämie), Müdigkeit, Appetitlosigkeit

Welche Untersuchungen werden üblicherweise durchgeführt?

Bei Verdacht auf Darmkrebs sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

- Test Blut im Stuhl (Hämoccult-Test)
- Austasten des Enddarms
- Enddarmspiegelung (Rektoskopie)
- Dickdarmspiegelung (Koloskopie)
- Eventuell Röntgenkontrastuntersuchung des Darmes, falls keine Spiegelung durchgeführt werden kann

Bestätigt sich der Verdacht auf Dickdarmkrebs sind Zusatzuntersuchungen notwendig, um das Erkrankungsausmaß festzustellen:

- Ultraschall-Untersuchungen (Bauchraum und ggf. Enddarm)
- Eventuell Computer-Tomographie oder Kernspintomographie des Bauches
- Röntgenaufnahmen der Lunge

bei erblich bedingtem kolorektalen Karzinomen sollte eine genetische Beratung mit Untersuchung des Erbguts erfolgen, um Verwandte des Patienten über deren eigenes Risiko informieren zu können

Diese Untersuchungen werden für jeden Patienten individuell festgelegt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Abhängig von der Lage, Größe des Tumors und von der Ausbreitung in andere Organe wird die Therapie im Einzelfall festgelegt.

In seltenen Fällen können bei sehr frühen Tumorstadien entartete Polypen bei der Darmspiegelung ohne Operation abgetragen entfernt werden (hier muss sichergestellt sein, dass der Tumor vollständig entfernt wird, ansonsten ist eine Nachoperation nötig

Standardtherapie ist die operative radikale Entfernung des betroffenen Darmabschnittes mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand incl. der zugehörigen Blutgefäße, sowie Lymph- und Weichgewebe.

In seltenen Fällen ist es notwendig vorübergehend oder dauerhaft einen künstlichen Darmausgang (Stoma, Anus praeter) anzulegen (<15% der Patienten benötigen einen dauerhaften künstlichen Darmausgang).

Bei sehr tief sitzenden, also in unmittelbarer Nähe zum After lokalisierten Enddarmtumoren kann es notwendig sein den Kontinenzapparat mit zu entfernen und somit eine Enddarmamputation durchzuführen, diese Patienten bekommen dann einen endgültigen künstlichen Darmausgang.

Bei bestimmten Tumorstadien muß vor (neoadjuvant) oder nach der Operation (adjuvant) eine Chemotherapie und/oder eine Bestrahlungstherapie durchgeführt werden dies dient unter anderem der Verkleinerung des Tumors und/ oder der Behandlung/ Prävention von Metastasen.

Ist eine radikale Operation aufgrund des allgemeinen Operationsrisikos oder der lokalen Tumorsituation nicht möglich stehen verschiedene operative und konservative Alternativverfahren zur Linderung der Beschwerden zur Verfügung, diese werden stets individuell festgelegt.

Für nicht operable Lebermetastasen führen wir seit einiger Zeit auch die Lasertherapie (LITT) durch, die bei bestimmten Ausdehnungen des Tumorleidens sehr gute Ergebnisse erzielt.

Stationäre Behandlung nach der Operation

Nach der Operation wird der Patient stationär überwacht. Die Dauer des stationären Aufenthaltes, die Genesung des Patienten und die eventuell erforderlichen Zusatzmaßnahmen hängen von den individuellen Faktoren und dem Erkrankungsstadium des Patienten ab.

Zur Verbesserung der Genesung und Reduktion von Komplikationen bieten wir für mache Patienten die Behandlung nach dem sog. „Fast Track“ Konzept an. Hierbei wird versucht durch ein spezielles Nachbehandlungskonzept ein Teil der negativen postoperativen Folgen für den Patienten zu vermeiden.

Nach Abschluß der stationären Behandlung kann eine Anschlussheil-behandlung sinnvoll sein.

Weitere Adressen und Informationen zum Thema Dickdarm- und Enddarmkrebs

Telefonischer Krebsinformationsdienst (KID)

Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg: Tel.: 06221-410121 (Mo.-Fr.: 8.00-20.00 Uhr)

Deutsche Krebshilfe e.V.
Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn
Tel.: 0228-72990-95 (Mo.-Fr.:9.00-17.00 Uhr)

Leitlinie Prävention und Screening des kolorektalen Karzinoms

Autorin/Autor: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

 
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