Bauchwandbrüche (Hernien)

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Was ist eine Hernie?

Stellen Sie sich einen alten Reifen vor. Weist der Mantel eine Bruchstelle auf, so wird der im Inneren befindliche weiche Schlauch gegen und in die Lücke gedrängt und kann sich dort verklemmen. So ähnlich entsteht auch eine Hernie. Der äußere harte Mantel entspricht ihrer Bauchdecke, der innere weiche Schlauch entspricht den Darmschlingen. Die Bauchdecke, die aus Muskeln, Fett und Bindegewebe besteht, hat mehrere mögliche Schwachpunkte. Die beiden wichtigsten sind der Leistenring und der Bauchnabel.

Wie bemerkt man einen Bruch und was sollte man tun?

Brüche – oder Hernien – können bei Männern, Frauen und Kinder aller Altersstufen auftreten. In der Regel beobachtet man eine Vorwölbung unter der Haut. Diese kann schmerzhaft sein, insbesondere beim Heben von Lasten und beim Husten. Am häufigsten tritt ein Bruch an den Schwachstellen der Bauchdecke auf, dies ist im Leistenbereich, am Bauchnabel und im Bereich von alten Operationsnarben. Hier kann durch den erhöhten Druck im Bauchraum eine Aussackung entstehen. Wenn Darm oder Fettgewebe in diese Aussackung hineinrutscht, sehen Sie die Vorwölbung an der Bauchdecke: den Bruch. Diese Aussackung bildet sich häufig wieder zurück, wenn man sich hinlegt oder dagegendrückt. Das bedeutet, Sie haben einen reponiblen, also zurückdrückbaren, Bruch. Dies ist keine Notfallsituation. Die Schwachstelle in der Bauchdecke sollte jedoch zur Vermeidung der folgenden schweren Komplikationen verschlossen werden.

Wenn sich die Vorwölbung nicht ohne Probleme zurückbildet, haben Sie eine nicht reponible, also nicht zurückdrückbare Hernie. In einem solchen Fall müssen Sie sich sofort in ein Krankenhaus begeben und eine umgehende Operation ist notwendig.

Bei einer nicht reponiblen Hernie ist der Darm meist so verfangen, das ihm die Blutzufuhr abgeklemmt werden kann. Der nichtdurchblutete Darm stirbt ab und dieses tote Gewebe führt zu einer Vergiftung des Körpers. Das ist eine lebensbedrohende Situation und erfordert eine sofortige Notfalloperation.

Wann muss operiert werden?

Wenn Ihr Allgemeinzustand es zulässt, sollte ein Bruch immer operiert werden, um die oben aufgeführten schweren Komplikationen erst gar nicht auftreten zu lassen. Gerade bei kleinen Brüchen kommt es besonders häufig zu den gefährlichen Einklemmungen. Und selbst wenn dies nicht geschieht – ein Bruch bildet sich nicht wieder zurück, wird mit der Zeit größer und dadurch schwieriger zu operieren. Deswegen empfehlen wir Ihnen eine vorbeugende Operation.

Bei einer nicht reponiblen Hernie besteht dagegen wie oben beschrieben höchste Gefahr, weil der Darm einklemmen und absterben kann. In diesem Fall müssen Sie sofort in ein Krankenhaus gehen und dort operiert werden.

Welche Operationsmethoden existieren?

Die Hernienversorgung bietet je nach Größe des Bruches, Rezidiv (erneut aufgetretener Bruch nach bereits erfolgter Bruchoperation) sowie Wunsch des Patienten verschiedene Möglichkeiten.

Standardeingriffe sind der Primärverschluss kleiner Brüche ohne Einbringen von Fremdmaterial, sowie die spannungsfreie Hernienversorgung konventionell, oder laparoskopisch (TEP, TAP) unter Verwendung eines nicht auflösbaren Netzes zur Überlappung der Bruchlücke in der sogenannten Schlüssellochtechnik (mit kleinsten Schnitten).

Die Hernienversorgung mit einem Netz bietet den Vorteil der geringeren Rezidivrate, bei der laparoskopischen Hernienoperation ist der Patient zusätzlich nach abgeschlossener Wundheilung sofort körperlich voll belastbar.

Wie gestaltet sich der zeitliche Ablauf bei einer geplanten Operation?

Sie haben einen nicht eingeklemmten Bruch bemerkt und diesen Befund von Ihrem Hausarzt bestätigen lassen. Dieser wird Ihnen eine Krankenhauseinweisung ausstellen mit der Sie sich in der Ambulanz des Klinikums vorstellen. Dort wird Sie der in der Ambulanz tätige Chirurg untersuchen und über die geplante Operationsmethode aufklären: Noch ausstehende Untersuchungen wie Blutentnahme, EKG sowie ggf. Röntgenaufnahmen werden durchgeführt und Sie werden ein Gespräch mit dem Narkosearzt über die geplante Narkose führen. Danach erhalten Sie einen Termin für die stationäre Aufnahme zur geplanten Operation. Kommen Sie am Tag vor der Operation auf die Station müssen Sie nicht nüchtern sein, ist die Operation für den Aufnahmetag geplant bitten wir Sie 8 Stunden vor Aufnahme weder zu essen noch zu trinken oder zu rauchen. Nach Begrüßung auf Station wird Ihnen ein Zimmer zugewiesen, eine Pflegekraft der Station wird Sie zum geplanten Zeitpunkt mit dem Bett in den Operationstrakt fahren. Nach erfolgter Operation werden Sie für einige Stunden in einem Aufwachraum überwacht, bevor Sie eine Pflegekraft wieder auf Ihre Station bringt. Zu diesem Zeitpunkt können Sie bereits aufstehen und sich auf Ihrer Station bewegen. Bei konventioneller Versorgung des Bruches wird in das Unterhautfettgewebe eine Drainage zum Ablauf von Wundwasser gelegt, die nach 2 Tagen entfernt wird.

Bei unkompliziertem Verlauf werden Sie 3 - 4 Tagen nach Operation aus dem Krankenhaus entlassen, die Hautfäden können entweder von Ihrem Hausarzt oder im Krankenhaus auf Station um den 10. Tag nach der Operation entfernt werden. Ab diesem Zeitpunkt ist die Wundheilung soweit abgeschlossen, dass Sie Duschen können.

Sollte kein Netz eingebracht werden müssen Sie sich 3 Monate körperlich schonen und dürfen keine schweren Lasten über 10 kg heben oder Kontaktsportarten betreiben. Nach Netzeinlage können Sie sofort wieder zum Alltag übergehen.

Sollte Ihr Bruch eingeklemmt und nicht zurückdrückbar sein, bitten wir Sie sich sofort in die Ambulanz zu begeben um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Dort werden Sie, falls sich der Befund bestätigt, sofort stationär aufgenommen um zügig operiert zu werden.

Autorin/Autor: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

 
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