Chirurgie des oberen Verdauungstraktes

Sie umfasst die operative Behandlung von Erkrankungen der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens sowie des Zwölffingerdarmes (Duodenum).

Die Entfernung der Speiseröhre (Ösophagusresektion) zur Behandlung bösartiger Erkrankungen stellt die wesentliche Therapiemöglichkeit mit Heilungschance dar. Aufgrund häufiger Begleiterkrankungen kommt neben der Frage der tumorbedingten Operabilität der Festlegung des funktionellen Operationsrisikos größte Bedeutung zu. Dieses läßt sich nur in enger interdisziplinären Zusammenarbeit mit den konservativen Disziplinen (innere Medizin, Anästhesiologie) formulieren. Alle relevanten Zusatzuntersuchungen werden in unserem Klinikum vorgehalten und in enger kollegialer Diskussion eingesetzt. Abhängig vom Sitz des Tumors und seiner Größe wird das Ösophaguskarzinom heute multimodal behandelt. Im Besonderen kann es sinnvoll sein, vor der Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie in Zusammenarbeit mit unserer Abteilung für Radioonkologie durchzuführen. Aufgrund von durchschnittlich 20 bis 30 Speiseröhrenentfernungen jährlich verfügen wir über die erforderliche Erfahrung in der Therapie des Speiseröhrenkrebses.

Eine besondere Herausforderung in der Tumortherapie sind die an Häufigkeit zunehmenden Krebse des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen (Adenokarzinom des ösophagogastralen Überganges), die in Abhängigkeit von der genauen Lokalisation entweder wie ein Speiseröhren- oder wie ein Magenkarzinom zu behandeln sind. Sie sind nicht selten Folge der chronischen gastroösophagealen Refluxkrankheit bei ungenügendem Verschluß des Magens zur Speiseröhre mit gehäuftem Sodbrennen als Ausdruck des Übertritts von Magensäure in die Speiseröhre. Primär ist dies eine Domäne der konservativen Therapie. Die operative Behandlung auf laparoskopischem Wege (Schlüssellochchirurgie; laparoskopische Fundoplikatio) ist aber in vielen Fällen eine gute Alternative. Sie setzt die subtile Diagnostik mit Säure- und Druckmessung (pH-Metrie, Manometrie) voraus.

In der Behandlung des Magen- und Zwölffingerdarmgeschwürs sind wir überwiegend in Notfallsituationen gefordert (Magenperforation, Blutung), da das unkomplizierte Geschwür überwiegend durch potente Medikamente heilbar ist.

Der Magenkrebs ist ein aus unbekannten Gründen seltener werdender Tumor. Die Regeloperation ist hier die Entfernung des gesamten Magens mit seinem Lymphabstromgebiet (Gastrektomie mit DII-Lymphadenektomie). Nur bei Tumorlokalisation am Magenausgang und spezieller feingeweblicher Situation kann ein kleiner Restmagen erhalten werden (subtotale distale Magenresektion). Zur Milderung der verloren gegangenen Reservoirfunktion schaffen wir nach Gastrektomie einen Ersatzmagen aus einer Dünndarmschlinge (Pouchrekonstruktion).

Eigenständige Erkrankungen des Zwölffingerdarms sind bösartige Tumore (Adenokarzinom des Duodenum) oder der Mündungsstelle des Hauptgallenganges (Papillenkarzinom). Diese Krebse müssen bei bestehender Operabilität wie bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse durch partielle Duodenopankreatektomie operativ behandelt werden.

Autorin/Autor: OA Dr. med. Köhler

 
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